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Bayern gegen Atletico
Nie ohne Müller!

Müller dreht Spiel zugunsten der Bayern
Müller dreht Spiel zugunsten der Bayern FOTO: afp
München. Bayern München trifft im Halbfinal-Rückspiel der Champions League am Dienstagabend auf Atletico Madrid. Im ersten Vergleich verzichtete Trainer Pep Guardiola zunächst auf den Nationalspieler. Ein Fehler. Von Martin Beils

Louis van Gaal hat schon viele lustige und merkwürdige Dinge gesagt. Zum Beispiel: "Seit ich hier bin, scheint die Sonne", "Ich habe einen Körper wie Gott", "Ich bin ein Womanizer". Van Gaal, heute mäßig erfolgreicher Trainer bei Manchester United, hat in seinen knapp zwei Jahren beim FC Bayern München auch einen Satz für die Verfassung dieses Klubs beigesteuert: "Müller spielt immer." Jedenfalls immer dann, wenn es wichtig ist.

Pep Guardiola verstieß im Hinspiel des Champions-League-Halbfinales gegen diesen Grundsatz, ließ Thomas Müller 70 Minuten auf der Bank und bekam die Quittung: eine 0:1-Niederlage bei Atletico Madrid, viel Kritik und eine schwere Aufgabe am Dienstagabend im Rückspiel (20.45 Uhr/Live-Ticker). Guardiola war zum Opfer seiner eigenen taktischen Überlegungen geworden. Er hatte Kingsley Coman und Douglas Costa als Zulieferer für Robert Lewandowski aufgeboten. In dieser eher starren Formation war kein Platz für Müller, den Wandervogel in der Offensive.

Müller reagiert gelassen auf Bankplatz

Es wäre schon arg überraschend, sollte Guardiola am Dienstagabend noch einmal auf den Angreifer verzichten, der seine acht Treffer in dieser Champions-League-Saison immer als Mitglied der Startformation erzielte. Es gibt ja noch zwei Beispiele, die belegen, wie richtig van Gaal mit seinem Axiom lag: Bei der Niederlage der deutschen Elf im Halbfinale der WM 2010 gegen Spanien fehlte Müller wegen einer Gelbsperre, 2012 bei Münchens im Elfmeterschießen verlorenem "Finale dahoam" gegen den FC Chelsea nahm ihn Jupp Heynckes kurz vor Ende der regulären Spielzeit vom Platz.

Müller kommentierte Guardiolas Entscheidung übrigens mit bemerkenswerter Gelassenheit: "Wenn jeder, der nicht spielt, gleich ausflippt, können wir die Saison gleich vergessen." Mit Blick auf das Rückspiel hat er allerdings in den Angriffsmodus umgeschaltet. In bestem Lukas-Podolski-Deutsch sagt er: "Wir werden Gas geben und einen raushauen." Pep Guardiola streichelt den zuletzt Verschmähten verbal: "Ich liebe es, mit Thomas Müller zu spielen. Er hat einen Riecher, eine Nase vor dem Tor. Er hat spezielle Voraussetzungen."

Der Katalane weiß, dass er gegen Atletico auch von seinem Torjäger abhängig ist. "Jeder killt mich", sagte er angesichts des möglichen dritten Aus in einem Halbfinale der Champions League, "aber ich bin noch nicht tot. Ich habe noch eine Kugel." Noch gibt es ein Rückspiel. Und wenn es da "nicht klappt, dann könnt ihr mich killen". Man sollte das nicht wörtlich nehmen.

Die voraussichtlichen Aufstellungen, München: Neuer - Lahm, Boateng, Martinez, Alaba - Vidal - Costa, Thiago, Müller, Ribéry - Lewandowski. Atletico: Oblak - Juanfran, Giminez, Godin, Filipe Luis - Koke, Gabi, Augusto, Saul Niguez - Torres, Griezmann. -Schiedsrichter: Cakir (Türkei)

Quelle: RP
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