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arjen robben panorama afp 2011
  Foto: AFP, AFP
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Sieg täuscht nicht über Probleme hinweg: Es brodelt schon wieder beim FC Bayern

zuletzt aktualisiert: 18.08.2011 - 12:33

München (RPO). Matchwinner Arjen Robben schlug Alarm, Trainer Jupp Heynckes stapfte wutentbrannt davon und Dauerkritiker Oliver Kahn vertiefte seine Vorwürfe gegen die Kapitäne. Obwohl Bayern München nach dem 2:0 (1:0) im Playoff-Hinspiel gegen den FC Zürich wohl für die Champions League und damit mit Einnahmen von etwa 25 Millionen Euro planen kann, brodelt es beim Rekordmeister.

Bei Präsident Uli Hoeneß kochten die Emotionen gleich mehrfach über, und seine angebliche Wutrede in der Pause sorgte auch nach dem Abpfiff noch für Turbulenzen.

Was passierte in der Kabine?

"Das waren einfach Emotionen, das gehört zum Fußball. Letzte Saison haben wir jeden Moment darüber gesprochen, dass wir nicht Europa League spielen wollen, dann muss man das auch mal auf dem Platz zeigen", sagte Arjen Robben. Er bestätigte damit indirekt einen Halbzeit-Ausbruch von Hoeneß, den andere nicht so erlebt haben wollten. "Er war in der Kabine, hat aber nichts gesagt", meinten Nationaltorhüter Manuel Neuer und Kapitän Philipp Lahm. Andere wie Mario Gomez wollten Hoeneß gar nicht gesehen haben. Zu ihnen gehörte auch Jupp Heynckes, der nach der wiederholten Nachfrage zum Thema mit rotem Gesicht das Weite suchte.

"Er war nicht da. Ich bin ja dort normalerweise im Mittelpunkt", sagte der Trainer. Die wahrscheinlichste Erklärung für das Hoeneß-Rätsel ist, dass der Präsident sich nach der erneut schwachen Vorstellung des Teams in den ersten 45 Minuten vor der Kabine Luft gemacht hatte. Postwendend spielte der FC Bayern in der zweiten Hälfte wesentlich besser. "Die Zuschauer haben in der Pause zu Recht gepfiffen. Wir müssen realisieren, dass wir noch nicht gut genug spielen. Das müssen wir verbessern, sonst wird es diese Saison ganz schwierig", sagte Robben dazu dem Bezahlsender Sky. Der FC Bayern spiele noch nicht aggressiv genug, mache zu viele Fehler: "Wir brauchen mehr Leidenschaft."

Diese Leidenschaft lebten an einem schönen Sommerabend vor 66.000 Fans vor allem Hoeneß, der auch auf der Tribüne nach einer vergebenen Großchance von Mario Gomez mit wutrotem Gesicht wie ein Flummi aufsprang, und eben Robben vor. Der Holländer spielte 90 Minuten mit Schmerzen im Rücken durch. Und obwohl er nur "bei 60 bis 70 Prozent meiner Leistungsfähigkeit war", sorgte er mit seinem Traumtor zum 2:0 in der 72. Minute für die Entscheidung. Zuvor hatte er mit einer tollen Flanke schon den Führungstreffer von Bastian Schweinsteiger in der 8. Minute vorbereitet.

Schweinsteigers Gruß an Kahn

Der Vize-Kapitän lief danach mit ausgestrecktem Finger jubelnd durchs ganze Stadion. Nach der Führungsspieler-Diskussion der letzten Tage war mit dem Treffer ganz offenbar viel Druck abgefallen, trotzdem legte der ehemalige Nationalkeeper Oliver Kahn in seiner Kritik gegen Schweinsteiger und Kapitän Lahm nach.

"Die beiden möchten und sollten jetzt den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung machen. Mich hat früher Kritik auch geärgert, ich habe mich aber hinterfragt. Diese Einstellung ist sehr empfehlenswert", sagte der 42-Jährige im "kicker". Hoeneß hatte seinen ehemaligen Torwart zuvor aufgefordert, den Spielern persönlich seine Meinung zu sagen, und nicht in "blöden Blogs, wo es innerhalb von Sekunden von Feuerland bis Alaska um die Welt geht".

Zürich zu harmlos

Hoeneß kocht innerlich, und das liegt ganz offenbar daran, dass er schon zu so einem frühen Zeitpunkt um seinen Traum von der Teilnahme am Champions League-Finale im eigenen Stadion (19. Mai 2012) zittern muss. Das Erreichen der Gruppenphase dürfte allerdings selbst für diese noch nach ihrem neuen Profil suchende Mannschaft beim Rückspiel am kommenden Dienstag kein Problem werden. Zu harmlos war der FC Zürich, zu gut stand die Defensive des FC Bayern. Immerhin das ist schon jetzt ein Fortschritt zur titellosen letzten Saison.

"Das 2:0 ist ein gutes Ergebnis, auch wenn es ein sehr gutes hätte werden können", erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf die vielen vergebenen Großchancen in der zweiten Hälfte: "Wir haben aber beste Voraussetzungen, um in die Gruppenphase einzuziehen." Dann allerdings muss die Mannschaft zu einer Einheit werden, in der jeder mit Leidenschaft auf dem Spielfeld kämpft und danach nicht redet, was er will.

Quelle: DAPD/can

 
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