Champions League: Liverpool und Eindhoven stehen im Halbfinale
zuletzt aktualisiert: 13.04.2005 - 23:43Turin / Eindhoven (rpo). Der FC Liverpool und PSV Eindhoven stehen im Halbfinale der Champions League. Während Liverpool das 0:0 bei schwachen Turinern reichte, musste Eindhoven gegen Lyon zittern. Beim 4:2 im Elfmeterschießen zeigten die Niederländer aber die besseren Nerven.
Im Halbfinale kommt es jetzt zum englischen Duell Liverpool gegen Chelsea London. Das zweite Semifinale bestreiten voraussichtlich der AC Mailand, dem am Freitag von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) aller Voraussicht nach am grünen Tisch der Sieg gegen den Lokalrivalen Inter nach dem Spielabbruch am Dienstag wegen schwerer Ausschreitungen der Inter-Fans zugesprochen wird, und der PSV Eindhoven.
Das Team von Trainer Guus Hiddink setzte sich im letzten Viertelfinale gegen den französischen Meister Olympique Lyon 4:2 im Elfmeterschießen durch, nachdem es nach 90 und 120 Minuten wie beim Hinspiel in Lyon 1:1 (1:1, 1:0) gestanden hatte. Der PSV war zuletzt auf dem Weg zum Europapokalsieg 1988 in die Runde der letzten Vier eingezogen. Der Franzose Silvain Wiltord hatte den Bremen-Bezwinger Lyon in der 10. Minute mit seinem sechsten Champions-League-Tor in dieser Saison in Führung gebracht, der Brasilianer Alex (50.) für den PSV den Ausgleich erzielt. Im Elfmeterschießen wehrte Eindhovens Keeper Heurelho Gomes die Schüsse von Michael Essien und Eric Abidal ab, der Brasiliener Robert machte schließlich für den PSV alles klar.
Der viermalige Europacupsieger der Landesmeister aus Liverpool war zuletzt 1985 in diesem Wettbewerb so weit gekommen. Damals erreichten die Engländer sogar das Finale, in dem sie im Brüsseler Heysel-Stadion 0:1 gegen "Juve" verloren. Überschattet wurde die Partie damals durch 39 Todesopfer, die eine Massenpanik unter den Zuschauern gefordert hatte.
In einem über weite Strecken enttäuschenden Spiel im Stadio Delle Alpi in Turin versäumten es die Gastgeber, die Liverpooler entscheidend unter Druck zu setzen. Die "Reds", die ohne die verletzten Mittelfeldspieler Dietmar Hamann und Steven Gerrard angetreten waren, kamen nur selten in Bedrängnis.
Der Schwede Zlatan Ibrahimovic (12.) und Abwehrspieler Fabio Cannavaro, der in der 78. Minute per Kopf den Pfosten traf, vergaben noch die besten Chancen für die Turiner. Für Liverpool hätte der tschechische Torjäger Milan Baros in der 50. Minute alles klar machen können, verfehlte aber das Turiner Tor knapp.
Vor der Partie in Turin hatte es keine 24 Stunden nach dem abgebrochenen Skandalspiel in Mailand Ausschreitungen zwischen etwa 50 "Ultras" und rund 100 Polizisten einer Spezialeinheit gegeben, die von den Chaoten mit Gegenständen beworfen wurden. Drei Autos, davon zwei Streifenwagen, gingen in Flammen auf. Die Polizei setzte Tränengas ein und benötigte mehr als eine halbe Stunde, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.
Bereits am Dienstag war es im Stadtzentrum von Turin zu ersten Zusammenstößen zwischen Fans gekommen. Dabei wurde ein Liverpool-Anhänger leicht am Kopf verletzt, nachdem es in einer Bar zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen war. Gegen acht "Juve"-Fans im Alter zwischen 25 und 34 Jahren wurde Anzeige erstattet. Aus Angst vor Ausschreitungen zum 20-jährigen Jubiläum der Tragödie von Brüssel hat die Polizei etwa 1.000 Beamte zusammengezogen. Insgesamt 2.500 Fans waren aus Liverpool nach Turin gekommen.
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