Streit um Helmes-Transfer: Völler: Ich erkläre Daum gern, was Moral ist
VON UDO BONNEKOH - zuletzt aktualisiert: 02.02.2007 - 10:24Leverkusen (RP/RPO). Eine Freundschaft scheint beendet. Rudi Völler und Christoph Daum holten nach dem Transfergerangel um Patrick Helmes zum großen Schlagabtausch aus.
Daum: „Alle moralischen Sitten werden über Bord geworfen.“
Völler: „Ich bin total enttäuscht. Aber es ist ja keine Überraschung, menschlich von Daum enttäuscht zu sein.“
Rudi Völler gibt sich tatsächlich alle erdenkliche Mühe, ein verträglicher Mensch zu sein. Aber wenn Bayers Sportchef was gegen den Strich geht, muss es ohne Rücksicht auf Verluste raus wie seinerzeit, als dem damaligen Teamchef der Nationalmannschaft die „Gurus und Ober-Gurus“ des deutschen Fußballs quer kamen und Weizenbier-Waldi nach einem 0:0 auf Island dafür herhalten musste.
Nun hat sich Völler wieder in einen emotionalen Ausnahmezustand begeben. Ziel der schneidigen Attacke in Harnisch ist der neu-kölsche Trainer Christoph Daum, einst Völlers geachteter Mitstreiter in Leverkusen und jetzt lautstarker Beschwerdeführer wegen vermeintlicher Verfehlungen Bayers in der Personalie Patrick Helmes (22).
„Wenn Christoph Daum über Moral redet und davon, dass Bayer im Zusammenhang mit unserer Verpflichtung von Patrick Helmes einen Imageschaden erlitten hat, ist das abenteuerlich. Dazu fällt mir absolut gar nix mehr ein. Ich kann mit ihm gerne in einem Vier-Augen-Gespräch klären, was Moral ist“, sagte der 46-Jährige. Und der bewanderte Zeitgenosse fühlte sich gleich erinnert an Daums schäbigen Abgang nach der Kokain-Affäre 2000.
Völler wehrte sich auch deshalb gegen den Foul-Vorwurf aus Köln, weil der FC unterrichtet gewesen sei vom Leverkusener Interesse am Junioren-Nationalspieler. Der Angreifer wird spätestens im Sommer 2008 zu Bayer wechseln. „Dass wir aus Köln was auf die Nuss bekommen würden, war mir bewusst. Aber nicht in dieser Form, weil alles korrekt abgelaufen ist“, bekräftigte Völler, „der Spieler war auf dem Markt und will in die Bundesliga.“
Wenn denn bald der Pulverdampf verzogen ist, will sich Völler „mit meinem Freund Wolfgang Overath“ an einen Tisch setzen. Und die beiden werden darüber sprechen, was die Kölner Neigung denn steigern könnte, Helmes schon 2007 über den Rhein ziehen zu lassen. So drei, vier Millionen Euro müssten’s wohl sein.
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