Champions League: Den großen Klubs droht das Aus
zuletzt aktualisiert: 06.11.2009 - 09:53Düsseldorf (RPO). Der FC Liverpool legt sein Schicksal in die Hand höherer Mächte, Titelverteidiger FC Barcelona glaubt noch an die eigene Stärke - doch beiden Fußball-Giganten droht das peinliche Aus in der Gruppenphase der Champions League.
Während sich Olympique Lyon und der FC Sevilla am Mittwoch als fünftes und sechstes Team vorzeitig für das Achtelfinale qualifizierten, stehen die Chancen für den achtmaligen Europapokalsieger aus England und den spanischen Titelverteidiger nach dem 4. Spieltag denkbar schlecht.
"Wir brauchen ein Wunder", sagte Liverpools Teammanager Rafael Benitez im Anschluss an das 1:1 (0:0) in Lyon. Nach nur einem Sieg aus den zurückliegenden acht Pflichtspielen und dem drohenden Scheitern in der Königsklasse wäre es allerdings weit weniger verwunderlich, wenn der Spanier demnächst seinen Job verlieren würde. "Ich glaube nicht, dass mein Arbeitsplatz gefährdet ist", sagte der kämpferische Coach, dessen Team in der Gruppe E auf Schützenhilfe von Lyon angewiesen ist, um den AC Florenz noch vom zweiten Platz verdrängen zu können.
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Nach dem 5:2 (1:1) der Italiener gegen den ungarischen Meister VSC Debrecen muss Lyon am kommenden Spieltag in Florenz punkten, um dem englischen Rekordmeister die Chance auf das Weiterkommen zu erhalten. Immerhin machte Lyons Trainer Claude Puel seinem Kollegen Benitez Hoffnung: "Er soll sich keine Sorgen machen. Wir werden Gas geben, denn wir wollen die Gruppe gewinnen."
Seine Gruppe gewinnen kann auch noch Barcelona. Derzeit liegen die Katalanen allerdings nur auf dem dritten Platz. Zwei Wochen nach der schmachvollen 1:2-Heimpleite gegen Rubin Kasan kam der Titelverteidiger im Rückspiel beim russischen Meister nicht über ein torloses Remis hinaus und steht vor dem Duell mit dem italienischen Titelträger Inter Mailand mit nur fünf Punkten auf dem Konto unter Zugzwang.
Immerhin hat Trainer Josep Guardiola die Zeichen der Zeit erkannt. "Wir müssen die beiden ausstehenden Spiele gewinnen. Vor uns liegt viel Arbeit, wenn wir in die nächste Runde wollen. Aber wir sind gut genung, um dieser Herausforderung zu meistern", sagte der Coach nach dem Spiel, bei dem sich die Spanier bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt sichtlich unwohl fühlten.
Nicht viel wärmer war es in Kiew. Die Kälte verhinderte dennoch nicht das 2:1 (0:1) von Inter bei Dynamo. Die Italiener (6 Punkte) haben damit die Tabellenführung vor Kasan, Barca (beide 5) und Kiew (4) übernommen. Für Mailands Trainer Jose Mourinho war deshalb die Zeit für Rechenspiele gekommen. "Ich habe nachgerecht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass uns weitere drei Punkte reichen", meinte der exzentrische Portugiese: "Inter wird sicher weiterkommen. Ich weiß nur noch nicht, ob als Erster oder als Zweiter."
Im Gegensatz zu Mourinho muss sein Kollege Arsene Wenger vom FC Arsenal nicht mehr rechnen. Die Londoner stehen nach dem 4:1 (2: 0) gegen den niederländischen Meister AZ Alkmaar in der Gruppe H mit einem Bein in der K.o.-Runde. Hinter Arsenal (10 Punkte) bleibt Olympiakos Piräus (6) trotz des 0:2 (0:1) bei Standard Lüttich (4) Zweiter. Alkmaar ist mit zwei Punkten Gruppenletzter.
In der Stuttgarter Gruppe H ist das Rennen um den zweiten Platz hinter Sevilla noch völlig offen. Nach dem 1:1 (0:0) des rumänischen Meisters Unirea Urziceni gegen den schottischen Titelträger Glasgow Rangers und dem 1:1 (0:1) des VfB in Sevilla liegen die Rumänen mit fünf Zählern auf dem zweiten Platz. Stuttgart (3) und Glasgow (2) folgen dahinter.
Am Dienstag hatten sich bereits Girondins Bordeaux, Manchester United, der FC Chelsea und der FC Porto für das Achtelfinale qualifiziert.
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