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Champions League in Zagreb
Gladbach soll für die Bayern ein Ausrutscher bleiben

Fotos: Frust nach erster Saison-Niederlage
Fotos: Frust nach erster Saison-Niederlage FOTO: dpa, bt fdt fpt
Zagreb. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sieht Bayern München bei der Triple-Jagd in einem "ganz wichtigen Moment" - da kommt das sportlich völlig unwichtige Abschlussspiel der Gruppenphase in der Champions League bei Dinamo Zagreb zur Unzeit. Nach dem "Wachrüttler" (Rummenigge) beim 1:3 in Mönchengladbach ermahnte der Klub-Boss die Spieler, sie müssten "noch mal ein Stück zusammenrücken". Zu groß waren die Probleme der seltsam geschrumpften "Über-Bayern".

Um nicht völlig außer Tritt zu geraten und die weiteren Ziele zu gefährden, soll am Mittwoch (20.45 Uhr/Live-Ticker) eine bessere B-Elf für Wiedergutmachung sorgen – mit Sven Ulreich als Vertreter des geschonten Manuel Neuer und möglicherweise auch mit Rückkehrer Thiago. "Ich spüre das: Wir haben eine Chance, in diesem Jahr alles zu packen. Wir haben eine Chance!", sagte Rummenigge bei der internen Weihnachtsfeier am Sonntag, "aber wir haben nur eine Chance, wenn wir noch mal alles dem FC Bayern unterordnen." Und zwar ab sofort!

Aus der überraschenden Pleite in Gladbach könne die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola "schöne Lehren ziehen", sagte Rummenigge. Nicht unbedingt für Zagreb, ist den Bayern Platz eins in Gruppe F doch nicht mehr zu nehmen und das Ticket fürs Achtelfinale schon gebucht. Aber für den weiteren Saisonverlauf - auch und gerade in der Königsklasse.

"Das nächste wichtige Spiel", sagte Kapitän Philipp Lahm mit Blick auf den prestigeträchtigsten Wettbewerb, "haben wir im Februar, März." Bis dahin muss Guardiola seinem Team die seltsame Kopflosigkeit austreiben, die es nach Rückständen schon häufiger befallen hat. Wie etwa bei den schmerzhaften Halbfinal-Pleiten gegen Real Madrid und den FC Barcelona in Guardiolas ersten beiden Spielzeiten in München. Eine Wiederholung im kommenden Frühjahr - und der Katalane ginge im Sommer vielleicht als Unvollendeter.

Zunächst aber wollen sich die Bayern mit einem Sieg in Zagreb wieder Selbstvertrauen holen für noch zwei Bundesligaspiele und das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Darmstadt 98 vor der Winterpause. "Ich erwarte das Beste von meinen Spielern. Wenn ihnen die Konzentration fehlt, werden sie ein Problem mit mir bekomen. Es ist kein Freundschaftsspiel, es geht ums Prestige - für Bayern München, die Spieler und den Trainer", betonte Guardiola. Außerdem gehe es um "Punkte für das Uefa-Ranking", meinte Rummenigge, und um 1,5 Millionen Euro Prämie: "Wir sind Profis. Da muss man zusehen, dass, wenn es Geld gibt, man auch versucht, Geld zu gewinnen."

Guardiola zur Rotation gezwungen

Dennoch dürfte Guardiola so viel wie möglich rotieren lassen. Holger Badstuber aber ist nach seiner Roten Karte gegen Piräus gesperrt; David Alaba, Juan Bernat, Douglas Costa, Arjen Robben und Mario Götze fehlen verletzt. Dafür steht Thiago nach seiner Kapselverletzung im Knie wieder im Kader. Gut möglich, dass Franck Ribery nach seinem gelungenen Comeback in Gladbach von Beginn an ran darf. "Ich bin noch nicht bei 100 Prozent. Ich brauche jetzt wieder Rhythmus, Training, Spielpraxis", sagte er.

Im Tor wird Ulreich sein zweites Pflichtspiel für den FC Bayern bestreiten. Die Münchner Nummer eins Neuer trat die Reise nicht mit an. Auch Jan Kirchhoff steht vor seinem ersten Saisoneinsatz, weil Jerome Boateng bei der nächsten Gelben Karte gesperrt wäre.

Doch egal, mit welcher Mannschaft - Lahm glaubt an die Gier der Bayern. "Das Beeindruckende an der Mannschaft ist, dass sie alle drei, vier Tage mit Energie aufs Feld geht und versucht zu gewinnen", sagte er. Das dürfte erst recht nach einem "Wachrüttler" gelten.

(sid)
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