Ivorer schießt Chelsea ins Achtelfinale: Drogba gibt eindrucksvolle Bewerbung ab
zuletzt aktualisiert: 07.12.2011 - 15:22Hamburg (RPO). Didier Drogba hat den englischen Spitzenklub FC Chelsea ins Achtelfinale der Champions League geschossen und eine eindrucksvolle Bewerbung für andere Vereie abgegeben.
"Er muss niemandem mehr etwas beweisen", sagte Thierno Seydi, der Berater von Superstar Didier Drogba kürzlich englischen Tageszeitungen. Es ist das Selbstbewusstsein eines Mannes, der sich keine Sorgen um die Zukunft seines Schützlinges machen muss, auch wenn der langsam in die Jahre gekommen ist. Denn am Dienstagabend im Champions-League-Spiel des FC Chelsea gegen den FC Valencia bewies der Ausnahmestürmer von der Elfenbeinküste mal wieder, welche Qualitäten ihn auszeichnen.
Mit zwei Treffern und einer Torvorlage sorgte Drogba fast im Alleingang für den dringend benötigten Sieg gegen die Spanier und damit für das Erreichen des Achtelfinales der Königsklasse. Das 3:0 sei "ein Schlag ins Gesicht" für alle Kritiker gewesen, sagte Andre Villas-Boas, der sich bei seiner Lebensversicherung Drogba bedanken konnte - ein frühes Aus und der Trainer wäre noch stärker in die Kritik geraten, denn in der Liga hat sein Team bereits zehn Punkte Rückstand auf Tabellenführer Manchester City.
Chelsea-Angebot passt Drogba nicht
Und dennoch steht der Ivorer, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, bei den Blues auf der Abschussliste. "Er hatte das Angebot einer Verlängerung um ein Jahr von Chelsea, aber das passt uns nicht", ließ Berater Seydi bereits wissen. Verständlich, Drogba ist als dienstältester Ausländer des Klubs bereits seit 2004 in Chelsea und hatte seit seinem Wechsel für 37 Millionen Euro von Olympique Marseille eine über Jahre konstante Torquote: 97 Treffer in 212 Ligaspielen, 31 in 61 Champions-League-Partien, Drogba trifft fast in jedem zweiten Spiel.
Auch deswegen liegt sein aktueller Marktwert trotz seiner 33 Jahre noch immer bei erstaunlichen 17 Millionen Euro - Angebote soll es daher besonders aus den Regionen der Welt geben, in denen Geld für bestimmte Fußballvereine nur eine untergeordnete Rolle spielt und die sich traditionell für alternde Superstars interessieren. "Er wird dahin gehen, wo ihm das meiste Geld geboten wird. Es könnten die USA sein, Katar, Russland oder irgendwo in Asien", kündigte Seydi an. "Er wird dahin gehen, wo er sich aus finanzieller Sicht am wohlsten fühlt."
Erstaunlich ehrliche Worte, die aber nicht wirklich überraschen.
Es geht für Drogba schließlich um seinen vermutlich letzten Vertrag als Profi - verständlich, dass dabei eher eine wohltuende Altersvorsorge im Vordergrund steht als die sportliche Herausforderung. In die Sonne zu Los Angeles Galaxy oder in den Kaukasus zu Anschi Machatschkala wären angeblich zwei nahe liegende Optionen für den zweimaligen Torschützenkönig der Premier League (2007 und 2010).
Je dreimal gewann Drogba mit Chelsea Meisterschaft und Pokal, seit seinem Wechsel an die Stamford Bridge erreichte der Klub in der Champions League jedes Jahr mindestens das Achtelfinale, stand 2008 sogar im Endspiel, doch zu einem großen internationalen Titel hat es sowohl bei Drogba als auch bei den Blues bisher nicht gereicht. Und so ist es in dieser Saison vielleicht die letzte Chance für den Ivorer, nicht zum Michael Ballack Afrikas zu werden und als Weltklasse-Spieler ohne internationalen Titel, die große Fußball-Bühne zu verlassen.
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