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Jubel Bayern München panorama ddp 2010
  Foto: ddp, ddp

Showdown in der Bundesliga: Wer wird Meister, wer steigt ab?

VON JOHANNES BORNEWASSER - zuletzt aktualisiert: 13.04.2010 - 10:21

Düsseldorf (RPO). Der FC Bayern hat durch das Remis in Leverkusen (1:1) die Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschale verpasst. Doch durch die überraschende Niederlage des FC Schalke in Hannover starten die Bayern mit zwei Punkten Vorsprung als erster Anwärter auf den Titel ins Saisonfinale.

Der Kampf um die Meisterschaft

1. Bayern München 60 Punkte
2. Schalke 04 58 Punkte
3. Bayer Leverkusen 54 Punkte

In den vier ausstehenden Partien erwartet die Bayern von Coach Louis van Gaal ein vermeintlich leichtes Restprogramm. Während am 32. Spieltag Borussia Mönchengladbach als zuletzt starkes Team auf die Münchner zukommt, steht der Rekordmeister bei seinen Heimspielen gegen Hannover und Bochum sowie am letzten Spieltag bei Schlusslicht Berlin vor durchweg lösbaren Aufgaben.

Verfolger Schalke 04 musste nach der 1:2-Heimniederlage gegen die Bayern nicht nur die Tabellenführung an den Rivalen abgeben, durch das desaströse 2:4 in Hannover verpassten die Königsblauen auch die Rückkehr an die Spitze. Erschwerend kommt zum Kampf um die Schale das im Vergleich zu den Bayern schwierigere Restprogramm hinzu. Das Team von Felix Magath trifft daheim auf Mönchengladbach und muss zudem auswärts in Berlin ran. Hier erwarten die Fans nach den vergangenen Spielen noch Wiedergutmachung. Doch im letzten Spiel vor heimischer Kulisse wartet in Werder Bremen ein echter Brocken auf die Schalker. Dagegen erscheint Mainz am letzten Spieltag eher als Kanonenfutter.

Auch Leverkusen hätte für eine echte Trendwende am vergangenen Wochenende mehr erreichen müssen. Zwar ist ein 1:1 gegen den FC Bayern ehrbar, doch für ein spannendes Saisonfinale hätte es wohl schon ein „Dreier“ sein müssen. Für die Champions-League-Qualifikation ist für die Heynckes-Elf nun ein Schlussspurt vonnöten. Im VfB Stuttgart wartet jedoch die stärkste Rückrundenmannschaft auf die Bayer-Elf, die sich vorsorglich den Begriff „Vizekusen“ sichern ließ. Im Anschluss steht die Werkself gegen Hannover 96 und Hertha BSC Berlin vor lösbaren Aufgaben. Die Partie in Mönchengladbach zum Saisonabschluss verspricht auf dem Papier dagegen einen höheren Schwierigkeitsgrad. Dennoch: Sollte es wider Erwarten zum Schluss noch einmal um alles gehen, wäre Gladbach nicht die richtige Ausrede für ein erneut verpatztes Saisonfinale.

Internationale Plätze

4. Borussia Dortmund 52 Punkte
5. Werder Bremen 51 Punkte
6. Hamburger SV 48 Punkte
7. VfB Stuttgart 47 Punkte
8. VfL Wolfsburg 46 Punkte
9. Eintracht Frankfurt 44 Punkte

Rein rechnerisch ist auch für Borussia Dortmund noch alles drin. Doch ehrlicherweise muss sich der BVB über die starke Saison freuen und wird abgesehen von Europa-League-Plätzen keine veränderten Saisonziele mehr anpeilen. Am vergangenen Wochenende gab es in Mainz eine 0:1-Pleite, doch für den Kampf ums internationale Geschäft ist weiter alles drin. Dafür müssten allerdings Punkte aus den Heimspielen gegen Hoffenheim und Wolfsburg her. Zählbare Mitbringsel von den Touren nach Nürnberg und Freiburg sind für die laufstarke Truppe von Coach Jürgen Klopp wohl ebenfalls kalkuliert.

