1. Bundesliga 17/18
| 15.43 Uhr

Bremer Marin in Topform
Zauberzwerg spielt groß auf

Das ist Marko Marin
Das ist Marko Marin FOTO: AP, AP
Bremen/Düsseldorf (RPO). Marko Marin steigert sich Woche für Woche. Mit Werder Bremen erreichte er das Finale im DFB-Pokal. Seine Chancen auf eine Nominierung für die Weltmeisterschaft in Südafrika steigen. Von Martin Beils und Tom Vaagt

Die anerkennenden Worte kamen von Herzen. "Ich freue mich für ihn", sagte Jos Luhukay, der Trainer des Zweitligisten FC Augsburg, "er hat eine tolle Entwicklung gemacht." Am Auftritt des Bremers Marko Marin im ersten Halbfinalspiel des DFB-Pokals hatte sogar der Coach der unterlegenen Mannschaft wenigstens ein bisschen Spaß. Die gemeinsame Zeit bei Borussia Mönchengladbach verbindet die beiden. Luhukay bezeichnete Werders Nummer zehn kürzlich sogar mal als den derzeit besten deutschen Profi.

Mit dem ersten Treffer beim Bremer 2:0-Sieg, der die Hanseaten zum zehnten Mal ins Endspiel brachte, stützte Marin dieses Urteil. Flinke Dribblings, überraschende Tempowechsel und vor allem kluge Pässe in die Spitze stechen aus dem Repertoire des 21-Jährigen hervor.

Als "Zauberzwerg" firmiert der 1,70 Meter große Marin wie einst in Gladbach jetzt an der Weser. Ganz Verwegene bezeichnen ihn als "Deutschlands Antwort auf Messi". Barcelonas argentinischer Superstar misst einen Zentimeter weniger als Marin. Aber dieser Vergleich ist deutlich zu hoch gegriffen.

Bundestrainer Joachim Löw, der ihn vor der EM 2008 noch ausmusterte, setzte im Test zuletzt gegen Argentinien zwar noch nicht auf ihn, doch Marins Entwicklung bleibt ihm nicht verborgen. Woche für Woche kommt er besser in Fahrt. Und damit steigen die Chancen, Anfang Mai bei den Auserwählten zu sein, die Löw in sein WM-Aufgebot holt.

"Das ist Normalität"

In den vergangenen acht Punktspielen summierten sich Marins Tore und Vorlagen zu neun Scorerpunkten. Mehr als einmal stellte er seinen vor allem im Herbst hoch gelobten Nebenmann Mesut Özil in den Schatten. Werders Manager Klaus Allofs, der im Sommer acht Millionen Euro Ablöse an Borussia Mönchengladbach überwies, meint: "Das ist kein Formhoch, das ist Normalität. Man sieht, wie wichtig er für uns ist."

Özil rief nach dem Einzug ins Endspiel das nächste große Ziel aus. "Jetzt werden wir alles dafür geben, um in der Bundesliga noch Platz drei und die Champions League zu erreichen. Wenn wir eine Serie starten, ist alles möglich. So weit ist Bayer Leverkusen nicht weg", sagte der Nationalspieler. Im Jubelrausch schien den Hanseaten plötzlich alles möglich, selbst eine auf den ersten Blick fast aussichtslose Aufholjagd.

Acht Punkte beträgt der Rückstand auf den Dritten aus Leverkusen – bei nur noch sieben ausstehenden Saisonspielen. "Wenn man wie wir auf Platz fünf steht, will man auf Rang vier. Und danach auf Platz drei", sagte Sportdirektor Klaus Allofs, und Kapitän Torsten Frings ergänzte: "Wenn eine der Mannschaften vor uns ausrutscht, müssen wir zur Stelle sein."

Dass die Leistung gegen Augsburg über weite Strecken keinen wirklichen Anlass gab, um von derartigen Höhenflügen zu träumen, rückte beinahe ein wenig in den Hintergrund. Nach starkem Beginn schlichen sich in das Spiel des Titelverteidigers zunehmend Nachlässigkeiten ein.

Quelle: RP
 
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