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Champions League
Müller – van Gaals Dauerbrenner
Bayerns stärkste Nachwuchs-Spieler
Bayerns stärkste Nachwuchs-Spieler FOTO: ddp
Düsseldorf (RPO). Thomas Müller, dieser Name ist Fußball-Fans in Deutschland längst ein Begriff. Der 20-Jährige, der in der vergangenen Saison gerade einmal 28 Minuten in der Bundesliga zum Einsatz kam, ist mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus der Stammelf des FC Bayern München. Müller ist der Münchener Motor – auch heute Abend (20.45 Uhr/Live-Ticker) in der Champions League bei Olympique Lyon. Von Denis Canalp

Unter Trainer Louis van Gaal lief der Shootingstar in allen 32 Bundesligaspielen auf, auch im DFB-Pokal war Müller in jeder Begegnung dabei, nur in der Champions League verpasste er eine Partie aufgrund einer Sperre nach seiner Gelb-Roten Karte bei Girondins Bordeaux. Noch nie in der Geschichte des Rekordmeisters war ein junger Spieler, der aus der eigenen Amateurmannschaft zu den Profis stieß, so wichtig.

"Müller ist Tore"

Hermann Gerland, sein Entdecker bei den Amateuren und derzeit Co-Trainer der Bayern, spricht nicht gerne über die Juwelen, die er in schöner Regelmäßigkeit auf den Profi-Fußball vorbereitet. Bei Müller ist das anders. "Müller kann laufen, schnell und weit. Müller kann Fußball spielen, Müller bereitet Tore vor und schießt Tore. Und köpfen kann er auch. Nur technisch muss er noch besser werden. Müller ist Tore", sprudelt es aus dem "Tiger" nur so heraus.

Van Gaal hatte all dies schon in der Vorbereitung erkannt. "Müller spielt bei mir immer", hatte der Niederländer schon zu Saisonbeginn gesagt – und Wort gehalten. Mittlerweile hat der bodenständige Müller, der seit November 2009 verheiratet ist, sogar die gestandenen Nationalspieler Miroslav Klose und Mario Gomez hinter sich gelassen und zu Bankdrückern degradiert – und dabei sieht er sich gar nicht als Stürmer, bekleidet lieber die Position hinter den Spitzen.

Ein Jahr auf der Überholspur

Müller, der auch schon auf beiden Außenbahnen agierte, befindet sich auf der Überholspur – und das schon die gesamte Saison. Natürlich spielt er nicht immer überragend, aber er legt immer ein immenses Laufpensum an den Tag, setzt längst verloren geglaubten Bällen nach, provoziert Freistöße und – wenn niemand damit rechnet – schlägt er eiskalt zu.

Nur selten vergibt Müller eine Großchance vor dem gegnerischen Tor, meist schlenzt er das Spielgerät schlicht mit der Innenseite am Keeper vorbei ins Netz. Abgebrüht, als würde er seit Jahren nichts anderes machen. Müller sieht das so: "Ich bin nicht immer auffällig, aber immer gefährlich."

Unter Jürgen Klinsmann durfte er die ersten Profi-Minuten schnuppern und erzielte in Europas "Königsklasse" prompt im ersten Spiel gegen Sporting Lissabon seinen ersten Treffer. Vergleiche mit Gerd Müller, seinem prominenten Namensvetter und Vorgänger bei Bayern München ließen nicht lange auf sich warten. Doch Müller hob nicht ab – und tut es immer noch nicht.

WM als Krönung des "Wahnsinns"

Auch nicht nach seinem Debüt in der Nationalmannschaft gegen Argentinien. Müller nimmt die rasante Entwicklung ganz locker und selbstverständlich. "Es ist ein Wahnsinn, was im letzten Jahr passiert ist", gesteht er dem Fachmagazin "kicker". Doch Müller steht erst am Anfang, auch wenn in seiner ersten Spielzeit bereits das "Triple", bestehend aus Meisterschaft, Pokal und Champions League, winkt. Und dann ist da ja noch die WM in Südafrika.

Doch Müller wäre nicht Müller, ließe ihn dieses anstehende Groß-Ereignis zumindest äußerlich nicht kalt: "Natürlich wäre ich gerne dabei. Aber ich mache mir keinen Stress und nehme es, wie es kommt. Auch wenn ich nicht von Anfang an spiele, bin ich ein Mann, der frischen Wind in ein Spiel bringen kann." Doch vor Südafrika kommt heute noch Lyon – Müller ist natürlich wieder dabei.

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