| 18.08 Uhr
Allzweckwaffe von Borussia Dortmund
Und zur Not geht Kevin Großkreutz ins Tor
Die Verträge der BVB-Stars
Die Verträge der BVB-Stars FOTO: dpa, pse fdt
Neapel. Es gibt kaum eine Position, die Kevin Großkreutz bei Borussia Dortmund nicht gespielt hat. Derzeit vertritt er den verletzten Lukasz Piszczek als rechter Verteidiger. Der Ur-Dortmunder ist für Trainer Jürgen Klopp unverzichtbar geworden.

Derzeit arbeitet Kevin Großkreutz in der Abteilung Defensive. Dort vertritt der Fußball-Malocher von Borussia Dortmund den Dauerverletzten Lukasz Piszczek. Und seine Aufgabe auf der rechten Seite in der Viererkette erledigt der 25-Jährige mit der Selbstverständlichkeit und Leidenschaft, mit der selbst im Tor schon aushalf. Auf welcher Position auch immer: Trainer Jürgen Klopp kann sich auf Großkreutz verlassen.

Ob hinten rechts oder links vorn, hinten links, rechts vorn oder in der Doppelsechs – Großkreutz bewies in seiner Zeit beim BVB erstaunliches Improvisationstalent. "Egal, wo mich der Trainer aufstellt: Ich gebe immer Gas, versuche immmer, das Beste zu geben", sagt Großkreutz und gibt zu, dass er sich derzeit als rechter Verteidiger recht wohl fühlt. "Da kann ich mit Tempo in den Raum starten und auch offensiv aktiv werden."

Seit Herbst 2009 gehört Großkreutz zum Stammpersonal des BVB. Hauptsächlich setzte ihn Klopp auf der linken Mittelfeldseite ein. Doch wen wundert"s, dass der "Dortmunder Jung" auch schon zwischen den Pfosten stand. So geschehen in den letzten Minuten am letzten Spieltag der vorigen Saison. Da streifte sich Großkreutz spontan das Trikot von Roman Weidenfeller über, nachdem dieser Rot gesehen und Klopp schon vorher dreimal ausgewechselt hatte.

"Ich hätte einfach stehen bleiben müssen", erinnert der dreimalige Nationalspieler an jene Szene, als er beinahe Geschichte geschrieben hätte. Hoffenheims Sejad Salihovic trat in der 82. Minute zum zweiten Foulelfmeter für seine Mannschaft an und "knallte den Ball in die Mitte. Ich dachte, ich halte den Ball, weil er noch einmal in dieselbe Ecke schießt", so Großkreutz zum 1:2, dass den Kraichgauern in die Relegation und letztendlich zum Klassenerhalt verhalf.

Gefeiert wurde der Publikumsliebling, der am Mittwoch mit der Borussia beim SSC Neapel in der Champions League antreten musste, aber dennoch. "Kevin ist schon seit jeher ein Spieler mit großem Integrationsfaktor für Borussia Dortmund", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc, der im Februar den Vertrag mit dem Mittelfeldspieler bis 2016 verlängerte.

Der gebürtige Dortmunder Großkreutz, der im Arbeiterviertel Eving aufwuchs und bereits mit sieben Jahren die erste Dauerkarten für die Borussia besaß, kann sich ohnehin nichts Schöneres vorstellen, als in schwarz und gelb aufzulaufen. Stolz zeigt er sein Tattoo auf der Wade, das die Dortmunder Silhouette mit dem Fernsehturm und dem Stadion zeigt.

Doch zunächst spielte Großkreutz beim FC Kemmlinghausen, dann bei Merkur 07 und anschließend für den BVB. Weil er dort für zu schmächtig befunden wurde, wechselte er 2002 zu Rot Weiss Ahlen und kehrte sieben Jahre später zur Borussia zurück. Dort lebt er derzeit seinen Traum.

Inzwischen stehen 131 Bundesliga-Einsätze und 22 Tore, der Gewinn von zwei Meisterschaften und des DFB-Pokals sowie der Auftritt im Endspiel der Champions League im Wembley-Stadion in seiner Vita. Großkreutz kennt seinen Wert für die Mannschaft. Klopp bestätigt: "Wie er seine Aufgaben erledigt, das ist einfach überragend." Auch die Tatsache, dass durch die gewachsene Konkurrenz und Rotation demnächst einmal weniger Einsätze in der Startelf zu Buche stehen könnten, kann den fußballverrückten Dauerrenner nicht irritieren.

Was auch immer seine Fußball-Zukunft bringen wird, "ich werde nie vergessen, woher ich komme. Und wenn die Karriere irgendwann mal vorbei ist, kann ich mir gut vorstellen, mich wieder auf die Südtribüne zu stellen".

Quelle: sid
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung.
Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.


Melden Sie diesen Kommentar