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Zum zehnten Mal gescheitert
"Traditionsverein" Salzburg erntet Spott

Reaktionen: "Zehn Mal probiert, zehn Mal ist nichts passiert"
Reaktionen: "Zehn Mal probiert, zehn Mal ist nichts passiert"
Rijeka. Red Bull Salzburg darf wieder nicht in die Champions League. Der Traum, endlich in der Königsklasse mitzuspielen, platzt zum zehnten Mal im zehnten Anlauf.  Von Clemens Draxler

Zum vierten Mal in Folge wurde Red Bull Salzburg zuletzt österreichischer Meister und Cup-Sieger. Dass der Double-Gewinn keine Garantie für eine Champions-League-Teilnahme ist, musste die Mannschaft nun erneut erfahren. Nach dem 1:1 gegen den kroatischen Meister HNK Rijeka in Salzburg, hätte im Rückspiel ein Treffer her gemusst, um doch noch die Play-offs zu erreichen. Der ehemalige Köln-Spieler Reinhold Yabo traf zwar ins Tor, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen – zu Unrecht. Der Treffer hätte zählen müssen.

"Es bringt aber nichts, dem nachzuweinen. Wir hatten noch genug Zeit, ein weiteres Tor zu erzielen", sagte der Mittelfeldspieler, einst als Kapitän U17-Europameister mit dem Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes. Auch der frühere Mainzer Bundesliga-Profi Marco Rose, seit Saisonbeginn Cheftrainer der Bullen, bemühte sich um Gelassenheit: "Menschen machen Fehler, das passiert im Fußball."

Der österreichische Serienmeister verlängerte mit dem Ausscheiden eine wenig feierliche Serie. Seit 2006 unternahm der Verein zehn Anläufe in die Champions League zu kommen und scheiterte jedes Mal.

Die Jugend macht es vor

Nachdem Red Bull Salzburg nach einem Hinspielsieg zwei Mal in Folge gegen Malmö ausgeschieden war, hatten die "Bullen" vergangene Saison die bisher größte Chance, die Gruppenphase der Champions League zu erreichen. Gegen Dinamo Zagreb fehlten drei Minuten zum Weiterkommen. Doch ein spätes Tor ließ die Salzburger Träume erneut platzen. Somit bleibt vom letzten Auftritt Champions-League-Qualifikation nur mehr die Erinnerung zurück, dass Verteidiger Andreas Ulmer mit falschem Trikot einlief – nämlich mit jenem von RB Leipzig.  

Was die Erwachsenen seit 2006 bisher ohne Erfolg probieren, ist der Nachwuchsmannschaft von Red Bull Salzburg letzte Saison geglückt. In der Uefa Youth League konnten sich die jungen "Bullen" mit den besten Jugend-Teams Europas messen und holten sich überraschend den Titel.

Spott im Internet

Die wohl größte Blamage aller verpatzten Champions-League-Qualifikationen musste das Team im Jahr 2012 hinnehmen. Damals schied der österreichische Meister bereits in der 2. Qualifikationsrunde gegen F91 Düdelingen aus Luxemburg aus. Bis heute werden die "Bullen" dafür verhöhnt.

Auch für das erneute Ausscheiden in der Qualifikation zur Königsklasse erntet das Team aus Salzburg viel Spott auf den diversen Social-Media-Kanälen So wird den "Dosenkickern" von vielen nun doch der Titel "Traditionsverein" verliehen.

Klubboss Dietrich Mateschitz dürfte im Übrigen wenig interessieren, dass das heimstarke Rijeka gegen seinen Klub zum 44. Mal in Folge im eigenen Stadion ungeschlagen blieb. Der finanzielle Verlust von 14,7 Millionen Euro wegen des Verpassens der Gruppenphase ist selbst für RB unangenehm. Trainer Rose muss Salzburg nun via Play-offs wenigstens in die Europa League führen, auch um seinen Job abzusichern.

 
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