Champions League: Santana – Klopps verlässliche Kante
zuletzt aktualisiert: 06.12.2011 - 17:22Dortmund (RPO). Seit dreieinhalb Jahren steht Felipe Santana im Kader von Borussia Dortmund und sitzt dort in der Regel auf der Bank. Doch wenn er als Innenverteidiger einspringen muss, sind die Bestnoten zumeist für ihn reserviert. Beim deutschen Meister sind sich alle einig: Der Brasilianer ist mehr als nur ein Lückenbüßer. Auch im Champions-League-Gruppenspiel gegen Olympique Marseille (20.45 Uhr/Live-Ticker) ist der Südamerikaner gefragt.
Felipe Santana ist ein "Riese" - und das nicht nur wegen seiner imposanten Statur von 1,94 Metern. Wenn sich der Innenverteidiger von Borussia Dortmund in diesen Wochen vor seinen Gegenspielern aufbaut, steht der Sieger zumeist schon vor dem Zweikampf fest. Derzeit vertritt der Brasilianer den verletzten Neven Subotic - und das so bemerkenswert gut, dass Trainer Jürgen Klopp anmerkte: "Felipe ist der größte Härtefall in unserer Mannschaft."
Denn auf Santana ist Verlass. Der 25-Jährige erledigt seinen Job mit einer Beständigkeit, enormen Schnelligkeit, Übersicht und Konsequenz, dass Experten schon seit langem behaupten, Santana hätte in jeder anderen Bundesliga-Mannschaft seinen Stammplatz in der Vierer-Abwehrkette garantiert.
"Ich war schon erleichtert, als ich gelesen habe, dass Felipe schon 60-mal in der Bundesliga gespielt hat", sagte Klopp am Ende der letzten Spielzeit. Inzwischen stehen für den langen Schlaks 68 Einsätze (5 Tore) in der Statistik. Seit Subotic sich vor vier Wochen gegen den VfL Wolfsburg einen Mittelgesichtsbruch zugezogen hat, steht Santana wieder in der Startelf.
"Sein Verhalten ist vorbildlich"
Sollte er in der Rückrunde wieder ins zweite Glied rücken müssen, wird er dies ohne Murren hinnehmen. "Sein Verhalten ist einfach vorbildlich", lobte Sportdirektor Michael Zorc. Für Santana selbst wäre das selbstverständlich: "Ich habe in Brasilien gelernt, mich zurückzuhalten und mich nie öffentlich zu beklagen. Natürlich sitzt man als Fußballer nicht gern auf der Bank, aber ich will der Mannschaft helfen. Ob ich spiele, ist die Entscheidung des Trainers."
Und die akzeptiert er locker und leicht in der Manier eines lebensfrohen Südamerikaners. Wann immer man Santana trifft, hat er ein Lied auf den Lippen - oder seine riesigen Kopfhörer auf den Ohren. Seine Lebenseinstellung ist Programm, auf dem Rasen und auch außerhalb. Ob Training oder Pflichtspiel - Santana gibt stets alles, deshalb hält sich das Risiko, falls man ihn ins kalte Wasser werfen muss, in überschaubaren Grenzen.
Die Fans und Mitspieler wissen, was sie an "Tele" haben, und Santana weiß, was er an Dortmund hat. Es war für ihn ein großes Abenteuer als damals 22-Jähriger nach Europa zu wechseln. Santana spielte zuvor bei Figueirense FC. Zu dieser Zeit trug der in Rio Claro (im Bundesstaat Rio de Janeiro) geborene bereits die Kapitänsbinde. Zwei Millionen Euro überwiesen die Borussen seinerzeit für das Juwel.
In seiner Art zu spielen und mit seiner Körpergröße erinnert Santana an Bremens Brasilianer Naldo und in Nuancen an den ehemaligen BVB-Profi Julio Cesar. Denn auch Santana pflegt seine Gegenspieler nur in absoluten Notfällen abzugrätschen, erledigt seine Aufgabe dank seines exzellenten Stellungsspiels und seiner Athletik zumeist "über Tage".
Am 30. Juni 2013 läuft Santanas Fünf-Jahres-Vertrag aus. Die Borussen werden sich strecken müssen, um den Publikumsliebling zu halten. Schon jetzt sind offenbar auch Klubs im Ausland auf den Defensiv-Strategen aufmerksam geworden. Im Frühjahr hatte der AS Rom bereits Interesse an einer Verpflichtung bekundet.
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