Stuttgart in der Champions League: Hleb ist heiß auf Barcelona
VON ECKHARD CZEKALLA - zuletzt aktualisiert: 23.02.2010 - 19:57Stuttgart (RP). Beim spanischen Spitzenklub konnte sich der Weißrusse nicht durchsetzen. Im Achtelfinale der Champions League ist der 28-Jährige mit dem VfB Stuttgart nur Außenseiter. "Die Chancen stehen 10:90", sagt er.
Der Blick zurück ruft Enttäuschung hervor. "Ich habe dort mein Selbstvertrauen verloren", sagt Alexander Hleb. Der Blick nach vorne wird auch nicht gerade von Optimismus begleitet. "Unsere Chancen liegen bei 10:90", betont der Weißrusse, der am Dienstag (20.45 Uhr im Live-Ticker) mit dem VfB Stuttgart im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League auf seine Ex-Kollegen des FC Barcelona trifft.
"Das war der einzige Gegner, den ich mir bei der Auslosung nicht gewünscht habe, denn ich will ja mit Stuttgart eine Runde weiterkommen", ergänzt der 28-Jährige. Im Sommer 2008 war er nach drei Jahren beim FC Arsenal London als spielstarker Mittelfeldmann zu den Katalanen gekommen (Vertrag bis Juni 2012), erlebte dort aber die Spiele überwiegend von der Ersatzbank aus.
Auch in Stuttgart, wo er von 2000 bis 2005 unter Vertrag stand, hat sich der zunächst nur für ein Jahr ausgeliehene Hleb noch nicht durchgesetzt, ist er bislang nicht der Spielgestalter. "Er kann den Unterschied ausmachen", sagt Trainer Christian Gross, der vom Mann für die genialen Pässe mehr erwartet und ihn regelmäßig zwischen der 55. und 74. Minute auswechselte. Man habe gegen das "weltbeste Klubteam" nichts zu verlieren, meint Groß, der von seinen Spielern erwartet, dass sie die Fans zufrieden nach Hause gehen lassen.
Mit dem 5:1 am Samstag in Köln haben die Stuttgarter weiter Selbstvertrauen getankt, auch wenn Manager Horst Heldt nicht glaubt, dass "Barcelonas Profis nun Angst vor uns haben". Zwar fallen bei den Katalanen wohl Xavi, Eric Abidal, Seydou Keita und Dani Alves aus, doch Trainer Pep Guardiola kann noch immer eine mit Weltstars wie Messi, Zlatan Ibrahimovic, Thierry Henry oder Iniesta gespickte Elf aufbieten, in der jeder Akteur eine Partie entscheiden kann.
"Wir spielen risikofreudig, weil wir wissen, das wir immer irgendeine Option haben, aus der Klemme kommen zu können", sagt Torhüter Victor Valdes, der Guardiola lobt, dessen Bilanz als Barca-Coach (71 Siege, 19 Remis, zehn Niederlagen) sich wahrlich sehen lassen kann.
"Marschieren, kämpfen, mutig sein", nennt Erfolgscoach Felix Magath die Tugenden, mit denen die Bundesligaprofis gegen die übermächtig erscheinenden Berufskollegen für eine Überraschung sorgen könnten. Die Bilanz spricht aber dagegen. In den zurückliegenden 13 Duellen in der Königsklasse gab es nur zwei Remis für die Bundesligisten Werder Bremen, Stuttgart, Schalke 04, Bayern München und Bayer Leverkusen, das am 25. September 2001 den letzten Erfolg (2:1) gegen Barcelona feiern konnte.
Die Schwaben wollen die Negativserie beenden. Zurück ins Team kommt Nationalspieler Sami Khedira für den in Köln starken Zdravko Kumanovic. Ob der vierfache Torschütze Cacau oder doch der Rumäne Ciprian Marica von Beginn an dabei ist, ließ Trainer Gross offen. Cacau machte schon deutlich, dass er einen Platz auf der Bank akzeptieren würde, denn "es geht nicht um mich. Die Mannschaft steht im Vordergrund". Eine Einstellung, die Trainern gefällt.
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