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Aus in der Champions League
Hohn und Spott für van Gaal und seinen Prügelknaben

Fotos: Bastian Schweinsteiger – Leader und Weltmeister
Fotos: Bastian Schweinsteiger – Leader und Weltmeister FOTO: dpa, pp sam
Wolfsburg. Bastian Schweinsteiger erlebte beim Champions-League-Aus in Wolfsburg einen rabenschwarzen Abend. Doch auch van Gaal ist angezählt.

Von der Presse verhöhnt, vom Tulpen-General erneut scharf attackiert: Bastian Schweinsteiger erlebte beim Champions-League-Aus in Wolfsburg seinen vorläufigen Tiefpunkt im Trikot von Manchester United. Doch auch auf seinen Teammanager Louis van Gaal schossen sich die Kritiker nach dem 2:3 (1:2) beim VfL ein. Der einstige Renommier-Klub ManUnited, der in die Europa League "absteigen" muss, wird immer mehr zum Problemfall.

Pressestimmen: "Botschaft von ter Stegen" FOTO: qvist /Shutterstock.com/Retusche RPO

Nach dem rabenschwarzen Abend im letzten Spiel der Gruppe B wollte Schweinsteiger mit keinem mehr sprechen und flüchtete nach der Dopingkontrolle kurz vor Mitternacht in den Mannschaftsbus. Gegenspieler und WM-Kumpel Julian Draxler vom VfL Wolfsburg zeigte Mitgefühl, während seine Mannschaftskameraden den erstmaligen Einzug in die K.o.-Phase ausführlich feierten.

"Ich glaube, Basti hat in seiner Karriere soviel erlebt, dass er das gut wegsteckt. Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken", sagte Draxler. Der Ex-Schalker hatte Schweinsteiger vor dem sehenswerten 2:1 mit einer Körpertäuschung düpiert. "Da haben wir schon im Spiel drüber geredet. Da hat er falsch spekuliert. Für uns war es gut und wichtig", meinte Wolfsburgs Nationalspieler nach dem 3:2-Sieg.

Schweinsteigers Motor läuft nicht rund

Für United und Schweinsteiger war es eine Katastrophe. Der deutsche Nationalelf-Kapitän wurde in der englischen Presse zum Prügelknaben. "Der Fußballer, der für so lange Zeit wie ein Mercedes geschnurrt hatte, hustete und stotterte, während Spieler mit VW-Logos auf der Brust immer wieder an ihm vorbeirasten", giftete der Guardian.

Das ist Louis van Gaal FOTO: AP

In der Tat war der Auftritt des deutschen Weltmeisters mäßig. Seine Zweikampf-Quote lag gerade mal bei 25 Prozent mäßig. Nur drei Balleroberungen standen zu Buche. Wohl auch ein Grund für Trainer Louis van Gaal, erneut von ihm abzurücken. "Heute habe ich nicht den Schweinsteiger gesehen, den ich aus München kenne", sagte der Niederländer über seinen Wunschspieler, den er in gemeinsamen Tagen beim FC Bayern schätzen gelernt hat, bei Sky.

Schon vor dem Spiel hatte der Niederländer am deutschen Vorzeigespieler herumgemäkelt und gemeint, dass der 31-Jährige in jedem seiner Spiele im ManUnited-Trikot hätte mehr liefern können. Schweinsteigers früherer Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge von Bayern München erwiderte via "Sport Bild": "Ich bin ein bisschen enttäuscht von Louis, er soll den Bastian in Ruhe lassen, er wollte ihn unbedingt haben."

"Haben die einen an der Waffel?"

Verdächtiger Gegenstand sorgt für Aufregung in Wolfsburg FOTO: dpa, jst

Doch auch van Gaal ist durch den erneut dürftigen Auftritt seiner Star-Truppe noch mehr ins Kreuzfeuer der Kritik gerückt. Die "Sun" zeigte kein Verständnis dafür, dass die ManUnited-Bosse etwa Pep Guardiola ablehnten und an dem Niederländer festhalten. "Sie sind glücklich mit van Gaal. Haben die einen an der Waffel? Sind die von allen guten Geistern verlassen?", schrieb das Massenblatt.

Kritisiert wird van Gaal vor allem für seine Einkaufspolitik. Spieler-Stars wie Angel Di Maria, Falcao und Robin van Persie wurden weggeschickt. Die Neuen konnten nicht einschlagen. Angeblich soll der Coach demnächst für 250 Millionen Euro einkaufen dürfen, 200 Millionen Euro sollen laut Daily Telegraph allein für Neymar vom FC Barcelona geboten werden. "Es ist die Frage, ob sie van Gaal noch so viel Geld anvertrauen können. In den letzten 18 Monaten wurde viel Unterdurchschnittliches geholt", wetterte Englands Fußball-Ikone Michael Owen.

Es ist bei ManUnited das alte Lied. Seit dem Weggang von Kult-Coach Alex Ferguson kommen die Red Devils einfach nicht mehr in Tritt - auch nicht unter van Gaal, der im Sommer 2014 übernahm. Im vergangenen Jahr verpassten die Nord-Engländer die Königsklasse komplett, nun blamierten sie sich bei der Rückkehr in den erlauchten Kreis.

Van Gaal blieb am Ende eines schlimmen Abends nur die Hoffnung auf bessere Zeiten - auch für seinen einstigen Lieblingsspieler Schweinsteiger. "Ich bin mir sicher, dass er diese Saison noch seine Stärke zeigen wird", äußerte der Niederländer. Immerhin habe seine Mannschaft noch einiges vor und will in der Meisterschaft und im FA-Cup noch für Furore sorgen - nur eben nicht mehr in der Champions League.

(sid)
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