Gelsenkirchen (rpo). Auf Schalke kriselt's, aber gewaltig. Zwar wurde Trainer Ralf Rangnick vorerst vom Verein der Rücken gestärkt, doch sollten die "Knappen" am Dienstag (ab 20.45 Uhr im LIVE!-Ticker) nicht gegen Fenerbahce Istanbul gewinnen, wird es ganz eng für den kleinen Schwaben. Momentan befindet sich nur die Mannschaft in der Schusslinie.
Wie lange noch im Amt? Ralf Rangnick. Foto: AP
Einen Tag nach der wenig berauschenden Vorstellung und der 0:1 (0:1)-Niederlage beim Hamburger SV richtete Assauer in einer 90-minütigen Aussprache im Beisein von Rangnick deutliche Worte an die Spieler.
"Vor dem wichtigen Spiel gegen Fenerbahce Istanbul war es an der Zeit, mit der Mannschaft über die Situation zu reden. Wir wollten dem Trainer zeigen, dass er nicht alleine ist. Die Spieler sind nun in der Pflicht", berichtete Müller und auch Assauer stellte sich hinter dem Trainer: "Die Leistung der Mannschaft ist entscheidend, nicht der Trainer. Ich habe keine Ahnung, was in den Köpfen der Spieler vorgeht."
Bereits um 8.30 Uhr am Sonntag hatte der erweiterte Mannschaftsrat am Klubheim zum Rapport antreten müssen. "Wir wollten mit den führenden Spielern ausloten, woran es liegt, dass die Mannschaft unter ihren Möglichkeiten blieb", so Müller. Kapitän Ebbe Sand, Fabian Ernst, Mladen Krstajic, Marcelo Bordon, Lewan Kobiaschwili und Christian Poulsen waren dabei in das Büro von Assauer bestellt worden. Ex-Kapitän Frank Rost gehörte dagegen dem Kreis nicht an.
Der Keeper hatte seine Meinung aber bereits am Samstag offen kundgetan. "Jetzt kommen wieder die üblichen Standartfloskeln. Das ist kein Problem des Trainers. Wir müssen es kapieren. Die Trainerfrage ist müßig. Schalke hat soviel Trainer gehabt, immer wieder wurden Burgen aufgebaut und dann wieder abgerissen. Wir müssen einfach die Nerven behalten und an dem Einfachen anknüpfen", sprach sich Rost bei Premiere für ein Bleiben von Rangnick aus.
Assauers Geduld scheint am Ende zu sein. Foto: rpo, Falk Janning
"Rangnick raus"-Rufe
Auf dem Spielfeld hatten dagegen die Schalker Spieler ihren Trainer im Regen stehen lassen. Nur der mangelhaften Chancenverwertung des HSV war es zu verdanken, dass ein erneutes Debakel drei Tage nach dem 0:6 im Pokal bei Eintracht Frankfurt ausgeblieben war. In der Tabelle vergrößerte sich allerdings der Rückstand auf den anvisierten dritten Tabellenplatz auf sechs Zähler.
Die enttäuschten Schalker Fans quittierten den müden Auftritt in der Hansestadt mit ersten "Rangnick raus"-Rufen. Assauer flüchtete sich nach der sportlichen Talfahrt in Galgenhumor: "Wir warten auf den Dienstag und holen uns die dritte Klatsche ab, dann gibt es eine runde Geschichte, dann freuen sich alle und klatschen in die Hände. Sehr viele warten darauf, dass der FC Schalke 04 nicht nach oben kommt."
So könnten die Schalker bei einer Niederlage gegen den von Christoph Daum trainierten türkischen Meister Fenerbahce am Dienstag innerhalb von sieben Tagen auch das dritte Saisonziel aus den Augen verlieren. Mit nur zwei Punkten aus drei Spielen ist für den Vizemeister ein Sieg Pflicht.
Quelle: sid