Champions-League-Absturz: Werder am Scheideweg
VON THOMAS ROTTLUFF - zuletzt aktualisiert: 05.11.2008 - 11:10Bremen (RPO). Keine Tore erzielt, erst einen Punkt geholt. In den Heimspielen der diesjährigen Champions-League-Saison zeigt Bundesligist Werder Bremen Magerkost. Durch die peinliche 0:3-Pleite gegen Panathinaikos Athen und die erste Saison-Niederlage in der Königsklasse muss die Truppe von der Weser den nächsten Tiefschlag verkraften.
Die Grün-Weißen schmücken nun mit drei Unentschieden das Tabellenende der Gruppe B. In den beiden abschließenden Partien beim Überraschungsteam Anorthosis Famagusta und gegen die Millionentruppe von Inter Mailand müssen zwei Siege her, um sich für das Achtelfinale oder zumindest für den Uefa-Cup zu qualifizieren.
Nach der blamablen Vorstellung ohne den gelbgesperrten Torsten Frings fanden die Verantwortlichen deutliche Worte: "Wir brauchen nichts zu beschönigen, wir waren völlig daneben", stellte Trainer Thomas Schaaf fest und haderte mit seinen Spielern: "Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten."
Manager Allofs entschuldigt sich bei Fans und Zuschauern
Die jüngste 5:1-Bundesliga-Gala gegen eine desolate Hertha aus Berlin wirkte wie ein Befreiungsschlag. Doch nur vier Tage später schoss Evangelis Mantzios Werder in die November-Depression. Ein Stürmer, der sich in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt in der abgelaufenen Spielzeit nicht durchsetzte.
Der 25 Jahre alte Grieche, der im Hinspiel bereits doppelt traf, leitete nach einer Stunde Spielzeit die Bremer-Pleite ein. Ex-Europameister Georgios Karagounis überwand Torwart Tim Wiese mit einem Sonntagsschuss (70.) und Alexandros Tziolis markierte zehn Minuten vor Schluss den Endstand.
Auch Manager Klaus Allofs verfolgte mit Schrecken die trostlose Vorstellung: "Ich muss mich zunächst einmal bei Fans und Zuschauern, die das mitansehen mussten, entschuldigen. Was wir gezeigt haben, ist zu wenig um international und in der Bundesliga zu bestehen."
An der Weser sind die Alarmglocken nicht zu überhören. In der Bundesliga hinkt Werder mit vier Punkten Rückstand und meisten Gegentoren den eigenen Ansprüchen hinterher. Die Spielzeit ist geprägt von sich wiederholenden Fehlern und phlegmatischem Defensiv-Verhalten. Ergo ist die Qualifikation für das internationale Geschäft unsicherer denn je.
Der neben Bayern München erfogreichste Klub der vergangenen Jahre scheint am Scheideweg zu stehen. Wie sieht das "Worst-Case-Szenario" aus? Ist ein Künstler wie Diego gewillt, auf internationale Auftritte zu verzichten? Manager Allofs weiß um die Gefahren und wird "nicht einfach zur Tagesordnung übergehen."
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