Diego Milito: Bayerns Albtraum hat einen Namen
zuletzt aktualisiert: 23.05.2010 - 14:49Madrid (RPO). Am Samstagabend hat er es geschafft. Mit seinen zwei Treffern gegen die Bayern setzte Diego Milito endgültig die Fußball-Krone Europas auf. Millionen Fans zollen dem eiskalten und trickreichen Argentinier Respekt. Nur einen muss der 30-Jährige jetzt noch von seinen Fähigkeiten überzeugen: Nationaltrainer Maradona. Der setzte bisher auf andere.
Milito fühlt sich als kommender WM-Star. "Ich will Weltmeister werden. Ich reise nun nach Argentinien und spreche mit Diego Maradona, dass er mich aufstellen soll", sagte der überragende Stürmer von Inter Mailand, nachdem er Bayern München beim 2:0-Triumph in Madrid im Alleingang abgeschossen hatte.
Das entscheidende Tor zur 18. Meisterschaft, das Tor zum Pokalsieg, die Tore zum Sieg in der Königsklasse - allesamt von Milito erzielt, kein anderer Inter-Spieler traf in diesen Partien. Ein Witz, dass Diego Maradona noch überzeugt werden muss.
Als Bankwärmer eingeplant
Vor einigen Monaten sah es noch so aus, als würde Milito maximal ein Bankwärmer in Südafrika sein. Erst in letzter Sekunde sprang er auf den WM-Zug auf, in der Angriffshierarchie war er die Nummer vier hinter Lionel Messi, Sergio Agüero und Carlos Tevez.
Nun steht der nächste Schritt in seiner Karriere, die in Argentinien beim Racing Club begonnen hatte, unmittelbar bevor. Wahrscheinlich wechselt Milito mit seinem Trainer Jose Mourinho zu Real Madrid, für etwa 35 Millionen Euro.
"Ob ich bleibe? Ich weiß es nicht. Ich habe einige sehr gute Angebote", erklärte der "Man of the Match" breit lächelnd nur. Die innige Umarmung mit Mourinho nach dem Schlusspfiff sprach jedoch Bände. Passend dazu will Reals Starstürmer Raul erst nach einem Gespräch mit Mourinho über seine Zukunft entscheiden. Denn wenn Milito kommt, wird er auch spielen. Dabei war der 30-Jährige lange verkannt.
"Il Principe" (Der Prinz) genannt, der Mann mit der Nummer 22, war schon immer ein Klassestürmer mit genialer Torquote, jedoch klopfte bis zum vergangenen Sommer kein Topklub an. Dann legte Inter 22 Millionen Euro für den Allrounder vom FC Genua auf den Tisch.
Kein Wunderdribbler
Schnell, aber kein Blitz, technisch beschlagen, aber kein Wunderdribbler, dazu willensstark und kraftvoll - Diego Milito, dessen Bruder Gabriel beim FC Barcelona spielt, könnte wohl fast jeder Mannschaft weiterhelfen. Wie er in Madrid vor dem 2:0 Daniel van Buyten vernaschte, war weltklasse.
"Es ist ein Traum wahr geworden, für meine ganze Familie, für alle Angehörigen. Die Freude ist riesig, Mourinho unglaublich gut", sagte er anschließend. Zuvor hatte er seinen Sohn durch das Estadio Santiago Bernabeu getragen - Madrids Fußball-Tempel, in dem er wohl selbst bald regelmäßig spielen wird.
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