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Nur 1:1 bei Urziceni: Der VfB lernt nicht aus seinen Fehlern

zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 - 14:31

Bukarest/Stuttgart (RPO). Markus Babbel wirkte fast ein wenig depremiert. Neues Spiel, alte Fehler, wieder geführt, wieder nicht gewonnen. "Wir haben wieder zwei Punkte hergeschenkt", stellte der Trainer des VfB Stuttgart nach dem zweiten Unentschieden im zweiten Gruppenspiel der Champions League lapidar fest.

Zugleich aber mühte sich Babbel, der unbefriedigenden Gesamtsituation der Schwaben nach dem ernüchternden 1:1 (1:0) beim rumänischen Meister FC Unirea Urziceni die positive Seite abzugewinnen: "Wir können aus eigener Kraft weiterkommen. Das ist eine gute Ausgangsposition."

In der Königsklasse ist für den VfB tatsächlich noch nichts verloren. In der Gruppe G ist der derzeitige Bundesliga-Elfte mit seinen zwei Zählern aus den zwei Spielen gegen die Glasgow Rangers (1:1) und Urziceni Tabellenzweiter. Nun allerdings folgen die zwei Begegnungen mit Tabellenführer FC Sevilla (6 Punkte), in denen die Stuttgarter nur Außenseiter sind.

Und darüber hinaus erweckte der VfB auch gegen den vermeintlich leichtesten Gegner seiner ohnehin nicht allzu hochkarätig besetzten Gruppe nicht den Eindruck, als könne er sein Schicksal in der Tat selbst in die Hand nehmen.

Der Bundesliga-Elfte stolpert weiter durch die Saison, doch die Schwaben scheinen zu glauben, dass irgendwann demnächst schon eine Art Urknall eintritt, der alle Sorgen schlagartig zu Staub verwandelt. "Ich bin überzeugt", sagte etwa Sami Khedira, "wenn wir mal über 90 Minuten das abrufen, was wir können, kommen wir auch weiter."

Doch ab wann die Stuttgarter dauerhaft über 90 Minuten ihr Potenzial abrufen, wissen sie selbst nicht. Schon gegen Glasgow bettelten sie nach der Führung um den Ausgleich, vier Punkte (und damit auch eine Million Euro Preisgeld) sind bereits verschenkt.

Im Stadion von Steaua Bukarest, wo der FC Unirea aus der Kleinstadt Urziceni (17.500 Einwohner) seine Heimspiele auf Geheiß der Europäischen Fußball-Union (UEFA) austragen muss, machte sich der VfB wieder mal selbst das Leben schwer.

Die Stuttgarter boten ein Schauspiel, das sie in den vergangenen Wochen schon mehrfach wiederholt haben. Babbel wirkt deshalb zunehmend ratlos. "Wenn ich es wüsste, würde ich es abstellen", sagte er mit einem leichten Achselzucken, als er erklären sollte, warum seine Spieler nicht in der Lage sind, aus ihren Fehlern zu lernen.

Gegen den giftigen rumänischen Meister gelang dem VfB durch einen Treffer von Serdar Tasci (5.) der erhoffte schnelle Start. Doch dann verfielen die Schwaben in ihren alten Trott. "Wir haben wieder aufgehört, Druck aufzubauen, wir haben nicht mehr agiert", bekannte Sami Khedira.

Und nach einem geradzu absurd verunglückten Kopfball von Timo Gebhardt im Strafraum wurde diese Passivität mit dem Treffer des flinken rumänischen Angreifers Serden Ioan Varga (48.) dann auch folgerichtig bestraft. "Das Gegentor haben wir zu einfach hergeschenkt", monierte Babbel.

"Wir hatten zu viele Spiele in der Vergangenheit, die ähnlich gelaufen sind", stellte Kapitän Thomas Hitzlsperger hinterher fest. Dabei hatten sie nach dem jüngsten Spiel, dem 3:0 in der Bundesliga am vergangenen Samstag bei Eintracht Frankfurt, doch geglaubt, die Vergangenheit hinter sich gelassen zu haben. Irrtum.

"Wir wollten drei Punkte, und wir hatten auch die Chance zu gewinnen, aber wir haben dieses Spiel nicht so durchgezogen wie das Spiel vor ein paar Tagen", erklärte Hitzlsperger und bekannte: "Wir sind manchmal zu naiv." Khedira sagte: "Wir müssen einfach cleverer sein."

Sportvorstand Horst Heldt versuchte sich unterdessen im Schönreden der Probleme, die der VfB beim Erfüllen seiner eigenen Ansprüche nicht los wird. "Gut, in der Bundesliga haben wir was aufzuholen, aber wir sind noch in allen drei Wettbewerben dabei. Wir dürfen kein Trübsal blasen, dazu besteht keine Notwendigkeit", sagte er. Doch Heldt weiß auch, dass den Stuttgartern zunehmend die Zeit davon läuft, in der Bundesliga wie in der Champions League. "Wir müssen uns verbessern", forderte er deshalb. Doch das "Wie" bleibt allen Beteiligten ein Rätsel.

Quelle: SID/röhn

 
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