Stuttgart - Karlsruhe 3:1: VfB gelingt Befreiungsschlag
zuletzt aktualisiert: 23.02.2008 - 17:31Stuttgart (RPO). Mit dem zweiten Sieg in Folge hat der deutsche Fußball-Meister VfB Stuttgart seine Krise ausgerechnet im prestigeträchtigen Baden-Württemberg-Derby endgültig beendet und den Höhenflug des Karlsruher SC vorerst gestoppt. Den Schwaben gelang durch das 3:1 (2:0) gegen den Erzrivalen aus Baden der erhoffte Befreiungsschlag nach zuvor drei Pleiten in den vergangenen vier Spielen.
Stürmer Mario Gomez mit seinem elften Saisontor (5.), sein Nationalmannschaftskollege Roberto Hilbert (25.) sowie Cacau (88.) besiegelten den 25. Sieg des VfB im 42. Derby gegen die Karlsruher, die nunmehr seit 43 Jahren auf einen Erfolg in Stuttgart warten. Den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer erzielte Tamas Hajnal (81.).
Der Titelverteidiger, der den Rückstand auf den KSC auf zwei Zähler verkürzen konnte, hat wieder Anschluss zu den internationalen Tabellenplätzen gefunden. Der Aufsteiger verpasste indes durch die erste Pleite nach zuvor fünf Partien ohne Niederlage die Chance, im Kampf um die Uefa-Cup-Ränge weiter Boden gut zu machen.
Der Sieg im "Derby der Wahrheit" wirkte wie Balsam auf die geschundene Meisterseele. Doch die Profis des "Patienten" VfB Stuttgart wollten nach dem 3:1 (2:0)-Erfolg im prestigeträchtigen 42. Baden-Württemberg-Duell gegen den Karlsruher SC noch nichts von einer vollständigen Genesung wissen.
"Das war lediglich ein weiterer Schritt nach vorne. Aber wir sind noch längst nicht so souverän wie im Meisterjahr", relativierte Stuttgarts Nationalspieler Roberto Hilbert nach dem zweiten Sieg in Folge und verdrängte vermeintliche Gedanken an den Uefa-Cup: "Wir fangen jetzt nicht gleich wieder an, nach oben zu schauen. Es geht nur Stück für Stück auf den Erfolgsweg zurück."
Auch VfB-Trainer Armin Veh mochte drei Tage vor dem Viertelfinale im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten Carl Zeiss Jena am Dienstag (19 Uhr) nicht von der endgültigen Wende zum Guten reden. "Wir werden uns die Bescheidenheit erhalten", erklärte der Meistercoach - und hatte auch allen Grund zur Skepsis.
Wie bereits eine Woche zuvor beim Sieg im Auswärtsspiel beim MSV Duisburg (3:2) gerieten die Schwaben gegen die spielerisch überlegenen Karlsruher trotz einer komfortablen 2:0-Halbzeitführung durch den elften Saisontreffer von Nationalspieler Mario Gomez (5.) und ein Abseitstor von Hilbert (25.) erneut in Bedrängnis.
Nach dem Anschlusstor durch KSC-Spielmacher Tamas Hajnal (81.) verloren die Gastgeber dann völlig den Faden. "Es ist immer das Gleiche zur Zeit. Wir fangen gut an, machen unsere Treffer und dann kommen wir nach einem Zufallsgegentreffer in Schwierigkeiten", haderte Stuttgarts Außenverteidiger Ludovic Magnin.
Wie der Schweizer Nationalspieler führt auch Hilbert die allgemeine Verunsichung des Meisters nach Rückschlägen auf den bisher enttäuschenden Saisonverlauf zurück. "Das ist dann eben eine Kopfsache. Daran müssen wir weiter arbeiten", forderte der Mittelfeldspieler, der ebenso wie sein Nationalmannschaftskollege Thomas Hitzlsperger aufsteigende Form zeigte.
Erst der eingewechselte Cacau (88.) erlöste die Hausherren mit seinem Treffer zum Endstand vor 55.000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion und läutete die VfB-Party auf den Rängen ein. Während die zuletzt so gebeutelten Meisterprofis im weiten Rund noch feierten, brachte Karlsruhes Christian Eichner das Manko des Aufsteigers an diesem Tag auf den Punkt.
"Ich habe es selten erlebt, dass Aufwand und Ertrag in so einem Missverhältnis standen wie diesmal. Uns hat die letzte Konsequenz gefehlt", kritisierte der Abwehrspieler im Anschluss an die erste Niederlage nach zuvor fünf Spielen ohne Negativerlebnis und fügte an: "Jetzt wissen wir wenigstens, dass wir noch nicht vom Uefa-Cup träumen dürfen."
Die Badener, die erst acht von 42 Derbys gegen den VfB gewannen, warten nun seit 43 Jahren (13. Februar 1965) auf einen Sieg in Stuttgart. Trainer Edmund Becker wollte mit seinen Profis aber nicht allzu hart ins Gericht gehen.
"Ich kann meiner Mannschaft eigentlich keinen Vorwurf machen. Höchstens den, dass sie 30 Meter vor dem Tor nicht das notwendige Durchsetzungsvermögen gezeigt hat", meinte Becker nach der sechsten Saisonniederlage. Für Negativschlagzeilen sorgten unterdessen einige KSC-Fans, die nach einer Stunde Leuchtraketen warfen und für eine kurze Spielunterbrechung sorgten.
Die KSC-Fans schossen in der 58. Minute gleich ein Dutzend Leuchtraketen ab, die auf dem Spielfeld landeten. Das Spiel wurde für kurze Zeit unterbrochen.
Statistik:
Stuttgart: Ulreich - Beck, Fernando Meira, Delpierre, Magnin - Pardo - Hilbert, Bastürk (65. Antonio da Silva), Hitzlsperger - Gomez (78. Khedira), Marica (67. Cacau). - Trainer: Veh
Karlsruhe: Miller - Görlitz, Eggimann, Franz, Eichner - Mutzel, Aduobe (55. Freis) - Timm, Hajnal, Iaschwili (71. Carnell) - Kennedy (71. Kapllani). - Trainer: Becker
Schiedsrichter: Markus Merk (Otterbach)
Tore: 1:0 Gomez (5.), 2:0 Hilbert (25.), 2:1 Hajnal (81.), 3:1 Cacau (88.)
Zuschauer: 55.000 (ausverkauft)
Beste Spieler: Pardo, Gomez - Eggimann, Hajnal
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: Bastürk - Hajnal (5)
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