Gegen Freiburg hat Werder Bremen bereits eine Duftmarke gesetzt. Am vergangenen Wochenende kam der Pokalsieger zu einem 4:0-Erfolg und nutzte damit den Patzer des Ruhrpott-Rivalen. Während am 32. Spieltag im 1. FC Köln eine lösbare Aufgabe wartet, muss Thomas Schaaf mit seinen Schützlingen in Wolfsburg und auf Schalke schon deutlich mehr abrufen. Die Zusatzeinnahmen aus dem internationalen Geschäft sind den Werderanern durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale eh sicher.

Der Hamburger SV, der VfB Stuttgart, der VfL Wolfsburg und sogar Eintracht Frankfurt wollen ebenfalls im kommenden Jahr absahnen. Doch dazu sind aus den vergangenen vier Partien mindestens drei Sieg notwendig, im Fall der Eintracht sogar deren vier.

Spannend werden somit die direkten Duelle Wolfsburg gegen Bremen (30. Spieltag), Wolfsburg gegen Dortmund (vorletzter Spieltag), Frankfurt gegen Wolfsburg (letzter Spieltag) und Bremen gegen Hamburg (letzter Spieltag).

Kampf um den Klassenerhalt

14. 1. FC Nürnberg 28 Punkte
15. VfL Bochum 28 Punkte
16. Hannover 27 Punte
17. SC Freiburg 25 Punkte
18. Hertha BSC Berlin 22 Punkte

Im Tabellenkeller geht es noch heißer her. Bereits seit der Hinrunde schwebt das Abstiegsgespenst über dem Berliner Olympiastation. Fünf Zähler fehlen dem Hauptstadtklub aktuell für das Erreichen der Relegation. Dazu kommt das schwierige Restprogramm. Friedhelm Funkel muss mit seinen Jungs nach Frankfurt reisen. Im Anschluss warten die Partien gegen das Führungstrio der Liga. Hier hilft Hertha wohl auch der Einspruch beim DFB wegen zahlreicher Benachteiligungen nicht mehr.

Auch beim Vorletzten aus Freiburg schwindet die Hoffnung. Drei Punkte benötigen die Breisgauer für das Erreichen des rettenden 15. Platzes. Das klingt zunächst machbar, werden doch noch zwölf Zähler verteilt. Doch Robin Dutt trifft mit seiner Mannschaft nach der Partie gegen Abstiegskonkurrent Nürnberg zunächst daheim auf den VfL Wolfsburg. Daraufhin muss der SC nach Köln, bevor die Saison mit einem Heimspiel gegen den BVB abgeschlossen wird. Die Planungen für eine Zweitligasaison dürften in Freiburg daher bereits sehr konkrete Formen angenommen haben.

In Hannover herrscht nach dem Überraschungssieg gegen Schalke (4:2) wieder Zuversicht. Coach Mirko Slomka muss mit seinem Gefolge allerdings zunächst in München antreten. Im Anschluss an dieses schwierige Los wartet Leverkusen. Dagegen scheint das Heimspiel gegen Gladbach und die Partie beim VfL Bochum lösbar.

Doch auch Bochum steht nach der jüngsten 1:2-Heimniederlage unter Zugzwang. Zunächst muss der Revierklub nach Köln reisen, bevor im Heimspiel gegen den VfB und der Reise nach München zwei echte Brocken aus dem Weg geräumt werden müssen. Und dann wartet ja noch der Schowdown gegen 96.

Nürnberg geht von den Kellerkindern mit der besten Ausgangsposition ins Rennen. Doch die „Clubberer“ haben nur drei Zähler Vorsprung auf die „rote Zone“ der Liga. Da macht das vermeintlich leichteste Restprogramm Mut: Erst steht ein Auswärtsspiel in Freiburg an. Anschließend kommt jedoch der BVB in den Süden, bevor der FCN in die Hansestadt Hamburg reist. Ein Sieg gegen den 1. FC Köln am letzten Spieltag ist Pflicht.


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