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Tuchel über Aubameyang-Sperre
"Es ist uns schwer gefallen, aber es war nötig"

Aubameyang sieht BVB-Spiel von der Tribüne
Aubameyang sieht BVB-Spiel von der Tribüne FOTO: dpa, bt lof
Pierre-Emerick Aubameyang ist wieder ein freier Mann. Die Sperre des Torjägers von Borussia Dortmund dauerte nur ein Spiel. Über die Gründe darf immer noch gerätselt werden. Von Robert Peters, Dortmund

BVB-Trainer Thomas Tuchel nannte wie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "interne Gründe". Mehr verrieten die Funktionäre nicht. Furchtbar schlimme Dinge wird der Gabuner sich nicht erlaubt haben, wenn's nur ein Spiel Sperre gab. "Es war eine Maßnahme, die aus unserer Sicht nötig war", erklärte der Trainer, "es ist uns schwer gefallen, aber es war konsequent." Im Internet gibt es Fotos, die Aubameyang mit Freunden in Mailand zeigen. Die Fotos kamen Montag in die Öffentlichkeit, Dienstag soll der Klub die Suspendierung ausgesprochen haben.

Aubameyang war mehreren Berichten zufolge am Montag mit Freunden in einem Privatjet in die norditalienische Metropole geflogen und am nächstem Morgen zu spät zum Treffpunkt seiner Mannschaft erschienen.

Aubameyang wird es ebenso wie sein Klub verschmerzen, denn auch in seiner Abwesenheit qualifizierte sich der BVB vorzeitig fürs Achtelfinale der Champions League. Das Tor zum 1:0-Erfolg über Sporting Lissabon erzielte ausgerechnet Aubameyangs Vertreter Adrian Ramos. Wie seine Kollegen legte Ramos eine sehr überzeugende erste Halbzeit gegen einen guten Gegner hin. Dortmund spielte deutlich strukturierter als zuletzt in der Bundesliga, die Räume waren gut aufgeteilt, und es gab sehenswerte Kombinationen. Solange die Kräfte von Gonzalo Castro, Mario Götze und Christian Pulisic reichten, kamen die Dortmunder häufig gefährlich vors Tor - am gefährlichsten nach einem doppelten Doppelpass zwischen Götze und Pulisic. Zum Abschluss dieses Kabinettstückchens traf Pulisic die Latte.

Nach der Pause aber war der Akku bei einigen Dortmundern sichtlich leer. Sporting marschierte mit sicheren Ballstafetten nach vorn, die Abstimmung beim BVB funktionierte nicht mehr so gut, Unsicherheit griff um sich. "Es hat sehr viel Kraft gekostet", räumte Mittelfeldspieler Julian Weigl ein, "jeder ist noch mal in den roten Bereich gegangen. Sporting hat uns alles abverlangt." Auch sein Kollege Castro fand: "Es war ein zähes, schweres Spiel. Wichtig ist, dass wir weitergekommen sind."

Die Dortmunder werden sich nun trotzdem nicht gemütlich zurücklehnen und die Champions League bis zum Jahreswechsel austrudeln lassen. "Das wäre fahrlässig, jetzt abzuschenken", sagte Weigl. Der BVB kann immerhin noch Platz eins vor Real Madrid behaupten. Anreiz genug für das Team.

Zunächst mal wird Erholung nötig sein. Gerade jene Spieler, die nach Verletzungen mit Trainingsrückstand in die Begegnung mit Lissabon gingen (Castro, André Schürrle, Raphael Guerreiro), mussten sich regelrecht über die Runden schleppen. Das 1:0 lässt die Strapazen aber sicher besser vertragen, und es macht die Regeneration einfacher. Das findet selbstverständlich auch Tuchel. "Das Erfolgserlebnis hilft, der Blick auf die Tabelle", sagte er. Damit werden sich seine Jungs auch in der Bundesliga aufbauen.

 
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