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Real Madrid
Kroos feiert den Karriere-Höhepunkt mit seinem größten Fan

Real-Spieler feiern Titel mit dem Nachwuchs
Real-Spieler feiern Titel mit dem Nachwuchs FOTO: dpa, TH htf
Cardiff. Real Madrid hat in Cardiff Geschichte geschrieben – und wieder einmal hatte Cristiano Ronaldo den größten Anteil am Triumph. Das würdigte auch Toni Kroos, der selbst auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt ist.

Der kleine Kroos klammerte sich fest an die Hand seines Vaters, um nicht im Stehen einzuschlafen. Es ging stramm auf Mitternacht zu in Cardiff, und der Knirps mit dem Namen Leon und der Rückennummer 8 auf dem Trikot kämpfte tapfer gegen die Müdigkeit. Papa Toni erkannte die Gefahr, ließ sich aber überreden, ein letztes Mal den historischen Triumph und das Phänomen Ronaldo in Worte zu fassen.

"Wir haben als Mannschaft eine unfassbare Saison gespielt, auch in der Champions League gegen Bayern, Atlético und heute", sagte Kroos, Taktgeber der königlichen Auswahl von Real Madrid: "Aber wenn du das Ding gewinnen willst, brauchst du einen, der die Tore schießt. Und das hat Cristiano unglaublich gemacht."

Zweimal traf Ronaldo beim 4:1 (1:1) über Juventus Turin, kein anderer Spieler - nicht einmal der überragende Kroos - prägte das Finale so sehr wie der Portugiese. Reals zwölfter Titel in der Königsklasse, der den "Fluch des Titelverteidigers" beendete, war vor allem sein Verdienst.

Ronaldo: "Kritiker werden keine Worte finden"

Ronaldo sprach anschließend von "einem der besten Momente" seiner Karriere. "Ich darf das zwar jedes Jahr sagen, aber es stimmt einfach", sagte er und schickte eine Botschaft an seine Kritiker, die er im Millennium Stadium zu Neidern degradierte: "Sie werden keine Worte finden, denn Zahlen lügen nicht."

Mit seinen Toren (20./64.) sicherte er Real nicht nur als erstem Klub der Champions-League-Geschichte die Wiederholung des Titels aus dem Vorjahr, er krönte sich selbst zum fünften Mal nacheinander zum Torschützenkönig. 105 Tore hat Ronaldo mittlerweile im bedeutendsten Vereinswettbewerb der Welt erzielt, niemand - auch nicht Lionel Messi - kommt ihm nahe.

Für Toni Kroos steht jetzt bereits fest, dass sein Teamkollege Weltfußballer 2017 wird. "Dieser eine Titel, den er so gerne hat, ist definitiv wieder vergeben", sagte der Weltmeister.

Bis zum Finale galt auch Juve-Torwart Gianluigi Buffon (39) als Anwärter auf die Auszeichnung, immerhin hatte er bis dato nur drei Tore in der Champions League kassiert. Die erneute Pleite, seine dritte im dritten großen europäischen Endspiel, nahm Italiens Ikone gefasst auf.

"Real Madrid hat sich den Sieg in der zweiten Halbzeit verdient. Sie haben die Klasse und Einstellung gezeigt, die man in solch einem Spiel braucht", sagte Buffon. Mario Mandzukics Traumtor (27.) zum Ausgleich reichte dem italienischen Double-Sieger nicht, weil neben Ronaldo auch Casemiro (61.) und Marco Asensio (90.) trafen.

Juves Weltmeister Sami Khedira hatte das Stadion als Erster verlassen. Wortlos. Tief enttäuscht. Da halfen auch die tröstenden Worte seines Kollegen Kroos nicht. "Ich habe ihm zu seiner Saison mit Juve gratuliert und ihm gesagt, er soll den Kopf hochnehmen", berichtete Kroos.

Reals Regisseur weiß, wie es sich anfühlt, ein Endspiel in der Champions League zu verlieren. 2012 unterlag er mit den Bayern im "Finale dahoam", im Elfmeterschießen gegen Chelsea kniff er. Längst hat Kroos gelernt, in wichtigen Spielen Verantwortung zu übernehmen, mit 27 Jahren ist er auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen und bereits einer der ganz Großen der deutschen Fußballgeschichte.

Wie die Bayern-Stars vergangener Tage um Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß hat Kroos nun dreimal den wichtigsten Vereinspokal gewonnen. Weltmeister ist er ohnehin, die nächste erfolgreiche Titelverteidigung soll 2018 in Russland folgen.

Dann wird auch Sohn Leon wieder dabei sein, Tonis größter Fan, auch wenn er noch nicht ganz versteht, was da vor sich geht. Irgendwann werde er schon mitbekommen, "was Papa erreicht hat", sagte Kroos: "Mir reicht es aber völlig aus, wenn er mit mir als Papa zufrieden ist, alles andere ist zweitrangig."

(sid)
 
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