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Manchester United - Wolfsburg 2:1
Wolfsburg gibt Führung in Manchester aus der Hand

Manchester United - Wolfsburg
Manchester United - Wolfsburg FOTO: dpa, pst sab
Manchester. Geführt, gekämpft – und doch geschlagen: Der VfL Wolfsburg hat dem teuflischen Sturmlauf im "Theater der Träume" nur eine Halbzeit lang standgehalten. Nach einer turbulenten Woche verloren die Wölfe beim englischen Tabellenführer Manchester United im legendären Stadion Old Trafford trotz couragierter Leistung mit 1:2 (1:1).

Im Kampf um das Achtelfinale der Champions League war die Niederlage bei den Red Devils von Bastian Schweinsteiger ein erster Rückschlag für den VfL. Dabei hatte Daniel Caligiuri (4.) den kampfstarken Vize-Meister sogar von einer Sensation träumen lassen. Dann allerdings leistete sich der Mittelfeldspieler ein Handspiel im eigenen Strafraum, das zum verdienten Ausgleich durch Juan Mata führte (34./Elfmeter). Das zweite United-Tor von Chris Smalling (53.) leitete Mata genial mit der Hacke ein.

Schweinsteiger, der von Beginn an spielte, war vorab das beherrschende Thema. Die Manchester Evening News widmeten dem Weltmeister am Mittwoch eine ganzseitige Geschichte - Schweinsteiger, der "Anführer, der General, der neue Roy Keane". In der Stadionzeitung und der BBC wurde er ausführlich porträtiert.

Schweinsteiger gefiel als Organisator, im Zweikampf und suchte anfangs auch den Abschluss (11./24.) - aber zunächst übernahm der VfL das Kommando. Die Wölfe zeigten keinerlei Respekt, und früh jubelten die etwa 800 Fans im Auswärtsblock: Caligiuri zog energisch in die Mitte, gab den Ball ab, wurde von Max Kruse mustergültig angespielt und vollendete edel gegen David de Gea.

Dies hätte Wolfsburg in die Karten spielen müssen - aber mit dem 0:1 riss United das Spiel an sich. Dante rettete brilliant gegen Juan Mata (13.), Anthony Martial vefehlte den Torwinkel um Zentimeter (15.), und Wayne Rooney konnte selbst kaum fassen, dass er über das leere Tor schoss (26.). Chancen auf Konter verspielte der VfL auch nach der Pause immer wieder durch Ungenauigkeiten.

Zum Duell der Weltmeister Schweinsteiger und Andre Schürrle kam es zunächst nicht, weil VfL-Trainer Dieter Hecking nach seiner öffentlichen Kritik ("Er muss besser sein") auf den formschwachen Schürrle verzichtete. Maximilian Arnold bekam dafür eine Chance, die er mit hohem Engagement nutzte. Erst spät in der zweiten Halbzeit kam Schürrle für den Youngster.

Beide Mannschaften spielten im zweiten Durchgang mit offenem Visier, dennoch blieb United dominant. Beim VfL war kaum etwas von der Verunsicherung der vergangenen Woche zu spüren: Die fünf Tore von Robert Lewandowski, das enttäuschende 1:1 gegen Hannover 96 und der Skandal beim Geldgeber VW hatten dem Pokalsieger zugesetzt.

Matas sehenswerter Hackentrick war der Moment, den United dringend brauchte. Smalling schob am chancenlosen VfL-Torhüter Diego Benaglio vorbei ein. Von diesem Tiefschlag erholten sich die Gäste nur langsam, wieder und wieder rollten die Angriffe auf den Wolfsburger Strafraum zu. Dies kippte allerdings ab der 70. Minute.
Der VfL drängte noch einmal vehement auf den Ausgleich.

Die United-Fans erhoben sich in der 72. Minute wieder aus den Sitzen - um Schweinsteiger bei der Auswechslung für Phil Jones gebührend in den Feierabend zu verabschieden.

(sid)
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