"Wunder vom Bosporus" fest im Visier: Christoph Daum mit Fenerbahce Tabellenführer
zuletzt aktualisiert: 01.03.2004 - 14:34Frankfurt/Istanbul (rpo). Das "Wunder vom Bosporus" hat der deutsche Trainer Christoph Daum des türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul im Visier. Im Derby gegen Galatasaray gewann sein Team mit 2:1 und eroberte erstmals nach dem Gewinn des Meistertitels im Mai 2001 wieder die Tabellenführung.
"Das wir mit dieser jungen Mannschaft jetzt die Tabelle anführen, grenzt für mich fast an ein Wunder. Schließlich hatten wir nach der Hinrunde elf Punkte Rückstand auf Platz eins", sagte der 50-Jährige. Dabei galt die laufende Spielzeit eigentlich als Aufbaujahr für die vom "Fast-Bundestrainer" Daum beinahe komplett neu zusammen gestellte Mannschaft.
In der letzten Saison nur sechsten Platz erreicht
In der vergangenen Saison war Fenerbahce nach Rang sechs im Endklassement noch in tiefe Depressionen gestürzt. "Wir haben vor der Saison 18 Spieler abgegeben und mit vielen jungen Leuten ein neues Team aufgebaut. Bis zum Saisonende müssen wir noch einen weiten Weg zurücklegen. Es bleibt abzuwarten, wie meine Spieler jetzt mit dem Druck klar kommen, selbst in der Rolle des Gejagten zu sein", sagte Daum.
Doch nach zuletzt elf Spielen in Folge ohne Niederlage, dem Einzug in das türkische Pokal-Halbfinale und dem prestigeträchtigen Sieg gegen Galatasaray ist die Euphorie bei Fenerbahce derzeit fast grenzenlos. Tausende Anhänger feierten den Triumph auf Istanbuls Straßen wie den vorzeitigen Gewinn des 15. Meistertitels, Präsident Aziz Yildirim meinte mit Pathos in der Stimme: "Unser Vertrauen in Christoph Daum hat sich schon jetzt bezahlt gemacht. Denn der Sieg gegen Galatasaray ist für uns genauso viel wert wie der Meistertitel."
Seit 91 Wochen erstmals wieder Spitzenreiter
Fenerbahce profitierte beim Sprung an die Spitze allerdings von der überraschenden 1:2-Pleite von Meister Besiktas gegen Istanbulspor. Dank der besseren Tordifferenz sicherten sich die mit Besiktas punktgleichen (51) "Kanarienvögel" zum ersten Mal seit 91 Wochen wieder die Ligaführung. "Deshalb sehe ich uns auch im Moment noch nicht unbedingt in der Führungsrolle", meinte der einstige Meistertrainer des VfB Stuttgart betont zurückhaltend.
Stocksauer war der ehemalige Bundesliga-Coach des 1. FC Köln, VfB Stuttgart und Bayer Leverkusen indes auf seinen Stammtorwart Volkan. Der "U21"-Nationalkeeper kugelte sich beim Versuch, sein Trikot in den Fanblock zu werfen, die Schulter aus und wird Fenerbahce mindestens drei Wochen fehlen. "Diese Aktion gehört in das Guinness Buch der Rekorde für Dummheiten", polterte Daum.
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