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Christoph Daum polarisiert einmal mehr. Seine Äußerungen gegenüber Homosexuellen stoßen auf Widerstand. Doch es ist nicht der erste Skandal des Trainers. Wir blicken zurück.
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Schlagabtausch mit Uli Hoeneß 1989:
Im Aktuellen Sportstudio im ZDF trafen Daum, Uli Hoeneß, Jupp Heynckes und Udo Lattek aufeinander. Zuvor hatte Daum Heynckes schon mehrmals öffentlich kritisiert und beleidigt. Unter anderem hatte er ihn mit einer Schlaftablette verglichen und gesagt, eine Wetterkarte sei interessanter. Während Lattek und Heynckes sich zurück hielten, verteidigte Hoeneß seinen Freund Heynckes und lieferte sich einen wilden Schlagabtausch mit Daum. Im Hinsicht auf das entscheidende Spiel um die Meisterschaft zwischen Köln und den Bayern sagte Hoeneß zum Schluss, dass er Daum gar nicht von seinem Weg abbringen wolle, sondern dieser nach dem Spiel vorbei sein würde. Er sollte Rechte behalten: Bayern schlug den FC mit 3:1 und wurde deutscher Meister.
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Entlassung beim 1. FC Köln 1990:
Eine Entlassung ist kein Skandal. Doch allen Beobachtern war es damals ein Rätsel, warum Daum während der WM 1990 vom damaligen Präsidenten Dietmar Artzinger-Bolten ohne Angabe von Gründen entlassen wurde. Zuvor hatte Daum den Verein zurück in die Spitzengruppe geführt und war einmal Dritter (1988) und zweimal Vizemeister (1989 und 1990) geworden.
Erst im Jahr 2000, als Daums Kokain-Konsum bekannt wurde, sagte Artzinger-Bolten: "Ich fühle mich bestätigt, daraus können Sie Ihre Schlüsse ziehen..."
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Der "Wechselfehler" 1992:
Kein Skandal, aber ein schwerwiegender Fehler des Meistertrainers: In der ersten Runde des Europapokals gegen Leeds United am 30. September 1992 wechselte er einen (damals nicht gestatteten) vierten Ausländer ein. Das Spiel wurde nach einem Protest von Leeds mit 3:0 statt 4:1 für Leeds gewertet. Da der VfB das Hinspiel 3:0 gewonnen hatte, wurde ein Entscheidungsspiel auf neutralem Boden angesetzt und der Verein schied nach der Niederlage im fast leeren Stadion Camp Nou in Barcelona in der ersten Runde der Champions League aus.
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Die Koks-Affäre von 2000:
In einem der größten Skandale in der Geschichte des deutschen Fußballs wurde Daum, damals Trainer von Bayer Leverkusen und designierter Bundestrainer der Fußballnationalmannschaft, im Oktober 2000 der Konsum von Kokain nachgewiesen.
Angestoßen wurde die Affäre durch Andeutungen des Bayern-Managers Uli Hoeneß, der Daum mit Drogen in Verbindung brachte. Daum, der zunächst eine Verleumdungsklage gegen Hoeneß eingereicht und mehrfach öffentlich seine Unschuld beteuert hatte, sah sich schließlich dazu veranlasst, die gerichtsmedizinische Analyse einer Probe seiner Haare auf Drogenrückstände zuzulassen. Auf einer zuvor eigens einberufenen Pressekonferenz erklärte Daum: „Ich tue dies, weil ich ein absolut reines Gewissen habe“.
Die Ergebnisse der Probe sagten allerdings etwas anderes. Er wurde daraufhin in Leverkusen entlassen, seinen Job als DFB-Trainer konnte er auch vergessen. Ein Jahr später gab er den Konsum von Kokain das erste Mal zu.
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Vorwurf der Schiedsrichter-Manipulation 2007:
Am 21. August 2007 leitete der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ein Ermittlungsverfahren gegen Daum ein, da dieser, nach einer 0:1-Heimniederlage des 1. FC Köln gegen Alemannia Aachen, den Schiedsrichtern in einem Fernsehinterview bewusste Spielmanipulation zu Ungunsten seiner Mannschaft vorgeworfen hatte. "Die Schiedsrichter sind keine Spielleiter mehr, sondern Spielentscheider. Das war eine bewusste Entscheidung gegen den 1. FC Köln. Das ist uns schon in der letzten Saison häufiger passiert", so Daum damals. Da Daum im Nachhinein jedoch die Vorwürfe zurücknahm und sich bei dem Unparteiischen entschuldigte, wurde er mit einer Sperre von zwei Spielen und 10.000 Euro Geldstrafe bestraft.
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Die "Homosexuellen-Affäre" 2008:
In einer Dokumentation des DSF mit dem Titel "Das große Tabu - Homosexualität & Fußball" äußerte Daumt: „Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewusstsein entgegen treten, dass gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, dass wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen.“
Daum wurde daraufhin Diskriminierung von Homosexuellen vorgeworfen, die er zugleich noch in die Nähe von Kinderschändern rücken würde. Ein Angebot zur Aussprache mit dem schwul-lesbischen Fanclub "Andersrum Rut-Wieß" nahm Daum an. Er erklärte, er sei grundsätzlich ein liberaler und toleranter Mensch, seine Äußerungen, deren Bezug unklar war, seien missverständlich gewesen.