| 12.37 Uhr

"Plötzlich geht das Licht aus"
Hexenkessel und Flutlichtpanne überfordern RB Leipzig

Flutlichtausfall in Istanbul
Flutlichtausfall in Istanbul FOTO: ap, BO
Istanbul/Düsseldorf. RB Leipzig wartet in der Champions League noch immer auf den ersten Sieg. Im zweiten Spiel kassiert der Neuling eine 0:2-Niederlage bei Besiktas Istanbul. Die Sachsen kommen mit dem ohrenbetäubenden Lärm nicht klar – und wundern sich über einen Flutlichtausfall.

Als Entschuldigung für die 0:2 (0:2)-Niederlage diente der kuriose Vorfall um den Flutlichtausfall nicht, dennoch wunderten sich Trainer und Spieler von RB Leipzig über die Zwangspause. Das Gruppenspiel der Champions League zwischen Besiktas Istanbul und Neuling Leipzig musste ab der 59. Minute für zehn Minuten unterbrochen werden.

"In unserer Druckphase geht plötzlich das Licht aus. Ich will jetzt niemandem etwas unterstellen, aber die Gegenspieler haben jetzt 15 Minuten wieder Kraft tanken können. Das hat es uns nicht leichter gemacht", sagte Abwehrspieler Stefan Ilsanker nach der Partie. Und auch RB-Trainer Ralph Hasenhüttl stellte fest: "Die Pause hat dem Gegner geholfen."

Nach dem 0:2-Rückstand nahmen die Sachsen zur zweiten Halbzeit einen neuen Anlauf, wollten die Partie noch drehen. Der eingewechselte Kevin Kampl sorgte für viel Schwung. Besiktas-Keeper Fabri musste zweimal gegen Marcel Sabitzer retten, ehe plötzlich das Licht ausging. Zunächst drohte ein Spielabbruch. Die Spieler wurden in die Kabinen geschickt, kamen aber nach einigen Minuten zurück aufs Feld. Am Spielstand änderte sich aber nichts mehr.

Spieler stehen nicht ihren Mann

Dass der kuriose Vorfall das Spiel nicht entschieden hatte, gaben aber auch die Leipziger zu. In der ersten Halbzeit waren die Sachsen bei ohrenbetäubendem Lärm im Besiktas-Stadion unter die Räder gekommen. "Wir haben brutales Lehrgeld bezahlt", sagte Hasenhüttl, der seine Mannschaft ungewohnt scharf kritisierte. "Für mich ist es als Trainer wichtig zu sehen, auf wen kann ich mich in solchem Momenten verlassen, wer steht trotzdem seinen Mann und ist bereit, sich dagegen zu wehren, was da auf dem Feld abgeht", sagte Hasenhüttl. Doch auf einige seiner Spieler war kein Verlass. "Aus welchen Gründen auch immer."

Leipzig hatte sich eigentlich auf den Lärm und Pfiffe eingestellt. Aber im Praxistest schlotterten den Spielern die Knie. "Auf so eine Atmosphäre zu treffen, war für den einen oder anderen zu viel", sagte der österreichische Trainer. "Man spielt nicht jedes Wochenende vor einer Kulisse, wo man auf fünf Metern nichts mehr hört", sagte Ilsanker.

Timo Werner griff sogar zu Ohrstöpseln, um den Höllenlärm auszublenden. Doch der Torjäger hielt in Istanbul nicht lange durch. In der 32. Minute wurde Werner ausgewechselt. "Timo hatte Kreislauf- und Atemprobleme", erklärte Hasenhüttl. Ob Werner der hohen Überlastung in den letzten Wochen und Monaten Tribut zollen musste und überanstrengt ist, soll eine ärztliche Untersuchung klären.

Nach der Niederlage und dem 0:0 zum Auftakt gegen AS Monaco steht Leipzig in der Gruppe jetzt schon mit dem Rücken zur Wand. "Wir wissen, woran es fehlt, wir werden daran arbeiten und anders zurückkommen", sagte Hasenhüttl. 

(areh)
 
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