Ausschreitungen: Italien begrüßt harte Strafe gegen Inter
zuletzt aktualisiert: 16.04.2005 - 15:04Rom (rpo). In der italienischen Öffentlichkeit ist nach den bösen Ausschreitungen im CL-Spiel gegen den AC Milan die drakonische Strafe gegen Inter Mailand durchweg begrüßt worde. Der Verein selbst will nun verstärkt gegen seine Hooligans vorgehen.
Im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den Stadtrivalen AC Mailand war es von Seiten Inters zu schweren Ausschreitungen gekommen. "Sechs Spiele Stadionsperre für Inter - eine Warnung an die Hooligans, jetzt wird es ernst", schrieb die Gazzetta dello Sport. Die Strafe der Europäischen Fußball-Union (Uefa) sei ein harter Schlag für den Klub, allerdings auch sehr lehrreich und gerecht, kommentierte das Blatt weiter.
Der 13-malige italienischen Meister Inter Mailand muss nach den schweren Krawallen, die am vergangenen Dienstag zum Abruch des von dem deutschen Schiedsrichter Dr. Markus Merk geleiteten Derbys führten, seine kommenden sechs Europacup-Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Die letzten beiden dieser sechs Partien setzte die Kontroll- und Disziplinarkommission der Uefa für drei Jahre auf Bewährung aus. Zudem wurde der Klub mit einer Geldstrafe in Höhe von 193.000 Euro belegt und die Begegnung, die in der 75. Minute beim Stand von 0:1 abgebrochen wurde, mit 0:3 aus Sicht von Inter gewertet.
Strafe muss sein
Derweil geht Inter Mailand gegen die Hooligans verstärkt in die Offensive. Der Klub wird als Nebenkläger an dem Prozess gegen vier Randalierer teilnehmen, die nach den schweren Ausschreitungen am Dienstagabend verhaftet wurden. Zu den Hooligans, gegen die in den kommenden Tagen ein Prozess eröffnet wird, gehört auch der Mailänder Matteo S. 2001 hatte er während des Spiels von Inter gegen Atalanta Bergamo einen Motorroller vom zweiten Rang der Tribüne in die Tiefe gestürzt. Glücklicherweise wurde niemand verletzt.
Tuttosport gewann der Inter-Strafe sogar noch etwas Positives ab: "Dem Mailänder Klub bleibt der Ausschluss aus der Uefa-Runde in der kommenden Saison erspart. Dank des diplomatischen Geschicks von Inter-Präsident Giacinto Facchetti konnte das Schlimmste gerade noch abgewendet werden. Jetzt kann Inter Einspruch gegen das Urteil einreichen, das dem Klub Verluste an die fünf Millionen Euro bescheren wird."
Gut davongekommen
La Repubblica fordert Inter auf, das Uefa-Urteil ohne Proteste zu akzeptieren. "Wer Fehler macht, muss dafür zahlen", schrieb die Zeitung und ergriff Partei für den Verein: "Inter und die Mehrheit der Tifosi haben keine Verantwortung für die Gewalttätigkeiten im Giuseppe-Meazza-Stadion, doch alle müssen jetzt für diese Vorfälle zahlen." Ein Minderheit habe allen Tifosi geschadet, die eigentlich nur ein schönes Fußballspiel im Stadion sehen wollten.
Inter Mailand hätte ein Jahr von europäischen Spielen ausgeschlossen werden können, befand der Corriere della Sera: "Obwohl die Strafe zu den schwersten in der Geschichte des Fußballs zählt, ist sie nicht so streng wie erwartet. Daher wird Inter keinen Einspruch einlegen. Inter ist besser behandelt worden, als es die Fans verdient hätten."
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