Hertha-Coach hat viel Arbeit: Viele Probleme – Skibbe schon im Stress
zuletzt aktualisiert: 27.12.2011 - 17:14Berlin (RPO). Während sich seine Kollegen im Weihnachtsurlaub von den Strapazen der Hinrunde erholen, steckt Herthas neuer Trainer Michael Skibbe schon mitten in der Arbeit. Der 46-Jährige ist gleich an mehreren Fronten aktiv.
Ein kurzer Weihnachtsurlaub, dann startete Michael Skibbe mit Hochdruck die Mission Klassenerhalt bei Hertha BSC. Der Neu-Trainer des Fußball-Bundesligist düste Dienstag in die Türkei, um Co-Trainer Edwin Boekamp loszueisen. Daneben muss Skibbe das Trainingslager vorbereiten, Verstärkungen für die Abwehr holen und die Mannschaft kennenlernen - in gut drei Wochen startet schon die Rückrunde.
Wichtigste Aufgabe ist die Verstärkung der Mannschaft. Mit Manager Michael Preetz wurde die personelle Lage schon mehrfach besprochen. "Wir haben uns darauf verständigt, was der Kader, was die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Klubs hergeben", sagte Skibbe Sport1.
Personell nachbessern
Der hochverschuldete Klub wollte eigentlich sparen, zumal der Trainerwechsel teuer genug war. Doch nun scheint auch Preetz einzusehen, dass man personell nachbessern muss.
Vor allem in der Innenverteidigung benötigen die Berliner dringend Verstärkungen. Maik Franz fällt wegen seiner schweren Knieverletzung Monate aus. Roman Hubnik und Andre Mijatovic erlaubten sich in der Hinrunde zu viele Patzer. U21-Nationalspieler Sebastian Neumann drängte sich bislang nicht auf.
Neben der Abwehr bereitet Skibbe aber auch das Mittelfeld Probleme - zumindest für die ersten Spiele der Hinrunde. Der Brasilianer Raffael wurde nach dem letzten Ligaspiel bei 1899 Hoffenheim (1:1) für vier Spiele gesperrt. Selbst wenn Hertha die Strafe durch den Einspruch auf drei Partien reduziert, fehlt der technisch starke Spielmacher in den wichtigen Spielen zum Auftakt.
Eine Lösung scheint indes bei der Frage des Co-Trainers in Sicht. Skibbes langjähriger Assistent Edwin Boekamp löste am Dienstag seinen Vertrag bei Skibbes bisherigem Klub Eskisehirspor auf.
Skibbe vom Ex-Klub enttäuscht
Ob sein Weg nun automatisch nach Berlin führt, blieb aber noch offen. "Natürlich möchte ich gern mit Michael Skibbe weiter zusammen arbeiten. Wir kennen uns schon lange und sind ein Team. Und Hertha ist natürlich eine tolle Adresse. Aber ich habe noch nicht mit den Berlinern gesprochen, dafür ging die Entwicklung jetzt zu schnell", sagte Boekamp der Berliner Morgenpost.
Skibbe zeigte sich generell vom Verhalten seines Ex-Klubs enttäuscht. "Ich hatte einige Hühnchen mit dem Vorstand von Eskisehirspor zu rupfen. Das hat mich viel Substanz gekostet", sagte der Neu-Berliner zu Sport1. Problematisch sei gewesen, dass der Klub gegen seinen Willen Mitarbeiter entlassen habe. "Auf Dauer hätte es keine richtig gute Zukunft gegeben", so Skibbe.
Mit der Entscheidung für Boekamp dürften in Berlin die Tage von Co-Trainer Rainer Widmayer endgültig gezählt sein. Der 44 Jahre alte Schwabe wurde nach dem 3:1-Sieg im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern noch von Fans und Spielern gefeiert. Zwar wollte Skibbe noch einmal mit Widmayer reden, weil der langjährige Assistent von Markus Babbel die Berliner Mannschaft bestens kennt, doch Widmayer scheint ein weiteres Engagement auszuschließen.
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