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Gianluigi Buffon in der Champions League
Der alte Mann und die Sehnsucht nach dem Henkelpott

Gianluigi Buffon hofft mit Juventus Turin auf seinen ersten Champions-League-Sieg
Gianluigi Buffon jubelt nach dem Halbfinal-Einzug. FOTO: rtr, saw
Düsseldorf. Gianluigi Buffon ist einer der ganz großen im Fußball. Mit 39 Jahren hat er beinahe alles gewonnen, was ein Spieler gewinnen kann und gehört trotzdem noch zu den Besten. Nur der Triumph in der Champions League fehlt ihm noch. Dieses Jahr soll es endlich klappen.  Von Daniel Brickwedde

Kürzlich erklärte Gianluigi Buffon in einem Interview, er werde bis ins Alter von 65 Jahren spielen. Es war im Scherz gemeint, doch bei ihm kann man nie wissen, der noch im hohen Fußballalter von 39 Jahren auf höchstem Niveau wie eh und je das Tor bei Juventus Turin hütet. Er scheint unverwüstlich. Ein Evergreen. Für nicht wenige sogar als Aktiver schon eine Legende. 

Ein Status, der sich auch aus seiner Vita abliest. Weltmeister 2006, Uefa-Cup-Sieger 1999 mit dem FC Parma, selbst einen Europameistertitel im U21-Bereich 1996 durfte er bereits in die Höhe stemmen – von seiner vielfachen nationalen Silberware mit sieben Meisterschaften und drei Pokalsiegen mal ganz abgesehen. Nur ein Titel fehlt ihm nach wie vor zur kompletten Vollendung seiner Karriere, die größte aller Vereinstrophäen, der Henkelpott der Champions League. 

Erst zwei Gegentreffer im ganzen Wettbewerb

Mit dem Viertelfinal-Erfolg gegen den FC Barcelona und dem Einzug ins Halbfinale ist Buffon diesem Titel mal wieder einen Schritt näher gekommen. Nach dem Barcelona-Wunder im Achtelfinale, als die Katalanen eine 0:4-Hinspielpleite gegen Paris St. Germain mit einem 6:1 im Rückspiel noch drehten, wurde die hochgelobte Offensive um Lionel Messi und Neymar dieses Mal kaltgestellt. Juventus war schlicht zu abgeklärt. 

Daran hatte auch Buffon seinen Anteil, der im gesamten Wettbewerb erst zwei Gegentore kassierte und auch gegen Barcelona sein Tor sauber hielt. "Wir waren bärenstark", lautete sein Fazit. Gegen ihn und Juve gibt es keine Wunder. 

Damit lebt sein Traum weiter. Das Streben nach der Champions League ist mit ein Grund, weshalb er mit fast 40 Jahren immer noch auf dem Feld steht. "Das treibt mich an. Hätte ich schon alles gewonnen, wäre ich vor Langeweile längst berufsmüde", sagte der vierfachen Welttorhüter, dessen erstes Profispiel aus dem Jahr 1995 datiert. 

Karriereende nach der WM 2018 

Dabei war er schon zweimal nahe dran am Pokal, stand zweimal mit Juventus Turin im Finale, ging doch jedes Mal als Verlierer vom Platz. 2003 – im Alter von 25 Jahren – halfen im italienischen Finale gegen den AC Mailand selbst zwei gehaltene Strafstöße nichts gegen die 2:3-Niederlage nach Elfmeterschießen. Elf Jahre später, 2014, folgte in Berlin die 1:3-Pleite gegen den FC Barcelona.

"Seit der Endspiel-Niederlage gegen Barcelona sind wir auf dem richtigen Weg. Wir sind jetzt reifer und gehen wichtige Spiele wie dieses mit mehr Selbstvertrauen an", sagte Buffon nach der geglückten Revanche gegen die Katalanen. 

Am 3. Juni beim Finale in Cardiff will er seine dritte Chance auf den Titel bekommen – um endlich dieses Kapital zu vollenden. Es könnte allerdings auch eine seiner Letzten werden, denn selbst ein Buffon wird nicht jünger. Vor einem Jahr stellte er ein Karriereende nach der Weltmeisterschaft 2018 in Russland in Aussicht. Fehlt ihm bis dahin immer noch der Henkelpott in seiner Sammlung, könnte er diesen Schritt jedoch noch einmal überdenken. Bei Buffon kann man nie wissen.

(dbr)
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