Comeback auf Schalke?: Viel Gegenwind für Jens Lehmann
VON CHRISTOPH VOGEL - zuletzt aktualisiert: 21.06.2011 - 14:10Düsseldorf (RPO). Kommt er oder kommt er nicht? Jens Lehmann bleibt beim FC Schalke 04 als Zugang im Gespräch, genießt bei den Fans aber kaum noch Kredit. Dies wurde bei der Mitgliederversammlung vor wenigen Tagen deutlich. Sportdirektor Horst Heldt hat den 41-Jährigen dennoch auf dem Zettel.
Neben der Abrechnung mit Ex-Trainer Felix Magath war die Personalie Lehmann das große Thema in der Emscher-Lippe-Halle in Gelsenkirchen. Zehn Jahre, von 1988 bis 1998, spielte der gebürtige Essener für den FC Schalke 04. Mit ihm zwischen den Torpfosten entwickelte sich der Klub vom Zweitligisten zum Uefa-Cup-Sieger. Dann folgte der Torwart dem Ruf des AC Mailand und einer neuen Herausforderung. Lehmann blieb nur ein Jahr in der Serie A, ehe er sich Borussia Dortmund anschloss. Ausgerechnet Dortmund.
Fans votieren gegen Lehmann
Es war ein Tabubruch, der ihm von vielen Schalker Fans übel genommen wurde. Jetzt, über 13 Jahre nach seinem letzten Spiel für die Königsblauen, ist Lehmann erneut in aller Munde. Heldt muss die Torhüterposition nach dem Wechsel von Nationalspieler Manuel Neuer zum FC Bayern München neu besetzen. Mit Ralf Fährmann kam ablösefrei von Eintracht Frankfurt bereits ein Schlussmann, der Ansprüche auf den Platz im Tor stellen könnte. Der 22-Jährige bekommt aber unter Trainer Ralf Rangnick keine Stammplatzgarantie, das kündigte Heldt in der "Bild" bereits an: "Ich habe nie ein Hehl daraus gemacht, dass wir bei einem Verkauf von Manuel Neuer eventuell einen zweiten erfahrenen Torwart holen. Das weiß auch Ralf Fährmann, der nicht automatisch gesetzt ist. Erst in der Vorbereitung entscheidet sich, wer die Neuer-Lücke schließt und unsere Nummer 1 wird".
Es gäbe laut Heldt verschiedene Szenarien, zu denen auch Jens Lehmann gehöre. Auf der Mitgliederversammlung stieß die mögliche Verpflichtung des zwischenzeitlich zurückgetretenen und momentan vereinslosen Lehmann auf wenig Gegenliebe bei den Fans. Die Anhänger quittierten die Personalie mit Buh-Rufen und einem Pfeifkonzert. Ein Mitglied forderte am Abend gar eine spontane Abstimmung über Lehmann. Laut der "Bild" habe sich eine klare Mehrheit bei dieser inoffiziellen Wahl gegen eine Verpflichtung ausgesprochen.
Heldt gab sich angesichts dieser Reaktion der Fans enttäuscht: "Jens Lehmann hat uns nichts getan, Ralf Fährmann hätte mit ihm kein Problem". Fährmann vielleicht nicht, dafür aber ein großer Teil der Fans. Derzeit büffelt Lehmann im selben Lehrgang wie Oliver Kahn für den DFB-Trainerschein. Für den FC Arsenal kehrte er in der vergangenen Saison kurzfristig noch einmal auf die große Fußballbühne zurück. Ein erneutes Comeback ist nicht gänzlich auszuschließen. "In meinem Leben habe ich soviel gemacht, dass ich nie etwas grundsätzlich ausschließen würde, aber meine Lebensplanung sieht anders aus", sagte Lehmann.
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