Neben der Spur: Zeichensprache in der Bundesliga
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 29.11.2010 - 16:24(RP). Es ist nicht immer leicht, seinem aktuellen Wohlbefinden auch ausreichend Ausdruck zu verleihen. Besonders Fußball-Profis sammeln in dieser Kategorie offensichtlich recht schnell ein gehöriges Defizit an. Dazu reicht es schon aus, wenn der böse Trainer unverschämter Weise auf die Dienste zunächst verzichtet und einem Kollegen den Vorzug gibt. So ist es Kevin Großkreutz ergangen, der entgegen seinem Nachnamen offenbar nicht immer mit sonderlich viel Selbstvertrauen durchs Leben stiefelt.
Also dieser Kevin Großkreutz, angestellt bei Borussia Dortmund, musste am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach auf der Bank Platz nehmen. Als er dann endlich eingewechselt wurde, da kam er prompt an den Ball und erzielte ein Tor. Selbstverständlich blickten alle auf ihn, was wohl auch der Kevin wusste, weshalb er diese Bühne für seine ganz persönliche Botschaft nutzte: Den Zeigefinger legte er an die Lippen. Da niemand gepfiffen hatte und so ein Tor ja grundsätzlich etwas ist, über das man durchaus sprechen und jubeln kann, bleibt viel Raum für Spekulationen.
Vielleicht hat sich Kevin ja an seinem Kaugummi verschluckt und deshalb an üblen Schluckbeschwerden gelitten. Das Zeichen war also mehr ein Hilferuf. Oder er war so stolz über seinen neuen Vertrag bis 2014, und er hätte am liebsten seinen Mitspielern über die Details berichtet. Vielleicht hat der Kevin auch einfach nicht weiter drüber nachgedacht. Kann passieren.
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