Pressestimmen zur Champions League: "Deutsche sind verschwenderisch und unfähig"
zuletzt aktualisiert: 01.10.2009 - 13:45München (RPO). Die Medien in Italien haben das 0:0 in der Champions League zwischen dem deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München und Juventus Turin als "goldenen Punkt" für Juve gewertet. Zugleich erkannte die Presse die Überlegenheit der Bayern an, übte teils aber auch herbe Kritik.
Die Pressestimmen im Überblick gibt es hier.
Für Manager Uli Hoeneß ist Bayern München schon wieder auf Augenhöhe mit der europäischen Spitze - und auch Nationalspieler Bastian Schweinsteiger stellte nach dem 0:0 gegen Juventus Turin fest, "dass man gesehen hat, dass wir mit den Besten in Europa mithalten können".
Dennoch taten sich Verantwortliche und Spieler des deutschen Fußball-Rekordmeisters nach einer Nullnummer der besseren Art und der laut Trainer Louis van Gaal "besten Halbzeit dieser Saison" schwer, das Spiel gefühlsmäßig einzuordnen. Die Stimmungs-Palette reichte von "sehr zufrieden" bis hin zu "traurig", "verärgert" oder "enttäuscht".
Vor allem die mangelhafte Chancenverwertung im zweiten Gruppenspiel der Champions League und insbesondere die Verletzung von Arjen Robben trübten die Laune bei den Bayern. Robben verdrehte sich kurz vor der Pause das rechte Knie und musste ausgewechselt werden. Van Gaal ging nach dem Duell der Rekordmeister sogar von einer schlimmeren Verletzung seines Star-Einkaufs von Real Madrid aus. Eine Untersuchung im Laufe des Donnerstags sollte Klarheit bringen.
Fakt ist indes, dass die in der Liga schwächelnden Münchner in der Königsklasse vor dem Auswärtsspiel am 21. Oktober bei Girondins Bordeaux eine gute Ausgangsposition haben. Hoeneß wollte die Tabellenführung in der "schwersten Gruppe von allen" aber keinesfalls überbewerten. Für ihn war vielmehr wichtig, "dass wir gegen einen renommierten Gegner international auf höchstem Niveau mitspielen können. Die erste Halbzeit war überragend."
Allerdings richtete der Bayern-Manager nach einem eine Stunde lang sehr unterhaltsamen Europacup-Abend vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena gleich wieder das Augenmerk auf den Alltag - und der heißt am Samstag (15.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) 1. FC Köln. Angesichts von sechs Punkten Rückstand zur Spitze forderte Hoeneß deshalb, "dass wir den Abstand unbedingt verkleinern müssen. Wir müssen sehen, dass wir in der Bundesliga unsere Punkte machen."
Dazu muss der FC Bayern gegen die Kölner mit Rückkehrer Lukas Podolski in den Reihen aber seine aktuelle Ladehemmung ablegen. Nachdem die Münchner schon am vergangenen Samstag im Bundesliga-Spitzenspiel in Hamburg (0:1) leer ausgegangen waren, traf die hochkarätig besetzte Offensive der Bayern trotz einiger klarer Chancen durch Franck Ribery, Thomas Müller und Miroslav Klose auch gegen Juve das Tor nicht.
Doch Kritik dafür gab es kaum. Hoeneß war "total zufrieden. Es war wichtig, dass wir die Chancen überhaupt herausgespielt haben". Diese Ansicht teilte auch van Gaal, für den bei den vielen Möglichkeiten "ein bisschen Unglück" dabei war. Der erneut nur eingewechselte Mario Gomez sieht ebenso "keine Torkrise". Es gebe eben so Tage, "da geht der Ball nicht über die Linie. Das ist ärgerlich."
Kapitän Philipp Lahm analysierte die Lage der Bayern etwas differenzierter. Die Arbeit von van Gaal gehe zwar in die "richtige Richtung". Doch die Mannschaft müsse nun "konstant Leistung bringen", forderte Lahm und fügte mit Blick auf die Nullnummer kritisch an: "Wenn man dreimal alleine auf den Torwart zuläuft, muss man auch mal ein Tor machen." Auch Torwart Jörg Butt merkte an, "dass wir wieder dahin kommen müssen, unsere Chancen eiskalt zu nutzen".
Ansonsten habe der FC Bayern aber am Mittwochabend laut Butt "sehr, sehr viel richtig gemacht". So viel, dass selbst van Gaal kurzzeitig ins Schwärmen geriet. "Ich denke, dass wir noch nie einen so guten FC Bayern gesehen haben wie in der ersten Hälfte", sagte der Niederländer.
Zu diesem Zeitpunkt hatte sich van Gaal nach seinem Wutanfall unmittelbar nach dem Schlusspfiff schon wieder einigermaßen beruhigt. Dass Schiedsrichter Howard Webb (England) die Partie während eines vielversprechenden Konters der Bayern abpfiff, hatte zu einer heftigen verbalen Attacke des Niederländers gegen den Assistenten und den vierten Offiziellen geführt.
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