Meister fliegt aus dem Europapokal: Dortmund erlebt nur sein blaues Wunder
VON DENIS CANALP - zuletzt aktualisiert: 07.12.2011 - 12:48Düsseldorf (RPO). Das oft heraufbeschworene Wunder von Dortmund ist ausgeblieben. Der deutsche Meister Borussia Dortmund unterlag im abschließenden Champions-League-Spiel Olympique Marseille 2:3 und verpasste neben dem Achtelfinale auch die Qualifikation für die Europa League.
1:1 und 1:2 gegen den FC Arsenal, 1:0 und 1:3 gegen Olympiakos Piräus sowie nun 2:3 und 0:3 gegen Marseille waren für den BVB zu wenig, um international zu überwintern. Nach dem VfB Stuttgart 2007 ist Dortmund erst der zweite deutsche Meister, der die Gruppenphase als Letzter abschloss. Die Erkenntnisse sind ernüchternd: Das Ausscheiden ist verdient, die Schwarz-Gelben sind schlichtweg noch keine europäische Spitzen-Mannschaft.
Talent und Einsatz können die in der "Königsklasse" nötige Erfahrung und zahlreiche Unkonzentriertheiten sowie individuelle Fehler nicht ausgleichen. Die Dortmunder, die seit eineinhalb Jahren in der Bundesliga überzeugen, scheiterten nach dem Vorrunden-Aus in der Europa League im Vorjahr nun auch in der Champions League an sich selbst.
"Viel, viel Lehrgeld bezahlt"
"Es hätte zwar für die Tabellensituation nichts genutzt, aber wir hätten uns gern mit einem Sieg verabschiedet. Insgesamt war das Spiel ein Spiegelbild unserer gesamten Champions-League-Saison. Wir haben viel, viel Lehrgeld bezahlt wie auch heute wieder. Das war einfach symbolisch", fasste BVB-Sportdirektor Michael Zorc die gedrückte Dortmunder Gefühlslage zusammen.
Dabei hatte Dortmund eine nach eigener Ansicht machbare Gruppe erwischt. "Wir haben gute Chancen, die Gruppenphase zu überstehen. Bei der Auslosung hätte es schlimmer kommen können", hatte Torwart Roman Weidenfeller die Gruppeneinteilung im August noch kommentiert. Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bestätigte damals in Monaco: "Wir sind zufrieden."
Nun, im Dezember, sieht die Sache anders aus. Der BVB, der von Arsenal-Coach Arsene Wenger als härtester Gruppengegner ausgemacht worden war, ist enttäuscht. BVB-Trainer Jürgen Klopp hofft, "dass wir im nächsten Jahr aus diesen Erfahrungen lernen, wenn wir uns noch einmal für die Champions League qualifizieren." Ähnliche Hoffnungen hatte der BVB schon für die laufende Spielzeit, doch an der Umsetzung haperte es.
"Sind uns keiner Schuld bewusst"
Auf Kommentare, Deutschland in der Champions League nicht würdig vertreten zu haben, reagierte Klopp dünnhäutig: "Wir haben das Problem, dass wir den Verein nicht so vertreten haben wie es auch den Fans gegenüber angemessen gewesen wäre. Darüber sind wir sehr enttäuscht. Darüber hinaus sind wir uns keiner Schuld bewusst."
Dass dieses Negativerlebnis seine Mannschaft nachhaltig beschädigt, glaubt Klopp indes nicht: "Wie die Ergebnisse in der Saison gezeigt haben, verstehen wir es, die Wettbewerbe zu trennen. Wir haben noch drei unglaublich wichtige Spiele bis zur Winterpause, und die wollen wir erfolgreich gestalten – unabhängig von der Champions League."
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