| 09.21 Uhr

Erst Weltklasse-Parade, dann Patzer
Manuel Neuer ist doch nur ein Mensch

Neuer patzt in London
Neuer patzt in London FOTO: dpa, soe
Düsseldorf. Manuel Neuer war der tragische Held bei der 0:2-Niederlage des FC Bayern in der Champions League beim FC Arsenal. Erst hielt die deutsche Nummer 1 den Rekordmeister mit Weltklasse-Paraden im Spiel, dann leistete er sich vor dem 0:1 einen folgenschweren Patzer. Das Spiel hat gezeigt: Neuer ist doch nur ein Mensch. Von Stephan Seeger

Neuer suchte gar nicht erst nach Ausreden. "Wir haben uns das heute natürlich etwas anders vorgestellt. Ich habe den großen Fehler gemacht, der Arsenal in Führung gebracht hat. Daran werde ich arbeiten", nahm der Keeper des FC Bayern die Schuld an der Niederlage auf sich. Über die Weltklasse-Parade gegen Arsenals Theo Walcott in der ersten Halbzeit verlor Neuer kein Wort. Auf die Frage, wie er den Ball denn gehalten habe, sagte er lapidar: "Mit der linken Hand."

Es läuft die 33. Spielminute, als Neuer die Fußball-Welt ins Staunen versetzt. Nach einer Flanke von Arsenals Nacho Monreal kommt Walcott fünf Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball. Der Angreifer bugsiert den Ball auf das Tor – doch Neuer zeigt einen Wahnsinns-Reflex und kratzt den Ball katzenartig mit der linken Hand von der Linie. Es dauert nur wenige Sekunden, ehe das Schlagwort "Manuel Neuer" bei Twitter zum Trend wird. Die ganze Fußball-Welt verneigt sich vor der Parade des Bayern-Keepers, der vor allem wegen solcher Aktionen für die Wahl zum Weltfußballer des Jahres nominiert ist. Neuers verletzter Teamkollege Mario Götze twitterte sofort: "Safe!!! Great @Manuel_Neuer #NeuerTheWall #ARSFCB". In den sozialen Netzwerken wurden sogar schon Vergleiche zu Gordon Banks' Parade gegen Brasiliens Pele bei der WM 1970 gezogen. Damals parierte der frühere englische Nationaltorhüter einen Kopfball von Pele mit einer Wahnsinnstat. Neuers Rettungsaktion gegen Walcott steht Banks' Parade allerdings in Nichts nach.

Fußballwelt feiert Neuers Parade gegen Walcott

Es war allerdings nicht die erste Großtat Neuers: Schon nach sieben Minuten tauchte er bei einem Schuss von Mesut Özil blitzschnell ab und lenkte den Ball um den Pfosten. Der Hashtag #NeuerTheWall ist indes keine neue Erfindung. Spätestens nach dem Achtelfinale gegen Algerien bei der Weltmeisterschaft in Brasilien im vergangenen Jahr wusste die gesamte Fußballwelt, wie gut Neuer wirklich ist. Mit seinen riskanten Ausflügen verzückte er Experten und Fans gleichermaßen. Auch in der EM-Qualifikation zeigte Neuer zuletzt gegen Polen, Irland und Georgien starke Leistungen und war Garant dafür, dass der Weltmeister zur Endrunde nach Frankreich fahren darf.

Doch dann gibt es da ja noch die 77. Spielminute in der Partie in London. Freistoß Arsenal. Neuer versucht, an die Hereingabe aus dem Halbfeld zu gelangen, springt aber daneben. Olivier Giroud bringt den Ball am Ende halb mit der Hand, halb mit der Schulter über die Linie. Eindeutig ein Fehler des besten Torhüters der Welt, auch wenn ihm gleich durch mehrere Spieler ein bisschen die Sicht versperrt war.

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Während Neuer den Fehler auf sich nahm, erhielt er Rückendeckung aus dem Lager des Rekordmeisters. "Wir haben nicht wegen Manuel Neuer verloren. In der ersten Halbzeit hat er wahnsinnig gehalten, also ist es kein Problem. Es ist egal", sagte der Spanier nach dem Spiel.

(seeg)
 
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