1. Bundesliga 17/18
| 12.52 Uhr

Heldt und Breitenreiter loben Referee
Werbung für den Videobeweis – zur Nachahmung empfohlen

Fotos: Videobeweis bestätigt Borussia-Elfer in der Nachspielzeit
Fotos: Videobeweis bestätigt Borussia-Elfer in der Nachspielzeit FOTO: dpa, fg nic
Meinung | Düsseldorf. Der Videobeweis stand auch am 7. Spieltag wieder im Fokus. In Mönchengladbach betrieben Hannovers Sportdirektor Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter die wohl effektivste Werbung, die der Videobeweis bislang erfahren durfte. Von Stefan Klüttermann

Dass der Videobeweis mal dazu erdacht worden war, strittigen Szenen in einem Fußballspiel den Diskussionsgehalt zu entziehen, entlockt Profis, Fans und Medien heute nur noch ein müdes Schmunzeln. Die Realität zeigt: Es wird nicht weniger, sondern mehr diskutiert. Vor allem über das noch zu zeitintensive Prozedere des Videobeweises, der das Spiel schon mal für inakzeptable drei Minuten unter Vorbehalt stellt. Für eine steigende Akzeptanz des neuen Hilfsmittels braucht es deswegen vor allem zweierlei: Entscheidungen, die via Bildschirm von falsch auf richtig korrigiert werden, und Protagonisten, die das Prozedere Videobeweis in öffentlichen Statements stärken.

Beides hatte dieser Spieltag zu bieten. So wurden in Wolfsburg und Frankfurt Elfmeterpfiffe nach Ansicht der TV-Bilder richtigerweise in Freistoßentscheidungen umgemodelt. Und in Mönchengladbach betrieben Hannovers Sportdirektor Horst Heldt und Trainer André Breitenreiter die wohl effektivste Werbung, die der Videobeweis bislang erfahren durfte - obwohl der Videobeweis ihre Niederlage besiegelt hatte. "Der Schiedsrichter hat alles richtig gemacht. Er hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, er hat sich beraten", lobte Heldt, nachdem Schiedsrichter Christian Dingert in der letzten Minute seine Entscheidung auf Elfmeter für Gladbach nach Videovergewisserung bestätigt sah. "Fußball soll gerecht sein", sagte Breitenreiter. Es waren bemerkenswerte Reaktionen, die zur Nachahmung empfohlen seien, will der Videobeweis eine Zukunft haben.

Denn die Beteiligten im Profizirkus wissen nur zu genau, dass der zweite Blick, richtig angewandt, den Fußball unter dem Strich tatsächlich gerechter macht. Und zweitens sind sich Spieler, Trainer und Manager zweifelsohne bewusst, wie sehr sie durch öffentlichkeitswirksames Genöle über den Videobeweis die Kurven noch mehr gegen das technische Hilfsmittel aufbringen können - Tenor: "Ihr macht unseren Sport kaputt!"

Dass der Videobeweis nicht dazu taugt, Diskussionen zu verhindern, ist übrigens gar nicht schlimm. Schließlich will der Fußball ein Sport bleiben, in dem der Mensch und damit Fehler ein Faktor bleiben. Ansonsten wäre es ein Videospiel.

Quelle: RP
 
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