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Bayer kassiert späten Ausgleich
Leverkusen verschenkt wieder zwei Punkte

Monaco - Bayer
Monaco - Bayer FOTO: afp
Monaco. Auch im zweiten Champions-League-Gruppenspiel musste sich Bayer Leverkusen nach einem lange Zeit guten Spiel in Monaco am Ende mit zu geringem Lohn abspeisen lassen. In der Nachspielzeit kassierte die Elf von Trainer Roger Schmidt in Monaco noch das 1:1. Von Stefanie Sandmeier / Dpa

Viel wurde im Umfeld von Bayer Leverkusen dieser Tage über Anspruch und Wirklichkeit, Druck und gute Vorsätze gesprochen. Die Leverkusener, die nach holprigem Start in der Liga und der Champions League früh ins Hintertreffen gerieten, hatten sich vorgenommen, mit dem Rückenwind des Sieges in Mainz auch in der Königsklasse Boden gut zu machen. Selbstbewusst wollte die Werkself deshalb zu Werke gehen, um die Scharte der beiden verlorenen Zähler gegen Moskau auszubügeln. Das gelang nicht. Wie beim 2:2 gegen Moskau verspielte Bayer eine sicher geglaubte Führung. In der Nachspielzeit glich Kamil Glik für AS Monaco zum 1:1 aus. Nun wartet am am Samstag in der Liga das schwere Heimspiel gegen Borussia Dortmund.

"Wir haben uns mehr erhofft und mehr erwartet", konstatierte Lars Bender hinterher enttäuscht. "Wir haben ein gutes Spiel gemacht, uns reingehauen in jeden Ball", sagte der Bayer-Kapitän und stellte mit Blick auf das Gegentor fest: "Er kommt relativ frei an der Sechzehnerlinie zum Schuss, das darf uns in der 94. Minute nicht passieren."

Chicharito brachte Leverkusen in Führung

Wie bei seinem Dreierpack am Wochenende, war Chicharito zur Stelle, der zum insgesamt sechsten Mal für Bayer 04 auf europäischer Bühne traf. Der Weg zur Führung war allerdings ein hartes Stück Arbeit. Auf schlechtem Rasen und vor magerer Kulisse im Fürstentum, wo eben nur 38.000 Menschen leben, zeichnete sich aus Sicht der Werkself schon früh das vorhersehbare Geduldsspiel ab. Monaco trat auf, wie man es erwarten musste. Der Stil ihres portugiesischen Trainers Leonardo Jardim gilt als pragmatisch. Er lässt sein Team geduldig verteidigenden. Das endet dann oft damit, dass die Monegassen, die erneut ohne Stürmer Radamel Falcao antraten, aus sehr wenigen Chancen sehr viel machen. Die Leverkusener kennen das aus eigener Erfahrung. Die vergangenen beiden Duelle in der Saison 2014/15 gingen trotz hoher Überlegenheit jeweils 0:1 verloren.

Bayer war also gewarnt. Roger Schmidt machte das mit seiner Aufstellung deutlich und überraschte mit der Variante, Kapitän Lars Bender als rechten Verteidiger aufzustellen. Benjamin Henrichs rückte dafür auf links. Der zuletzt formschwache Wendell, der erstmals in die brasilianische Nationalmannschaft berufen wurde, saß demnach nur auf der Bank. "Lars wird Monacos schnelle Leute bremsen helfen", erklärte Völler vor der Partie. Der Plan ging auf.

Die Defensive um den überragenden Abwehrchef Ömer Toprak ließ bis auf einen Schuss von Lemar in der 45. Minute nichts zu. 76 Prozent gewonnene Zweikämpfe im ersten Durchgang belegen das. Im Spiel nach vorne aber fehlte den Leverkusenern, die eigentlich alles zeigten, was es braucht, um Spiele auf höchstem Niveau erfolgreich zu gestalten, lange die zündende Idee. Die beste Gelegenheit hatte Chicharito nach Vorlage von Kevin Volland erst kurz vor der Pause, dessen Linksschuss Monacos Torhüter Danijel Subasic noch mit der Hand abwehren konnte. Den Schüssen von Hakan Calhanoglu (52.) und Charles Aránguiz (60.) fehlte es an Präzision. Mit der Hereinnahme von Stefan Kießling (62.) und Admir Mehmedi (74.) gelang Schmidt ein guter Schachzug. Kaum eine Minute gespielt, bedienten Mehmedi und Kießling den Mexikaner Chicharito, der Bayer per Kopf auf die vermeintliche Siegerstraße brachte

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