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Felipe Santana Borussia Dortmund Champions League dpa Panorama
  Foto: dpa
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Dortmund - Marseille 2:3: Dortmunder Wunder bleibt aus

VON PATRICK SCHERER - zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 - 22:46

Dortmund (RPO). Borussia Dortmund hat das Wunder verpasst und ist schon vor dem Winter aus dem europäischen Wettbewerb ausgeschieden. Trotz einer 2:0-Führung verlor der BVB am Ende im abschließenden Gruppenspiel gegen Olympique Marseille 2:3. Die Franzosen stehen damit im Achtelfinale.

An den Fans lag es wahrlich nicht, dass Borussia Dortmund den Einzug ins Achtelfinale der Champions League verpasst hat. Wie bei den Heimspielen zuvor – vor allem aber auch auswärts in Frankreich, Griechenland und England – trieben die Fans gestern ihre Mannschaft mit dröhnenden Schlachtrufen und melodischen Gesangseinlagen nach vorne. Alleine es nutzte nichts: Dortmund spielte zwar stark, konnte aber nicht den nötigen Sieg mit vier Toren Abstand im entscheidenden, letzten Spiel der Gruppenphase gegen Olympique Marseille erreichen. Der BVB unterlag 2:3 (2:1).

Selbst die Qualifikation für die Europa League gelang nicht. Alle Verantwortlichen der Borussia beschworen vor der Partie mit K.o.-Charakter ihre Anhänger, dass man nur als Einheit das "Wunder von Dortmund“ schaffen könnte. Die Zuschauer im Westfalenstadion hatten aufmerksam zugehört und strapazierten ihre Stimmbänder direkt mit dem Anpfiff. Auf dem Platz kannte das schwarz-gelb gekleidete Team nur eine Richtung, marschierte konsequent auf das von Steve Mandanda gehütete Tor der Gäste zu. Da die Franzosen allerdings ein Bollwerk mit zehn Mann, die in der eigenen Hälfte verteidigten, errichtet hatten, tat sich das Team von Trainer Jürgen Klopp zunächst schwer.

"Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt und haben alles richtig gemacht", sagte BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Wir waren nicht hektisch, sondern haben uns den Gegner zurechtgelegt. Alles war gut in dieser ersten Halbzeit, aber dann haben wir uns alles zunichte gemacht. In der zweiten Halbzeit war dieses Spiel ein ganz anderes, diese Tore muss man trotzdem nicht kriegen. Bei einem 2:1 hätten wir sieben Punkte, so haben wir vier, das ist schon ein dramatischer Unterschied."

Blaszczykowskispielt stark auf

Angetrieben von einem stark aufspielenden Jakub Blaszczykowski entwickelten die Hausherren aber immer mehr Druck. Der Pole stellte Marseille auf deren linker Seite vor große Probleme. Seinen Passversuch zu Kapitän Sebastian Kehl verhinderte Olympiques Defensive noch, doch Sekunden später zappelte der Ball im Netz. Blaszczykowskis trockener Rechtsschuss brachte das Stadion in Wallung. Während der Anhang aus dem Nachbarland durch permanente Böllerwürfe für die falschen Überraschungsmomente sorgte, war es wieder Blaszczykowski der die Gästedefensive düpierte, Lucas Barrios mustergültig einsetzte, doch der Nationalspieler Paraguays traf nur das Außennetz.

Den Glauben an die große Sensation ließ kurz später Mats Hummels endgültig aufleben. Der abgeklärte Verteidiger verwandelte einen Strafstoß nach gut einer halben Stunde zum 2:0. Bitter: Der gefoulte Kehl musste mit Verdacht auf Jochbeinbruch ausgewechselt werden, nachdem er von Stephane Mbia mit dem Fuß im Gesicht getroffen wurde – Erinnerungen an Sven Benders doppelten Kieferbruch aus dem Arsenal-Spiel wurden wach.

Marseille trifft mit der ersten Chance

Während auf der Anzeigentafel der 2:0-Zwischenstand zwischen Piräus und Arsenal London die Hoffnungen auf das Achtelfinale wieder dämpfte, drückte der Anschlusstreffer von Marseilles Ein-Mann-Sturm Loic Remy in der Nachspielzeit auch die Wahrscheinlichkeit Platz drei und die Europa League zu erreichen. Der Kopfball war der erste Versuch der Franzosen, der aufs Dortmunder Gehäuse kam, effektiver geht es nicht – Schockstarre im weiten Rund war die Folge.

Zur zweiten Hälfte versuchte Klopp durch die Einwechslung von Ivan Perisic der für den blassen Mario Götze kam, nochmals neuen Schwung zu initiieren. Das Engagement aus den ersten 45 Minuten brachte der BVB allerdings nicht mehr mit aus der Kabine. Die Defensive der Franzosen hatte nun weniger Arbeit. Andre Ayew und Valbuena brachten Marseille mit ihren späten Treffern noch ins Achtelfinale der Champions League.

Von drei Wettbewerben bleiben der Borussia nun noch zwei übrig. In der Liga (gegen Kaiserslautern und in Freiburg) und im DFB-Pokal (in Düsseldorf) hat der BVB die Chance seinen Fans dennoch ein sportlich frohesFest zu bescheren.

Statistik

Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Löwe - Kehl (33. da Silva), Gündogan - Blaszczykowski, Lewandowski, Götze (46. Perisic) - Barrios (63. Kagawa). - Trainer: Klopp

Marseille: Mandanda - Azpilicueta, Nkoulou, Diawara, Traore - Mbia (46. Cheyrou), Diarra - Lucho (67. Ayew) - Amalfitano, Remy (73. Valbuena), Ayew. - Trainer: Deschamps

Schiedsrichter: Howard Webb (England)

Tore: 1:0 Blaszczykowski (23.), 2:0 Hummels (32., Foulelfmeter), 2:1 Remy (45.+4), 2:2 Ayew (85.), 2:3 Valbuena (87.)

Zuschauer: 65.590 (ausverkauft)

Beste Spieler: Hummels, Blaszczykowski - Diarra, Remy

Gelbe Karten: Felipe Santana - Mbia, Amalfitano (2), Ayew (2), Diarra (2), Valbuena

Torschüsse: 14:10

Ecken: 3:6

Ballbesitz: 55:45 Prozent

Fouls: 12:15

Quelle: seeg/chk

 
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