| 16.11 Uhr

Unruhe beim FC Bayern
Robben mahnt, Ribéry flippt aus, Müller schiebt Frust

Ribéry pfeffert sein Trikot in die Ecke
Ribéry pfeffert sein Trikot in die Ecke FOTO: afp, GS
München. Der FC Bayern startet erfolgreich in die Champions League. Aber das 3:0 gegen Anderlecht ist kein Ausrufezeichen. Robben benennt klar die Mängel, Müller schiebt Bank-Frust, Ribéry wirft sein Trikot weg.

Das Ergebnis war okay, trotzdem verließen die Profis des FC Bayern München die Allianz Arena nicht mit strahlenden Mienen. Angesichts von 79 Minuten Überzahl hätte der deutsche Meister beim 3:0 (1:0) gegen den RSC Anderlecht zum Start in die Champions League auch ein ähnliches fußballerisches Feuerwerk abbrennen können wie es dem großen Gruppenrivalen Paris St. Germain mit Topstar Neymar am Dienstagabend beim 5:0 im Auswärtsspiel gegen Celitic Glasgow gelang.

"Die musst du aus der Arena schießen"

Ribéry fordert Rot, sieht Gelb und hat Glück FOTO: dpa, tha jhe

"Das Publikum verdient mehr", sagte Arjen Robben deutlich nach dem 14. Münchner Auftaktsieg nacheinander in Europas Königsklasse. "Bei allem Respekt. Nach der Roten Karte musst du die aus der Arena schießen. Da musst du geil sein und mehr Tore schießen", erklärte der Holländer wohltuend kritisch nach den Treffern von Robert Lewandowski (12. Minute/Foulelfmeter), Thiago (65.) und Joshua Kimmich (90.). "Wir müssen schneller nachlegen", sagte auch Nationalspieler Kimmich.

Das Spiel war keine starke Antwort auf die erste Saisonniederlage in Hoffenheim, sondern es warf vielmehr neue Fragen auf. Wo ist die Spielidee? Und welche Strategie verfolgt Trainer Carlo Ancelotti?

Nach Sven Kums Notbremse gegen Lewandowski, für die Anderlechts Profi die Rote Karte sah (11.), war vor 70 000 Zuschauern kaum Spielfreude zu sehen, selten Tempo, noch seltener mannschaftliche Harmonie. "Wir müssen uns hinterfragen, alle", lautete Robbens Fazit. Schon in zwei Wochen kommt es in Paris zur großen Kraftprobe mit Neymar und Co.

Ribéry verteidigt seinen Trikotwurf

Die Stimmungslage beim FC Bayern bleibt früh in der Saison arg angespannt. Thomas Müller schob am Vorabend seines 28. Geburtstages erneut bis zu seiner späten Einwechslung Frust auf der Ersatzbank. Und der emotionale Franck Ribéry riss sich nach seiner Auswechslung das Trikot vom Leib und schleuderte es wütend auf die Bank.

Sportdirektor Hasan Salihamidzic rügte den Franzosen für sein Fehlverhalten. "Das darf nicht passieren beim FC Bayern München. Das ist nicht okay. Da werden wir sprechen drüber", kündigte er an.

Die Mitspieler nahmen Ribéry zwar weitgehend in Schutz, Trainer Carlo Ancelotti äußerte aber ebenso Unverständnis: "Ich verstehe, dass Spieler 90 Minuten durchspielen wollen. Aber manchmal verstehen sie nicht, wie jetzt Franck Ribéry, dass ich nicht wegen der Leistung auswechsle. Er hatte vor dem Spiel kleinere Probleme. Ich verstehe seine Reaktion nicht."

Ribéry selbst meldete sich am Mittwoch auf seinen Seiten in den Sozialen Medien zu Wort und hat sich für seinen Trikotwurf gerechtfertigt. Dieser habe "nichts mit Respektlosigkeit zu tun, oder irgendetwas anderem, das mir vorgeworfen wird von Leuten, die glauben oder vortäuschen, mich zu kennen", schrieb Ribéry auf seinen Seiten in den Sozialen Medien.

"Ich war immer einer der ehrlichen und loyalen Spieler in diesem Geschäft, ich respektiere die Fans und ich respektiere den Klub, den ich liebe", schrieb Ribéry weiter: "Manche werden es nie verstehen, was es bedeutet, alles für seinen Klub zu geben, und das tut mir leid für sie."

Er werde die Farben des FC Bayern immer verteidigen, schloss der 34-Jährige seinen Beitrag, "und in jedem Spiel mit all meiner Leidenschaft bei der Sache sein. Weil ich den Fußball liebe, aus Liebe zu unseren Anhängern und, um viele Fans auf der Welt glücklich zu machen." Dazu stellte er ein Foto, das ihn in seinem Haus in einem rot-weiß gestrichenen Zimmer zeigt, über ihm der Schriftzug "Mia san mia".

(can/dpa/sid)
 
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