| 09.30 Uhr

Wolfsburg - Moskau 1:0
Draxler zahlt ein bisschen zurück

Draxler erzielt erstes Tor für Wolfsburg
Draxler erzielt erstes Tor für Wolfsburg FOTO: dpa, pst jai
Wolfsburg. 35-Millionen-Euro-Zugang Julian Draxler hat mit einem genialen Moment dem VfL Wolfsburg eine gelungene Rückkehr auf die Champions-League-Bühne beschert.

Wolfsburgs teuerster Einkauf der Klubgeschichte erzielte beim 1:0 (1:0)-Erfolg über ZSKA Moskau nach einem furiosen Kraftakt das "Tor des Abends". Es war das erste Spiel des deutschen Vizemeisters in der Königsklasse nach sechs Jahren Abstinenz, der Sieg verschaffte dem VfL in der Gruppe B eine gute Ausgangsposition.

Vor nur 20.176 Zuschauern hatte Draxler, der mit 21 Jahren zum jüngsten Wolfsburger Torschützen in der Königsklasse avancierte, im zentralen Mittelfeld zunächst einen schweren Stand gegen die körperbetonten Russen und fand erst allmählich die Bindung zu den Mitspielern. In der 40. Minute fasste sich der Weltmeister jedoch ein Herz. Zunächst passte er auf den linken Flügel zu Max Kruse, um nach dessen Flanke Moskaus Keeper Igor Akinfejew per Kopfball zu einer Parade zu zwingen. Im Nachsetzen war Draxler zur Stelle und drückte den Ball mit rechts über die Linie. Sein stiller Jubel drückte große Erleichterung aus.

"Sehr guter Auftakt"

"Das war ein sehr guter Auftakt. Diese Spiele muss man gewinnen. Wir haben so gut weitergespielt wie in der ersten Halbzeit, haben die Chancen aber nicht genutzt. Mir hat aber gefallen, dass die Mannschaft die Geduld behalten hat. Hinten standen wir sehr sicher, das ist die Basis", sagte Wolfsburgs Geschäftsführer Klaus Allofs bei Sky.

Zuvor hatten die Wolfsburger lange Zeit Mühe mit den defensiv eingestellten Russen, auch wenn die Hausherren deutlich mehr Spielanteile hatten. Zum ersten Mal gefährlich wurde es nach einer Flanke von Ex-Nationalspieler Christian Träsch (11.), die Stürmer Bas Dost per Kopf übers Tor setzte. Die erste Riesenchance hatte Andre Schürrle (25.), der allein vor Igor Akinfejew vergab. In der 37. Minute verhaspelte sich auch Daniel Caligiuri freistehend.

Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking hatte seine Mannschaft im Vergleich zum letzten Ligaspiel beim FC Ingolstadt (0:0) deutlich offensiver eingestellt. Nationalspieler Kruse rückte in die Startelf und agierte im zentralen Mittelfeld neben Draxler. Der Ex-Gladbacher war ein belebendes Element. Immer wieder wechselte Kruse auch auf die Flügel und sorgte für viele Überraschungseffekte im Spiel der Gastgeber.

Draxler wie entfesselt

Nach der Pause brachte Hecking in Nicklas Bendtner für Bas Dost einen neuen Stürmer. Wolfsburg blieb stark und die klar überlegene Mannschaft. Draxler (48.) hätte nach einer langen Flanke auf den zweiten Pfosten beinahe das 2:0 erzielt. Der Ex-Schalker wirkte nach seinem ersten Treffer im zweiten Spiel wie befreit, zeigte eine ganz andere Körpersprache und schaltete sich plötzlich auch verbal ins Spiels seiner Mannschaft ein.

Wenig glücklich agierte indes Nationalspieler Schürrle. Hecking hatte den Blondschopf etwas überraschend von Beginn an gebracht, obwohl er im Ligaspiel gegen Ingolstadt enttäuscht hatte. Mehrfach sprang dem Weltmeister der Ball vom Fuß, auch im Abschluss bewies der ehemalige England-Legionär nicht die nötige Abgeklärtheit.

Für die Grün-Weißen war das erste Spiel in der Königsklasse gleich von großer Bedeutung. Manchester United mit dem deutschen Nationalmannschafts-Kapitän Bastian Schweinsteiger gilt in der Gruppe B als großer Favorit, dahinter streiten Wolfsburg, Moskau und der PSV Eindhoven um den zweiten Platz streiten.

Relativ sicher stand die Hintermannschaft der Niedersachsen, in der Wolfsburgs zweiter Neuzugang Dante von Beginn an in der Innenverteidigung neben Naldo agierte, auch in der Schlussphase. Für den verletzten Portugiesen Vieirinha kam Ex-Nationalspieler Träsch rechts in der Viererkette zum Einsatz und machte seine Sache gut.

ZSKA bleibt für den VfL damit ein gern gesehener Gast: Auf den Tag genau vor sechs Jahren gewann Wolfsburg sein ersten Champions-League-Spiel überhaupt am 15. September 2009 gegen die Moskowiter (3:1), die auch im fünften Europapokalspiel auf deutschem Boden als Verlierer vom Platz gingen.

Bei den Hausherren überzeugten Kruse, Draxler und Luiz Gustavo, bei den Gästen konnte nur Roman Eremenko in Ansätzen überzeugen.

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