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Champions League
Ter Stegen bekommt Rückendeckung nach 50-Meter-Gegentor

Fotos: Florenzi erzielt unfassbares Tor gegen Ter Stegen
Fotos: Florenzi erzielt unfassbares Tor gegen Ter Stegen FOTO: ap, GB LB
Barcelona. Ein Gegentor aus 50 Metern – das kann schon einmal passieren. Für Keeper Marc-André ter Stegen, dem beim Champions-League-Spiel des FC Barcelona gegen den AS Rom ein folgenschwerer Patzer unterlaufen ist, gibt es nach dem bitteren Gegentreffer Rückendeckung aus der eigenen Mannschaft und von TV-Experte Oliver Kahn.

Kahn verteidigte ter Stegen. "Im modernen Fußball passieren solche Gegentore", sagte der Ex-Nationalkeeper im ZDF. "Es war insofern nicht ter Stegens Fehler. Die Keeper sollen ja mitspielen und weit vor ihrem Tor stehen. Als Trainer würde ich ihm sagen: Mach' alles so weiter." 

Das sah man auch bei den Katalanen so. Barcelonas Abwehrchef Gerard Pique bestärkte den Ex-Gladbacher in seinem Stil und hob vor allem die Leistung von Roms Torschütze Allesandro Florenzi hervor: "Das Gegentor war kein Fehler von Marc! Es ist zu 100 Prozent der Verdienst von Florenzi. Ter Stegen gibt uns Verteidigern Freiheit, weil er so spielt." Auch Trainer Luis Enrique pflichtet dem 23-Jährigen bei: "Barcelonas Torhüter spielen so wie ich das will. Wenn irgendwer an diesem Tor schuld ist, dann bin ich das. So ein Tor werden wir nie wieder kassieren und wenn doch, dann kann man nur applaudieren. Das sind die Risiken, die so ein Spiel mit sich bringt."

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler Florenzi hatte gesehen, dass ter Stegen wie so oft viel zu weit vor seinem Tor stand, und hatte kurz nach der Mittellinie von der rechten Seite einfach mal draufgehalten. "Ich konnte nicht glauben, dass der reingeht - unglaublich", meinte Florenzi glückselig und hinterließ einen fassungslosen ter Stegen. Auf dem offiziellen Twitter-Kanal des AS Rom stand weniger die Rolle ter Stegens, als vielmehr die beachtliche Leistung des italienischen Mittelfeldspielers im Vordergrund. 

Sky-Experte Franz Beckenbauer sah die Schuld an dem Gegentreffer unterdessen allein beim Torhüter selbst. "Natürlich ist das ein eindeutiger Torwartfehler. Wenn du aus 60 Metern ein Gegentor kassierst, wer soll dann schuld sein – der liebe Gott?"

In einem Punkt sind sich aber alle Beteiligten wohl einig: Dieser Treffer wird noch längere Zeit in Erinnerung bleiben. Die Diskussion seine Person kommt für ter Stegen zur Unzeit. Im Kampf um den Stammplatz im Tor des FC Barcelona hat der Deutsche derzeit die Möglichkeit, sich auch im Liga-Alltag zu beweisen. Sein Konkurrent Claudio Bravo, der eigentlich in Ligaspielen die Nummer 1 ist, fällt noch bis Monatsende aus - Zeit, in der ter Stegen eigentlich mit Glanzleistungen und nicht mit Rekord-Gegentoren von sich reden machen wollte. 

Hinzu kommt, dass der Keeper, der gemeinsam mit Konkurrenten wie Ron-Robert Zieler, Bernd Leno oder Kevin Trapp um einen Platz im Kader der Nationalmannschaft kämpft, vor nicht allzu langer Zeit ein ähnliches Gegentor hinnehmen musste. Im Supercup gegen den FC Sevilla hatte er einen Treffer aus 40 Metern kassiert, nachdem eine Kopfballabwehr beim Gegner gelandet war.

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