1. Bundesliga 16/17
| 17.45 Uhr

Schon fast 40 Millionen Euro ausgegeben
Bundesliga auf Wintertransfer-Rekordkurs

Die Wintertransfers der Bundesligisten
Die Wintertransfers der Bundesligisten FOTO: dpa, geb nic
Düsseldorf. In der Bundesliga wackelt vor dem Rückrunden-Start am Freitag schon wieder ein Rekord. Die 18 Vereine des Oberhauses haben in der laufenden Winter-Transferperiode ohne auch nur einen wirklich namhaften Einkauf fast 40 Millionen Euro ausgegeben und könnten damit den Höchstwert von gut 65 Millionen Euro aus dem Vorjahr übertreffen. Der Markt schließt am 1. Februar.

Die bisherige Transferbilanz weist für die deutsche Eliteklasse einen negativen Saldo von 8,75 Millionen Euro aus. Ausgaben von 36,35 Millionen Euro standen Einnahmen von 27,6 Millionen gegenüber - einen Großteil macht der Wechsel von Timm Klose (VfL Wolfsburg) in die Premier League zu Norwich City für etwa 11 Millionen aus.

Vor Jahresfrist hatte der Transfer des Weltmeisters Andre Schürrle vom FC Chelsea zum VfL Wolfsburg für stolze 32 Millionen Euro die bis dato getätigten Investitionen der Bundesliga-Vereine buchstäblich in letzter Minute mehr als verdoppelt und auf Rekordhöhe geschraubt. Abgesehen von Schürrle hatten die Topklubs im Winter 2015 lediglich mit insgesamt 30,4 Millionen Euro für den zweiten Saisonabschnitt nachgerüstet.

Doch zumindest diese Marke ist nach dem "Sommer-Wahnsinn" nur noch Makulatur - obwohl bisher Mittelmaß Trumpf war. Dafür steht auch der bislang prominenteste Zugang der Liga: Weltmeister Kevin Großkreutz versucht sich "als ewiger Dortmunder" beim Abstiegskandidaten VfB Stuttgart nach seinem misslungenen Türkei-Abenteuer bei Galatasaray Istanbul an einem Neuanfang.

Bisheriger Transfermeister ist ausgerechnet Borussia Mönchengladbach: Nach zwei Winterpausen in Serie ohne personelle Nachbesserungen nahmen die Rheinländer aufgrund ihrer Verletzungsmisere viel Geld in die Hand. Sie holten den früheren Junioren-Nationalspieler Jonas Hofmann von Borussia Dortmund für acht Millionen Ablöse und liehen Martin Hinteregger für 2,5 Millionen Euro von RB Salzburg aus.

Mit unterschiedlichen Zielsetzungen und nur gut der Hälfte von Gladbachs Investitionen folgen Schalke 04 und Hannover 96 vorläufig schon auf Rang zwei der Transfer-Tabelle. Schalke gab für die Hoffnung auf die angestrebte Europacup-Teilnahme fünf Millionen Euro für Alessandro Schöpf (1. FC Nürnberg) aus, während Hannover sich für insgesamt die gleiche Summe mit fünf neuen Profis für den Kampf um den Klassenerhalt verstärkte.

Schalke entledigte sich allerdings auch einiger Kostenfaktoren und wurde dabei endlich auch seinen teuren "Bad Boy" Kevin-Prince Boateng an den AC Mailand los. Auch Meister Bayern München nutzt die Winterpause zur Verkleinerung seines Kaders: Jan Kirchhoff wechselte zum AFC Sunderland in die Premier League, Sinan Kurt, wie Kirchhoff einst mit großen Ambitionen zum Branchenführer gekommen, brachte durch seinen Transfer zu Hertha BSC sogar zwei Millionen Euro.

Naturgemäß suchen wie Hannover bisher besonders Kellerkinder und weniger das Establishment ihr Heil für die zweite Saisonhälfte in neuen Spielern. Eintracht Frankfurts Hoffnungen auf einen schnellen Klassenerhalt ruhen besonders auf dem mexikanischen Stürmer Marco Fabian, für den die Hessen 3,5 Millionen ausgaben. Der FC Augsburg holte für vier Millionen Euro auch noch einmal zwei neue Spieler.

Neben Großkreutz kehren zur Rückrunde weitere bekannte Gesichter auf die Bundesliga-Bühne zurück. Vertraut sind den Fans vor allem Frankfurts zweiter Neuzugang Szabolcs Huszti (früher FSV Mainz 05 und Hannover) sowie 96-Verstärkung Hugo Almeida, der schon bei Werder Bremen unter Hannovers neuem Trainer Thomas Schaaf arbeitete.

Zu den noch insgesamt sieben Klubs ohne Neueinkäufe gehört neben München und Borussia Dortmund etwas überraschend auch Schlusslicht 1899 Hoffenheim. Unverändert sind bisher die Kader von Bayer Leverkusen und Darmstadt 98.

(sid)
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