Nationalspieler unzufrieden: VfB Stuttgart lässt Hitzlsperger ziehen
zuletzt aktualisiert: 29.01.2010 - 07:48Stuttgart (RP). Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart überlässt Nationalspieler und Ex-Kapitän Thomas Hitzlsperger offenbar die Entscheidung über einen möglichen Wechsel noch vor dem Ende der Wintertransferperiode. "Er wird von uns bei seinen Entscheidungen unterstützt. Er ist ein verdienter Spieler und wird von uns auch so behandelt", sagte Manager Horst Heldt.
"An Spekulationen möchte ich mich nicht beteiligen, aber wir stehen in Kontakt zu ihm und seinem Berater und müssen abwarten, was passiert."
Bundestrainer Joachim Löw hatte Hitzlsperger in einem Gespräch zuletzt klar gemacht, dass seine Chancen auf eine Nominierung für den deutschen WM-Kader schwinden würden, falls er nicht regelmäßig zum Einsatz komme. Der Mittelfeldspieler selbst hatte einen Last-Minute-Wechsel vor Ende der Frist am 31. Januar aber als "Notlösung" bezeichnet.
Trainer Christian Gross ließ derweil sogar offen, ob der Ex-Spielführer in der Partie am Sonntag gegen Borussia Dortmund überhaupt zum Aufgebot gehört. "Wenn er sich aufdrängt, wird er im Kader stehen", sagte der Schweizer. Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann kehrt nach abgelaufener Rotsperre ins Team zurück.
Christoph Metzelder wird im Sommer seine Zelte bei Real Madrid abbrechen. Weder Verein noch Spieler haben nach einer Saison, in welcher der 29-Jährige kaum zum Einsatz kam, Interesse, den Kontrakt zu verlängern. Laut "sky" sieht der Innenverteidiger durch die mangelnde Spielpraxis auch seine WM-Chancen auf Minimum abgesunken.
Metzelder ist bereit, gehörige Abstriche zu machen, um für Vereine interessant zu werden: "Ich muss meine Ansprüche herunterschrauben. Es muss keine Hausnummer wie Real sein. Ich möchte erst einmal wieder meinen Wert für eine Mannschaft unter Beweis stellen. Der Verein sollte Ziele haben. Es wäre auch reizvoll, bei einem Verein zu sein, der etwas aufbauen will." Bevorzugtes Ziel des Abwehrspielers bleibt die Bundesliga.
Kommentar von Martin Beils
Ein Trost ist es nicht für Thomas Hitzlsperger. Aber er ist nicht der einzige Darsteller aus dem Sommermärchen 2006, der es schwer hat. Christoph Metzelder sucht verzweifelt einen neuen Arbeitgeber. Von David Odonkor ist nichts mehr zu hören. Oliver Neuville gehört in Gladbach lange nicht mehr zur ersten Garde. Bei Mike Hanke und Gerald Asamoah wundert man sich heute, dass sie zum Aufgebot gehörten. Und auf Abruf stand 2006 ein gewisser Paul Freier bereit. Bitter für die Genannten, dass sie heute nicht mehr gefragt sind. Ein gutes Zeichen aber für den deutschen Fußball. Er bringt viele Talente hervor, die ältere Kollegen gut ersetzen können.
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