Bei einer Niederlage "als Versager abgestempelt": CL: Ranieri rechnet mit Abschiebung
zuletzt aktualisiert: 04.05.2004 - 20:24Frankfurt/London (rpo). Obwohl Claudio Ranieri am Mittwoch mit dem FC Chelsea ins Finale der Champions League einziehen kann, ist er davon überzeugt, dass sein Abschied beim englischen Traditionsklub bereits beschlossene Sache ist.
"Ich denke, über mein Schicksal ist bereits entschieden", sagte Ranieri am Dienstag nach dem Abschlusstraining vor dem Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den AS Monaco (Mittwoch, 20.45 Uhr/live bei Premiere und Sat.1) der BBC.
Auch das Erreichen des Finales der Königklasse am 26. Mai in der Arena AufSchalke trotz der 1:3-Hinspielniederlage oder sogar der Champions-League-Sieg würde seinen Job beim Klub des russischen Öl-Milliardärs Roman Abramowitsch nicht sichern, meinte Ranieri, der sich sogar schon über seinen möglichen Nachfolger geäußert hat. "Ich weiß, wer es ist, wie sie", antwortete er auf Reporterfragen. Als Favorit auf den Job bei den Londonern gilt Jose Mourinho vom Uefa-Cup-Sieger FC Porto. Ranieri ist davon überzeugt, dass er seinem Nachfolger ein "gutes Fundament" hinterlasse.
Ranieri: "Unsere Ausgangsposition ist nicht gut, aber ..."
Trotz seiner Vorahnung will Ranieri mit den Blauen noch ins Endspiel einziehen. "Unsere Ausgangsposition ist nicht gut, aber wir haben noch eine Chance auf das Finale", erklärte der 53-jährige Ranieri, der Pleite im Fürstentum vor zwei Wochen komplett auf seine Kappe genommen hatte: "Alles, was ich in punkto Auswechslungen gemacht habe, war falsch. Aber ich habe jetzt die Gelegenheit zur Wiedergutmachung und will sie nutzen."
Und auch die Profis der "Blues" wissen, was im Fall eines Scheiterns im Halbfinale droht: "Trainer und Spieler werden als totale Versager abgestempelt", prohezeit Chelseas niederländischer Stürmer Jimmy Floyd Hasselbaink und gibt sich zugleich selbstkritisch: "Etwas anderes hätten wir dann auch nicht verdient. "
Robert Huth wohl nur auf der Bank
Obwohl Chelseas "Welt-Auswahl", Achtelfinal-Bezwinger des VfB Stutgart und vor der Saison für 200 Millionen Euro verstärkt, auf die gesperrten Franzosen Marcel Desailly und Claude Makelele sowie Damien Duff (Schulterverletzung) verzichten muss, droht dem einzig in der Champions League verbliebenen Deutschen die Bank.
Verteidiger Robert Huth, beim 4:0-Sieg gegen den FC Southampton am vergangenen Samstag über 90 Minuten im Einsatz, muss voraussichtlich dem wiedergenesenen Defensivspezialisten Glen Johnson weichen. Trotzdem ist er optimistisch: "Wir haben schon gezeigt, dass wir jede Mannschaft in Europa schlagen können. Wir müssen 2:0 gewinnen, ich sehe da eigentlich nicht so das Problem", sagte Huth im Interview mit Premiere.
Doch speziell auf die Abwehr der Gastgeber könnte einiges zukommen, wenn sich die Ankündigung von Monacos Trainer und Ex-Chelsea-Profis Didier Deschamps bewahrheitet. "Wir haben zwar zwei Tore Vorsprung, aber das soll nicht heißen, dass wir nur verteidigen werden. Dafür haben wir offensiv zu viele Qualitäten", erläutert der französische Welt- und Europameister die "Champagner"-Strategie.
Morientes und Prso brenne auf weitere Tore
In Fernando Morientes (8 Tore) und dem derzeit an einer Adduktorenverletzung laborierenden Kroaten Dado Prso (7) hat der auswärtsstarke Tabellenzweite der französischen Liga die treffsichersten Profis der Champions League in seinen Reihen.
Zum Chelsea-Schreck will aber in erster Linie der wiedergenesene Stürmer Shabani Nonda avancieren. Der 27-jährige Kongolese, der nach einem Kreuzbandriss im April sein Comeback feierte und auch im Hinspiel zum Endstand traf, träumt bereits vom Finalsieg am 26. Mai in der Arena AufSchalke: "Monaco als Gewinner der Champions League, das hat es bis jetzt nur auf meiner Playstation gegeben", verriet Nonda voller Vorfreude.
Ein weiteres gutes Omen für die "Fürsten", die im Viertelfinale die "Königlichen" von Real Madrid entzaubert hatten, ist Schiedsrichter Anders Frisk. Bei allen fünf Auftritten des Schweden in der laufenden Saison gab es keinen einzigen Heimsieg.
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