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Champions League
Henrikh Mkhitaryan ist der Schlüsselspieler

"Diese Pfeife kostet Basel 8 Millionen"
"Diese Pfeife kostet Basel 8 Millionen" FOTO: RPO
Dortmund/Düsseldorf. Für den BVB geht es in Marseille ums Champions-League-Achtelfinale. Von Robert Peters

So mancher hat noch seine Probleme mit dem Namen. Der Bundestrainer zum Beispiel. In einem zu Unrecht wenig beachteten Anflug von Heiterkeit nannte Joachim Löw den Dortmunder Mittelfeldspieler Henrikh Mkhitaryan "Mickey-noch-was". Seine Fähigkeiten aber hatte er schon erkannt – wie Deutschlands Fußball-Öffentlichkeit auch.

Vielleicht spielt der Armenier Mkhitaryan heute Abend (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker) in der Champions League sein bislang wichtigstes Spiel für den BVB. Sein Klub braucht einen Sieg bei Olympique Marseille, um ohne Hilfe anderer Klubs ins Achtelfinale einzuziehen. Und weil seinem Trainer Jürgen Klopp auf geradezu dramatische Art und Weise die zentralen Mittelfeldleute ausgehen, wird sich das Spiel auf Mkhitaryan konzentrieren.

Es könnte sein, dass er gleich mehrere bedeutende Rollen einnehmen muss. Möglicherweise spielt er genau das, was er zu Beginn seiner Tätigkeit bei der Borussia schon mal in der Bundesliga-Partie gegen Werder Bremen (1:0) versucht hat. Vor lauter Nervosität und Pflichtgefühl beim ersten Meisterschafts-Auftritt vor eigenem Publikum tauchte der Armenier überall auf dem Platz auf, grätschte hinten, passte vorne, lief und lief und lief. Zur Pause musste Klopp seinen Mitspielern noch erklären: "Ihr sollt ihn nicht Sechser, Achter und Zehner spielen lassen." Heute Abend könnte genau das zum taktischen Programm werden.

Die besten Bilder von Bayern gegen Manchester City FOTO: afp, CHRISTOF STACHE

Die Sechser-Position als zentraler Spieler vor der Abwehr hat Mkhitaryan in der Bundesliga-Begegnung mit Bayer Leverkusen (0:1) nach den Verletzungen von Sven Bender und Nuri Sahin schon mal üben dürfen. Und weil allenfalls Sahin unter Schmerzen für einen Einsatz in Frage kommt, dürfte der Armenier auf jeden Fall in der Grundaufstellung in die defensive Mitte rücken. Der "gelernte" Sechser Sebastian Kehl wird wohl in der Innenverteidigung spielen müssen, denn dort fehlen Neven Subotic, Mats Hummels (beide verletzt) und Manuel Friedrich, der für die Meisterklasse nicht spielberechtigt ist. Ilkay Gündogan, der beste Sechser im BVB-Aufgebot, steckt im Aufbautraining.

Weil Klopp kein Freund durchgreifender taktischer Veränderungen ist, wird er Mkhitaryan auf der Sechs sicher nicht allein lassen, auch wenn der Armenier seine Rolle bestimmt offensiver gestalten wird als Sahin. Für den zweiten Platz in der Mittelfeldzentrale kommen Kevin Großkreutz, der außer im Tor auf allen Positionen erstligareife Leistungen anbieten kann, und Jakub Blaszczykowski in Frage. Die beiden bewerben sich auch fürs offensive Mittelfeld, in dem zwei von drei Planstellen fest besetzt sind: die von Marco Reus in der Mitte und Pierre-Emerick Aubameyang auf einem Flügel.

Das ist immer noch eine Aufstellung mit europäischem Format. Und deshalb stimmt nicht jeder in Dortmund ins allgemeine Klagelied über die Verletzungsmisere mit ein. Torjäger Robert Lewandowski zum Beispiel ist ganz "sicher, dass wir es schaffen werden. Es bringt ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken". Die Mannschaft werde "alles aus sich herausholen", verspricht der Pole. Auch er weiß: "Das ist ein Schlüsselspiel."

Der Schlüsselspieler ist diesmal "Mickey-noch-was" aus Armenien.

Quelle: RP
 
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