Nach Punktabzug für "Juden Jena"-Rufe: Vereinsbosse sollen Ämter niederlegen
zuletzt aktualisiert: 16.04.2008 - 16:33Halle (RPO). Einmaliger Protest gegen den Nordostdeutschen Fußball-Verband: Der Präsident des VFC Plauen Uwe Täschner hat alle Präsidenten von Oberliga-Klubs dazu aufgerufen, für vier Wochen ihr Amt ruhen zu lassen. Hintergrund ist der Punktabzug für den Halleschen FC. Dessen Fans hatten antisemitische Parolen gebrüllt.
Täschner solidarisierte sich in einem Schreiben mit dem bestraften Ex-Zweitligisten aus Sachsen-Anhalt. "Als Verein fühlt man sich von Verband und Jusitz allein gelassen. Es werden wiederum nicht die Täter bestraft, sondern der Fußball und das Ehrenamt", teilte er seinem HFC-Amtskollegen Michael Schädlich mit.
Auch der Präsident des Chemnitzer FC kritisierte das Urteil. "Fußballvereine können nicht Probleme lösen, die die Gesellschaft nicht lösen kann", sagte Matthias Hänel. Seiner Auffassung nach werde mit dieser Entscheidung des NOFV Manipulationen Tür und Tor geöffnet: "Es kann nicht sein, dass fremde Personen auf Bestellung Randale anzetteln und die Vereine dafür sportlich mit Punktabzügen bestraft werden."
Halle wurde durch das NOFV-Sportgericht wegen antisemitischer Rufe einiger Anhänger im Spiel gegen Carl Zeiss Jena II am 29. März mit dem Abzug von drei Zählern bestraft. Der HFC wollte sich mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln gegen das Urteil wehren. In der ersten Halbserie waren in der Oberliga bereits dem FSV Zwickau wegen verunglimpfender Äußerungen von Anhängern drei Zähler abgezogen worden.
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