2. Bundesliga-Spieltag: Vier Verlierer unter Druck
VON STEFAN KLÜTTERMANN UND FRIEDHELM KÖRNER - zuletzt aktualisiert: 13.08.2011 - 12:07Düsseldorf (RP). Sie waren die größten Verlierer des ersten Spieltags in der Fußball-Bundesliga: Bayern München (0:1 gegen Borussia Mönchengladbach), der FC Schalke (0:3 in Stuttgart), der 1. FC Köln (0:3 gegen den VfL Wolfsburg) und Bayer Leverkusen (0:2 in Mainz). Deshalb steht das Quartett schon jetzt unter Druck, bei einer weiteren Niederlage könnte die Unruhe heftig werden. In Gelsenkirchen kommt es dabei zum Duell der Enttäuschten: Schalke gegen Köln. Titelfavorit Bayern hat bei seinem ehemaligen Trainer Felix Magath in Wolfsburg anzutreten – ein brisantes Wiedersehen. Leverkusen muss den Fehlstart zu Hause gegen Werder Bremen ausbügeln.
FC Bayern "Vielleicht will man die Konkurrenz täuschen", kommentierte Franz Beckenbauer mit der ihm eigenen Ironie den peinlichen Ausrutscher des Rekordmeisters gegen Gladbach – um dann aber gleich sachlich hinzuzufügen: "Da war überhaupt keine Raffinesse. Immer das Gleiche über die Flügel, immer wieder Flanken auf den Mittelstürmer." Dann sprach der Kaiser im Blick auf die Partie in Wolfsburg Klartext: "Das Spiel wird eine harte Aufgabe. Ich möchte nicht darüber nachdenken, was ist, wenn es die zweite Niederlage gibt. Dann wäre in München einiges los."
Grundsätzliches müsse das Team sich ändern, aggressiver werden, fordert Bayern-Sportchef Christian Nerlinger vor dem Zusammentreffen der beiden ältesten Trainer der Bundesliga, Felix Magath (58) und Jupp Heynckes (66). Gladbach sei vergessen, unterstreicht Münchens französischer Star Franck Ribéry. "Jetzt müssen wir aber in Wolfsburg gewinnen. Das ist sehr wichtig." Ausgerechnet in dieser Begegnung fällt der niederländische Weltstar Arjen Robben wegen starker Rückenbeschwerden aus.
Schalke Vier Niederlagen kassierten die Gelsenkirchener zu Beginn der vergangenen Saison. Richtig erholen konnten sie sich von dieser Misserfolgsserie nicht. Am Ende sprang ein enttäuschender Platz heraus – Rang 14. Saisonübergreifend hat der Revierklub unter Trainer Ralf Rangnick in der Liga sogar fünf Spiele hintereinander verloren. Beim 4:1-Sieg am Dienstag gegen Zypern im U21-Länderspiel zeigten Lewis Holtby (zwei Tore) und Julian Draxler (ein Treffer) starke Leistungen.
Jetzt sollen sie auch auf Schalke für eine dynamische Offensive sorgen – was bei Holtby eine deutliche Steigerung gegenüber seinem schwachen Auftritt in Stuttgart bedeutet. Anders als vor Wochenfrist darf Draxler wohl auf eine Nominierung für die Startelf hoffen. Jefferson Farfán fällt immer noch aus, womöglich erhält Zugang Ciprian Marica eine erste Chance.
Köln Trainer Stale Solbakken hat bei seinem Team schon beim Saisonstart Druck ausgemacht. "Die Spieler haben ein wenig ängstlich gespielt", fand der Norweger. "Viele Dinge sind neu. Und unter Druck denkt man dann eben etwas zu viel nach." Heute muss der Coach auf Milivoje Novakovic verzichten. Der mit 17 Treffern in der vergangenen Saison beste Kölner Torschütze fehlt wegen einer Gelb-Roten Karte aus der Partie gegen Wolfsburg. Eine Schwächung, die das Team erheblich treffen kann, zumal Lukas Podolski noch nicht recht Fahrt aufgenommen hat. "Wir haben die Qualitäten in der Mannschaft", versichert der neue Kapitän Pedro Geromel. "Aber wir brauchen noch Zeit." Zeit? Das ausgerechnet in Köln mit seinem nervösen Umfeld?
Leverkusen Im Pokal gescheitert (3:4 in Dresden), den Start in der Bundesliga vermasselt: Bayer 04 und Trainer Robin Dutt stehen vor dem Heimspiel gegen Bremen schon gehörig unter Dampf. Das Problem im Tor soll nun der unter der Woche aus Stuttgart verpflichtete Bernd Leno (19) lösen. "Es gibt eine Wahrscheinlichkeit, dass er spielt", sagt Dutt.
Eine andere Wahrscheinlichkeit tendiert dagegen gegen null: Die, dass Simon Rolfes und Michael Ballack bei Bayer gemeinsam in der Startelf stehen. "Beide sind Strategen und sich damit zu ähnlich", sagt Dutt. Die Chance, dass einer spiele, sei hoch, die, dass beide spielen, nicht, erklärt der Coach. Ballack hatte in Mainz 90 Minuten auf der Bank gesessen, Rolfes war nach einer Stunde ausgewechselt worden. Dutt: Es müsse aber für jeden eine Ehre sein, bei einem Verein wie Leverkusen auf der Bank zu sitzen.
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