| 12.03 Uhr

Elf Treffer in der Gruppenphase
Ronaldo trifft häufiger als Borussia, Wolfsburg und zehn andere

Diese Spieler trafen mindestens vier Mal in einer Partie
Diese Spieler trafen mindestens vier Mal in einer Partie FOTO: afp, PPM/seb
Madrid. Cristiano Ronaldo lässt mit Real Madrid die Rekorde purzeln. Ein Großteil der Mannschaften in der Champions League traf im Verbund nicht so häufig, wie Ronaldo alleine. 

Cristiano Ronaldo putzte sich auch für seinen Auftritt nach der Tor-Gala heraus. Im weißen Hemd, brauner Lederjacke - die Haare natürlich akkurat gestylt - plauderte der Superstar von Real Madrid bestens gelaunt über seine magische Nacht im Estadio Santiago Bernabeu.

"Ich werde nicht lügen. Ich bin sehr glücklich, den Rekord gebrochen zu haben", sagte Ronaldo nach seinem Viererpack gegen Malmö FF (8:0). Aber eigentlich könne er gar nichts dafür: "Ich suche die Rekorde nicht, die Rekorde suchen mich."

Die Rekordtorjäger der Champions League FOTO: ap, LB

Ronaldo hat nach seinen vier Treffern (38./47./50./59.) gegen die schüchternen Schweden nach dem Abschluss der Gruppenphase nun elf Treffer auf dem Konto - nie zuvor hatte ein Angreifer schon vor der K.o.-Runde der Champions League zweistellig getroffen. Zum Vergleich: Der für das Achtelfinale qualifizierte Bundesligist VfL Wolfsburg hat insgesamt nur neun Treffer erzielt. Insgesamt haben von den 16 Mannschaften, die schon alle sechs Spieltage absolviert haben, zwölf im Verbund weniger Tore erzielt als Ronaldo alleine. Und am Mittwoch werden mit dem Abschluss der Gruppenphase weitere dazukommen. Auch Borussia Mönchengladbach kann mit acht Toren nicht mit "Real Ronaldo" mithalten. 

Auch wenn gesagt werden muss, dass Ronaldo sechs seiner Tore gegen hoffnungslos überforderte Schweden aus Malmö erzielte, lässt sich dennoch festhalten: Nach einigen Schwierigkeiten scheint Ronaldo vor Weihnachten immer besser in Form zu kommen. "Vielleicht habe ich ein wenig unter meinem Niveau begonnen", sagte Ronaldo. Doch jetzt fühlt sich der 30-Jährige "körperlich und geistig besser" und hofft, seinem Team "zu helfen - mit Toren und Assists, die mir am wichtigsten sind".

Genau diese Sucht nach persönlichem Glanz hatte Ronaldo in Madrid zuletzt immer wieder Kritik eingebracht. Der sensible Portugiese schmollte und kokettierte sogar mit einem Wechsel zum Scheichklub Paris St. Germain. Davon wollte er nach der Partie aber nichts mehr wissen und versicherte den Fans: "Ich habe einen Vertrag und bleibe hier."

6. Spieltag: Statistik FOTO: afp, PPM/seb

Ronaldo bestätigte zwar Gespräche mit Paris-Trainer Laurent Blanc und den Besitzern des Klubs, wollte die Unterhaltung aber nicht als Transfergespräche verstanden wissen. "Das sind Spekulationen, die jedes Jahr aufkommen. Ich denke, die Leute haben sich daran gewöhnt. Ich bin ganz ruhig", sagte der Angreifer, der nun schon 88 Treffer in der Champions League erzielt hat und seine Führung als Rekordtorschütze in der Königsklasse ausbaute. Neben Ronaldo trafen gegen ein völlig überfordertes Malmö noch Karim Benzema (12./24./74.) und Mateo Kovacic (70.). El Mundo schrieb hinterher von einem gemütlichen "Weihnachtsessen".

Ronaldo war hinterher sehr zufrieden mit sich, die Kritik an seiner Person blende er aus. "Ich kann nicht den ganzen Tag darüber nachdenken, was andere von mir denken. Ich mache meinen Job und habe ein reines Gewissen", sagte er.

Die Zahlen stimmen wieder. Nach 20 Pflichtspielen in der Königsklasse und der Liga hat Ronaldo 21 Tore auf dem Konto. Aber natürlich will er noch mehr. "Das ist eine gute Nacht, aber wir haben noch nichts gewonnen", sagte er.

Reaktionen: "Ich bin fassungslos"

Natürlich zogen die Königlichen, bei denen Weltmeister Toni Kroos über 90 Minuten geschont wurde, als Sieger der Gruppe A locker ins Achtelfinale ein. Doch in der Primera Division beträgt der Rückstand auf den Erzrivalen FC Barcelona an der Tabellenspitze bereits vier Punkte. Immerhin: Auf die Klatsche im Clasico (0:4) vor knapp drei Wochen folgten fünf Siege in Serie. "So müssen wir weitermachen", sagte Ronaldo: "Ich denke, wir werden von Spiel zu Spiel besser."

Und sogar die Probleme mit Neu-Trainer Rafael Benitez scheinen ausgeräumt - beide lobten sich hinterher ausdrücklich. Was durchaus auffällig war. Ronaldo sei eine "Ermutigung für uns alle", sagte Benitez. "Der Boss macht einen guten Job", sagte Ronaldo - nach seiner Tor-Gala bestens gelaunt.

(areh/sid)
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