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Champions League
Madrid-Duell in Mailand – sogar die Götter schauen zu

Real-Profis kommen in Mailand an
Real-Profis kommen in Mailand an FOTO: dpa, mr
Die "spanische Fiesta" beim Champions-League-Finale in Mailand elektrisiert ein ganzes Land. In San Siro wollen Real Madrid und der Stadtrivale Atlético die Krönung.

Sogar die Götter schauen zu. Wenn am Samstag (20.45/Live-Ticker) in Mailand das Champions-League-Finale zwischen Real Madrid und dem Stadtrivalen Atlético angepfiffen wird, stehen auch Kybele und Neptun in der italienischen Metropole für die Siegesfeier bereit - zumindest deren Abbilder. Extra für die "spanische Fußball-Fiesta" in San Siro, die selbst das Königshaus elektrisiert, wurden die mehrere Meter hohen Kopien der Glücksbringer der tief verfeindeten Fangruppen in die Lombardei gebracht. Gewinnen kann die Neuauflage des Endspiels von 2014 aber nur einer.

"Ein Scheitern kommt mir gar nicht in den Sinn", sagte Reals Superstar Cristiano Ronaldo (31): "Wir werden gewinnen." Während Atlético auf die Revanche für das verlorene Finale von Lissabon brennt, wollen die Königlichen um Ronaldo und Nationalspieler Toni Kroos unbedingt "La Undecima" - den elften Titel in der Königsklasse. Gefeiert werden die großen Siege Reals traditionell am Kybele-Brunnen in Madrid.

Sorgen um Cristiano Ronaldo

Noch aber bereitet den Fans der rätselhafte Gesundheitszustand des dreimaligen Weltfußballers Sorgen. Wie vor zwei Jahren plagt sich Ronaldo mit Problemen herum, dieses Mal ist es der Oberschenkel. Spielen wird er in Mailand wohl auf jeden Fall - die Frage ist nur, in welcher Verfassung.

"Wenn du in einem Endspiel stehst und irgendeine Form von Schmerz fühlst, vergisst du die Schmerzen", sagte Real-Trainer Zinédine Zidane (43) am Freitag. Ronaldo sei aber zu "100 Prozent" einsatzbereit. Beim Abschlusstraining am Abend im Giuseppe-Meazza-Stadion stand der Portugiese wie erwartet auf dem Rasen.

Auf dem Papier geht Real (mit Ronaldo) als Favorit in die Partie, die in 220 Länder übertragen wird. Bayern-Bezwinger Atlético, der noch nie die Königsklasse gewann, hat den verhassten Stadtrivalen in der jüngeren Vergangenheit zwar oft genug geärgert, unter anderem mit dem Meistertitel vor zwei Jahren. Den Schmerz über das 1:4 nach der Verlängerung im Endspiel 2014 kann aber nur ein Sieg am Samstag lindern.

"Es wird, wie immer, ein schweres Spiel gegen Atlético. Aber die Mannschaft bereitet sich perfekt vor. Wir sind aber gut genug, um unser Spiel durchzuziehen", sagte Kroos. Der 26-Jährige, der im Anschluss mit der Nationalmannschaft in Frankreich den EM-Titel gewinnen will, setzt auch auf die Unterstützung der "Madridistas", der Fans aus der Heimat. Davon werden Tausende kommen.

Zwischen Donnerstag und Montag werden aus Madrid mehr als 200 zusätzliche Flüge Richtung Lombardei und zurück starten, rund 46.300 Fans mehr sollen so den Superstars ganz nahe kommen. In der Mailänder Innenstadt rufen selbst die eher biederen Hotels seit Wochen exorbitante Preise auf. Ein Zimmer mit Blick auf den Dom kostet so viel wie ein Kleinwagen - bei den Eintrittskarten auf dem Schwarzmarkt wird es sich ähnlich verhalten.

Auch Real-Boss Florentino Perez wird tief in die Tasche greifen müssen, wenn es denn klappt. Jeder Spieler bekäme eine Prämie von 600.000 Euro für den Finaltriumph, vor zwei Jahren waren es 400.000 Euro pro Mann gewesen.

Ganz andere Probleme hat am Samstag der spanische König Felipe VI., der sich als Atlético-Anhänger mit seinem Vater und Vorgänger Juan Carlos I. auseinandersetzen muss. Der "alte" König ist glühender Real-Fan - dass Juan Carlos I. aber nur kurz nach dem Real-Triumph 2014 abgedankt hat, war natürlich reiner Zufall.

"Es gibt im Leben keine Revanche", sagte Atlético-Trainer Diego Simeone (46), dessen Team den Bayern im Halbfinale (1:0/1:2) mit überragender Defensive und offensiven Nadelstichen den letzten Nerv geraubt hat: "Aber man bekommt immer neue Möglichkeiten - und das hier ist so eine."

Auf der anderen Seite strebt der ehemalige Weltfußballer Zinedine Zidane (43) seinen perfekten Einstand als Real-Coach an. Der frühere Anführer des legendären "weißen Balletts" der Königlichen hatte Madrid erst zum Jahresbeginn übernommen. "Seit er da ist, genießen wir die Dinge mehr", sagte Kroos: "Wir haben uns verbessert - das war die Veränderung, die wir gebraucht haben. Er macht einen großartigen Job."

(sid)
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