Bremen - Karlsruhe 4:0: Werder demontiert Aufsteiger KSC
zuletzt aktualisiert: 10.11.2007 - 17:28Bremen (RPO). Ein Doppelschlag von Diego hält Werder Bremen in der Bundesliga weiter im Titelrennen. Der brasilianische Nationalspieler brachte die Hanseaten mit zwei Toren in der 25. und 45. Minute sein Team beim verdienten 4:0 (2:0) gegen Neuling Karsruher SC auf die Siegerstraße.
"Die Bayern sind ja auch nicht unschlagbar", sagte Nationalspieler Tim Borowski und schien sich über die 1:3-Schlappe des Rekordmeisters beim Titelverteidiger VfB Stuttgart fast mehr zu freuen als über den eigenen Pflichtsieg.
Ein Erfolg und gleichzeitig eine Bestätigung für Werder-Trainer Thomas Schaaf, der die 1:2-Niederlage in der Champions League bei Lazio Rom nicht zum Anlass nahm, verbal auf die Mannschaft einzuprügeln, im Gegenteil. Sportdirektor Klaus Allofs: "Es war richtig, nach dieser Enttäuschung nicht durchzudrehen und nicht draufzuhauen. Dass die Leistung schlecht war, wussten die Spieler selbst."
Und der, der nach seinem Platzverweis in Rom am meisten gutzumachen hatte, verzückte zum wiederholten Male die 39.669 Zuschauer im fast ausverkauften Weserstadion. Mit einem Schlenzer der Extraklasse in der 25. und einem überlegt abgeschlossenen Alleingang in der 45. Minute legte Diego weit mehr als den Grundstein zum am Ende völlig ungefährdeten Erfolg. "Ich war hochmotiviert", sagte der Brasilianer, zufrieden war der Mittelfeldregisseur nach eigenem Bekunden noch nicht: "Das bin ich erst, wenn wir ganz oben stehen."
Dafür fehlen den Hanseaten nur noch ein Punkt und acht Tore, für Allofs keine Überraschung. "Mir war immer klar, dass diese euphorische Stimmung um die Bayern nicht eine ganze Saison lang anhalten würde. Wir haben immer gesagt, dass sie noch längst nicht Meister sind", formulierte der Ex-Nationalspieler. Weitere Treffer durch Hugo Almeida in der 66. und Naldo in der 76. Minute sorgten immerhin schon mal dafür, dass der Erzrivale in der Statistik der geschossenen Tore mit 30:28 vorerst überflügelt wurde.
Nach sechs Spielen ohne Niederlage zahlten die Gäste an der Weser kräftig Lehrgeld, doch Coach Edmund Becker versuchte, aus dem unangenehmen Ergebnis noch das Beste zu machen. "Speziell in der zweiten Hallbzeit mussten wir lernen, dass noch Einiges zu tun ist. Ich hoffe, meine Spieler haben die Gelegenheit genutzt und beim Gegner ein wenig abgeschaut", bilanzierte der 51-Jährige.
Doch nach 23 Punkten aus 13 Spielen und dem vierten Tabellenplatz darf der Neuling mit dem bislang Erreichten mehr als zufrieden sein. Und wenn es nach Werder-Trainer Schaaf geht, dürfen und sollen die Badener gern erstklassig bleiben: "Sie tun der Liga gut und sind eine Bereicherung.
Ob Carlos Alberto, mit einer Ablöseumme von 7,8 Millionen Euro der teuerste grün-weiß Transfer aller Zeiten, eine Bereicherung des Bremer Spiels sein wird, darüber gab sein Kurzeinsatz über zwölf Minuten gegen den KSC noch keine Aufschlüsse. Der Brasilianer, wegen rätselhafter Schlafstörungen monatelang außer Gefecht, soll so langsam an die Mannschaft herangeführt werden. Schaaf wollte mit der Einwechslung des Südamerikaners ein Zeichen setzen: "Er sollte ohne Druck eine enge Beziehung zum Team spüren."
Bremen: Wiese - Fritz, Mertesacker, Naldo, Pasanen - Jensen - Andreasen (72. Vranjes), Borowski - Diego (78. Carlos Alberto) - Rosenberg, Hugo Almeida (72. Mosquera). - Trainer: Schaaf
Karlsruhe: Kornetzky - Görlitz, Eggimann, Franz, Eichner (56. Freis) - Mutzel, Porcello - Timm, Hajnal, Carnell (76. Buck) - Kapllani (56. Iaschwili). - Trainer: Becker
Schiedsrichter: Helmut Fleischer (Sigmertshausen)
Tore: 1:0 Diego (25.), 2:0 Diego (45.), 3:0 Hugo Almeida (66. ), 4:0 Naldo (76.)
Zuschauer: 39.669
Beste Spieler: Jensen, Diego - Görlitz, Hajnal
Rote Karten: keine
Gelb-Rote Karten: keine
Gelbe Karten: - Franz (4), Eichner
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