Chancen der Halbfinalisten: ManU und Chelsea in der Favoritenrolle
zuletzt aktualisiert: 12.04.2007 - 14:15Düsseldorf (RPO). Das Halbfinale der Champions League steht. In knapp zwei Wochen treffen zunächst Manchester United und der AC Mailand aufeinander (24. April), einen Tag später bekommt es Chelsea mit dem FC Liverpool zu tun. Wir blicken voraus und sagen Ihnen, welche Teams die größten Chancen auf den Gewinn der "Königsklasse" besitzen.
Den beeindruckendsten Halbfinaleinzug realisierte unbestritten Manchester United. Die Engländer schossen den AS Rom mit 7:1 aus ihrem legendären Stadion Old Trafford. Mit einem solchen Ergebnis hat noch kein anderes Team in der K. o-Runde der Champions League gewonnen. Zugleich war es Manchesters höchster Sieg auf europäischer Ebene seit dem 7:1 in der ersten Europapokal-Runde 1968 gegen die Iren von Waterford.
Aber auch der 2:0-Sieg des AC Mailand beim deutschen Rekordmeister Bayern München beeindruckte. Chelsea hatte beim 2:1-Sieg in Valencia das Glück auf seiner Seite, während der FC Liverpool gegen Eindhoven auf extrem wenig Gegenwehr stieß.
Spanien bleibt Spitze:
So oft erreichten die Teams der Landesverbände das Halbfinale der Champions League:
13 Mal Spanien
12 Mal Italien
11 Mal England
7 Mal Deutschland
5 Mal Frankreich
4 Mal Niederlande
2 Mal Portugal
1 Mal Griechenland
1 Mal Ukraine
Der Favorit: FC Chelsea
Geld schießt Tore: Der amtierende Premier-League-Champion verfügt über das beste Personal. Die hohe Qualität beschränkt sich nicht nur auf die ersten elf bis 14 Akteure, sondern durch zieht sich durch den kompletten Kader.
Hinzu kommt, dass die Mannschaft des exzentrischen Trainers Jose Mourinho sehr variabel agiert. Mal druckvoll, mal abwartend, mal über außen, mal mit Zug durch die Mitte. Auch bei schlechter Leistung verstehen es die "Blues" in der Regel, zumindest das Ergebnis positiv zu gestalten. Nun geht es im Halbfinale gegen Liverpool.
Geheimfavorit: FC Liverpool
Die kollektive Freude währte nicht lange, bereits am Mittwoch flogen zwischen den gefeierten Klubs die ersten Giftpfeile. Für Reds-Coach Rafael Benitez ist das bevorstehende Halbfinale gegen den FC Chelsea (24./25. April und 1./2. Mai) nicht nur eine Neuauflage des Semifinals beim späteren Liverpooler Triumph 2005, sondern auch eine persönliche Abrechnung mit dessen Trainer Jose Mourinho.
"Wir waren so lange gute Freunde, bis wir anfingen, gegen Chelsea zu gewinnen. Von da an hat er seine Meinung geändert", sagte der Spanier und fügte hinzu: "Gegen Top-Teams hat er immer Ärger provoziert. Auch jetzt wieder."
Der Grund für Benitez' Aufregung ist Mourinhos Aussage, Liverpool trage die Favoritenbürde, da die Reds nur noch in der "Königsklasse" eine Titelchance haben. Chelsea dagegen habe noch die Möglichkeit zum "Grand Slam". Zudem gehe es Benitez gegen den Strich, dass der Portugiese noch heute bei jeder Gelegenheit behauptet, der Siegtreffer von Luis Garcia im Halbfinale 2005 sei irregulär gewesen.
Auch die Spieler fiebern bereits jetzt dem Duell entgegen. Bei den Blues sitzt der Stachel vom Halbfinal-Aus vor zwei Jahren noch immer tief. "Das ist unsere Chance, diese Gedanken für immer auszulöschen", sagte Kapitän John Terry. Doch auch Liverpool sieht sich für die "Spiele des Jahres" gerüstet. "Alle sind heiß. Wir hatten diese Situation ja schon einmal. Wollen wir hoffen, dass es wieder genauso ausgeht", sagte Liverpools Stürmer Peter Crouch.
Die erste Elf, vielleicht auch noch ein paar mehr Spieler, sind reif für den Titel. In der Breite fehlt dann die Qualität im Vergleich zu Chelsea. Aber mit den Fans, Liverpooler Kampfgeist und einem Quäntchen Glück, stellen die Reds zumindest einen Geheimfavorit.
Geheimfavorit: Manchester United
Mit der Sternstunde vom 7:1 über Rom setzte ManU Maßstäbe, in der englischen Premier League kam der Königsklassen-Champion von 1999 zuletzt aber ins Straucheln. Zwar ist das Team von Alex Ferguson noch Spitzenreiter, doch durch eine 1:2-Niederlage gegen Portsmouth verringerte sich der Vorsprung auf Chelsea auf nur noch drei Punkte.
Die 7:1-Gala sollte aber das Selbstvertrauen schärfen. Und es bilden sich wieder neue Stars um Kapitän Ryan Giggs. David Beckham ist längst vergessen, dafür überragte zuletzt Michael Carrick, dem gegen Rom ein Doppelpack gelang. Stürmer Alan Smith, der lange verletzt ausfiel, findet nun seine Form.
ManU ist schwer auszurechnen - und dass es nach Rom im AC Mailand gegen ein weitere Mannnschaft aus Italien geht, sollte den Engländern zu Gute kommen. Mit Manchester ist im Halbfinale zu rechnen.
Außenseiter: AC Mailand
Der große Vorteil des AC Mailand besteht in der Routine, die vor allem durch den 38 Jahre alten Paolo Maldini personalifiziert wird. Der italienische Rekordnationalspieler befindet sich auf seiner Abschiedstour, denn am Saisonende soll endgültig Schluss sein.
Das Problem von Milan ist die Abhängigkeit von Kaka, dem brasilianischen Superstar, der laut Kaiser Franz Beckenbauer mit Ball schneller wird. Spielt Kaka schlecht oder fehlt er sogar, gewinnt der AC laut Statistik nicht mehr allzu viele Spiele.
Dennoch, die Vierer-Abwehr steht, in den Haudegen Gattuso und Seedorf sowie Spielmacher Pirlo verfügen die Rossoneri über zwei starke Achsen verfügt. Vorne warten Inzaghi, Gilardino oder Oliveira. Solider Kader wäre untertrieben, aber wie erwähnt, Mailand muss es zusammenbekommen, sonst droht das Aus im Halbfinale.
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